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gypsy-tail-wind
Paul Bley | Nicht sein erstes Album natürlich, 1955 bei EmArcy erschienen, aber dennoch trägt es keinen Titel. Eine Japan-Ausgabe (CD) ist seit einer Weile da und liegt in Griffweite, weil ich mich damit bisher recht schwer tue … und das ändert sich auch heute nicht. Das ist sehr gefällig, das Trio swingt, Bley hat Ideen, manches ist wirklich schön, der Flow ist auch gut – aber Bley auch immer wieder in bluesige Klischees ab und oft plätschert das irgendwie dahin. Die Begleitung – Peter Ind bzw. Percy Heath und Al Levitt – bleibt die meiste Zeit im Hintergrund (Heath spielt nur auf zwei Stücken vom Februar 1954, „Drum One“ und „Autumn Breeze“, die restlichen zehn entstanden bei zwei Sessions im August. Bley singt hier stellenweise echt aufdringlich mit – Warnung für Jarrett- und Kikuchi-Verächter also … und ich finde obendrein das Foto etwas seltsam, es wirkt, als wolle man den (halben Franko-)Kanadier als Schwarzen darstellen.
das habe ich gerade auch ma wieder gehört. z.t gleiches material wie bei hipp im hickory house (und gleicher bassist, peter ind), aber so viel voller, zugespielter. hipp ist ein band-act, bley spielt hier ganz klar ein klavier-album ein. ich finde das erst ganz frisch, aber ab dem dritten stück wird es ermüdend, einfach viel zu viele noten.
konstrastmittel:

herbie nichols trio (1956)
das ist immer noch ein monolith. sowas wie „tepsichore“ klingt wie von 2020. es ist, stärker als die monk-sachender zeit, sehr verknüpft mit bass und schlagzeug, lässt sie immer wieder durch und schiebt sie an. das ist irgendwie die andere schule der gleichberechtigung (neben evans/la faro), tiefergelegt, dräuend, voller bass-resonanzen, jedenfalls lässt sich von hier aus schon eine musik vorstellen, die im wesentlichen von basslinien angetrieben wird.
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