Antwort auf: Ich höre gerade … Jazz!

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redbeansandrice

Registriert seit: 14.08.2009

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… and so it goes, all in all as winter snows fill the plains of never never land, we sail in song to the end, the day when love will be our only song.

Mit diesem Gedichtfragment ihres Saxophonisten Martin Fierro führt die Bay Area Band Shades of Joy den Hörer an ihre Musik heran, es ersetzt quasi die Liner Notes…. und irgendwie sagt dieses Gedicht zu mir leise: nicht alles was im Winter 68/69 aussah wie eine tolle Idee, war auch wirklich eine… und die Sitars verschwanden wieder im Keller, oder halt da, wo sie hergekommen waren… Gekauft hab ich das Album wegen Jym Young, der sich hier „Jymm Young“ nennt und ja: man hört ein paar gute Soli von ihm, der Gitarrist Jackie King ist klasse, er hat später mit Marian McPartland gespielt, aber vor allem mit Willie Nelson…Martin Hierro ist zumindest historisch interessant zu hören, er kommt scheinbar eigentlich von Hank Crawford her, hat aber zuletzt offenbar viel Pharoah Sanders gehört, und findet kreative Wege, beides zusammenzubringen (etwa in seinem Solo im letzten Track)… tatsächlich hatten die Leute im Winter 68/69 auch sonst ziemlich viele Ideen, und wollten die alle auf Platte bringen, bevor sie nicht mehr hip sind… mehrere Sitarspuren übereinander? das ging nur in einem sehr engen Zeitfenster… und so eine Sängerin wie Millie Foster, die Jazz, Gospel und Kabarett gleichermassen kann, und die bei Bedarf ein bisschen so schreit wie Janis Joplin? auch da hätte man sich ein paar Jahre später wohl was gefälligeres gesucht. Mich nervt der Gesang doch recht deutlich, weswegen ich nicht denke, dass ich mir der Platte alt werde, denn viele Instrumentalstücke gibt es nicht, und auch an den vorhandenen ist nicht alles Gold … aber schöne Momente, klar, die gibt es auch… wenn ich die Platte behalte, dann wahrscheinlich fast wegen den Gitarrensoli von Jackie King…

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