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Hm, ich mag mich da möglicherweise etwas unklar ausgedrückt. Ich würde Wilson nie zum Vorwurf machen, dass er nicht seine Spielweise an der von anderen orientiert oder überhaupt, dass er sie nicht mit der Zeit grundlegend verändert hat. Auch Repertoire hat damit nicht zwingend was zu tun („And Then They Wrote“ hab ich … auch späte Storyville-Alben aus deren tollen Teddy Wilson-Box). Der Punkt, den ich machten wollte ist: Innerhalb seines Stils hat er in den Dreissigern und Vierzigern ständig nach neuen Lösungen gesucht, die Dinge immer wieder anders angepackt, hat einen immensen Ideenreichtum an den Tag gelegt, wie gerade das Verfolgen der ersten Trio-Session (inkl. der zugehörigen Solo-Stücke) zeigt. Da beschreitet er Take für Take neue Wege und es gibt oft kein besser oder schlechter, kein fokussierter oder weniger fokussiert, sondern wirklich neue andere Ansätze. Das verliert sich später einfach mehr in bekannten Licks und Versatzstücken und Manierismen, die in diesen frühen Aufnahmen noch nicht da sind (oder da auftauchen, aber noch als frische Ideen spontan entwickelt werden). Das alles ist kein Vorwurf … und ähnliches kann man ja echt über viele Leute sagen (ich denke gerade über Jamal unbedingt) – das schmälert den Genuss aber in vielen Fällen kaum oder in höchst verschmerzbarem Ausmass.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba