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gypsy-tail-wind Das Ding bei Wilson ist halt: im Lauf der Fünfziger wird sein Spiel immer vorhersehbarer und formelhafter. Der Drive, die Eleganz, der Flow, der „glow“ im Ton, das alles bleibt und macht auch spätere Aufnahmen immer wieder zu einem Genuss … aber die Kreativität nimmt ab. Das war gestern auch eine Erkenntnis: wie sehr Wilson Take für Take neue Wege beschreitet, manchmal auch wirklich zu suchen scheint. Was ich in Sachen Crosby auch mal hervorgeholt habe zum Wiederhören ist das eine Album, das er und Fournier mit George Shearing machten, nachdem sie bei Jamal gegangen sind („Jazz Moments“) – ein paar Wochen später starb Crosby dann, mit gerade mal 43 Jahren.
Das würde ich etwas anders beschreiben: Sein Stil war halt auch auf sophistication (taste) ausgelegt, darum konnte er so viele andere Musiker beeinflussen. Vielleicht eher mit stayed in his lane, was gar nicht schlecht ist, denn das machten andere auch (z.B. Hank Jones manchmal, Blakey zum Teil oder auch Sängerinnen und Sänger, s. Jimmy Rushing, Johnny Hartman oder Earl Coleman). Dafür muss man Musik und das eigene Spiel sogar sehr genau verstehen, es ist nicht einfach. Genaugenommen hatte Teddy Wilson sogar noch Stücke von Horace Silver, Monk, Brubeck und Garner aufgenommen (s. And The They Wrote oder Teddy Wilson 1964). Allerdings wurde es ja für älter werdende Musiker zunehmend schwieriger, ein Publikum zu behalten. Es hätte ihm nicht viel gebracht, wenn er sich an Jamal oder z.B. Wynton Kelly orientiert hätte, es hätte eher seinem Ruf geschadet.
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