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Duke Pearson – Profile | Irgendwie haftete bei mir lange am Image dieses Pianisten, dass Donald Byrd/Pepper Adams ihn rausschmissen, als sie Herbie Hancock hörten und in ihre Band holten … aber als wir uns hier vor ein paar Jahren intensiv mit Blue Note beschäftigten, klickte etwas und ich fand auch zu Alben Zugang, die nicht Joe Henderson, Freddie Hubbard, Johnny Coles oder andere geschätzte Leute im Line-Up zu bieten haben – etwa seine ersten zwei Trio-Alben für Blue Note, 1959 mit Gene Taylor und Lex Humphries eingespielt und irgendwo zwischen dem süffigen, gesättigten Sound der Three Sounds und dem sparsamen – um vorgartens Einordnung von oben aufzugreifen, die mir einleuchtet – Spiritual Jazz von Horace Parlan. Taylor hat einen haushohen Sound (las ich mal irgendwo, vermutlich ist das meine Gedächtnis-Übersetzung einer englischen Formulierung aus Liner Notes zu irgendeinem Horace Silver-Album) und der kommt hier wahnsinnig schön zur Geltung. Humphries hat die passenden Beats bereit, auch wenn er bloss das Hi-Hat auf- und zuklappt und mit den Besen zurückhaltend die Snare bespielt: er klingt immer besonders, hat auch einen guten Sound … „Black Coffee“ zum Beispiel gefällt mir enorm gut. Pearsons Touch findet eine souveräne Balance zwischen Eleganz, einem stillen Glow (Wilson) und einem zweihändigen Spiel, in dem Akkorde und Linien oft verschmelzen, aber ohne dass daraus Block-Akkorde würden. Das klingt alles recht sparsam, auch wenn die Läufe mal Perlen bleibt es geschmackvoll. Und obendrein hat das Album einen tollen Flow, bietet viele kleine Arrangement-Ideen und insgesamt viel mehr Abwechslung, als ich ihm früher zugestanden hätte. Pearson-Stücke gibt es nur zwei im zweiten Teil des Albums, den „Gate City Blues“ (Humphries trommelt einen Backbeat, der zugleich ein wenig schwerfällig und sehr leicht wirkt) und den schnellen „Two Mile Run“ (hier dreht Humphries auf). Ansonsten sind gut ausgewählte Standards zu hören: „Like Someone in Love“ und „I’m Glad There Is You“ umrahmen „Black Coffee“ und „Taboo“, als Closer nach den zwei Originals ist dann noch „Witchcraft“ zu hören.
(Wenn ich grad öfter japanische Ausgaben mit OBI-Streifen zum Illustrieren verwende, dann weil das exakt die Versionen sind, die ich höre.)
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba