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gypsy-tail-wind
Das mal als ein Versuch, ein paar Dinge zu bündeln … es läuft darauf hinaus, dass irgendwo von den ersten (Teddy Wilson?) Trios bis wenigstens zu den Hard Boppern und Soul Jazzern, von Hines und Tatum über Silver oder Jamal bis zu Ramsey Lewis alles irgendwie ein Kontinuum ist – viel stärker als bei den Bläsern und den Drummern, wo es Brüche und Konfliktlinien gab … die aber auch teils nachträglich aufgebauscht wirken (ein grossartiges Gegenbeispiel ist z.B., wie Big Sid Catlett sich beim Town Hall Concert 1945 reibungslos in die Band von Parker/Gillespie einfügt). Alles nur Tendenzen, die im Kontext betrachtet werden müssen – und ich habe bestimmt so eingies verkürzt und vergessen.
vielen dank, das ist super interessant! so habe ich da natürlich nie darüber nachgedacht. für mich scheint der knackpunkt vor allem der zu sein, dass klavier ein so komplettes instrument ist, inklusive der bassfrequenzen und des perkussiven potenzials, dass es quasi kaum noch begleitung braucht – weshalb man da wohl irgendwann darüber nachgedacht, ob bass und schlagzeug nicht auch was anderes machen könnten – bevor es mit tyner und verstärktem bass dann die neue idee gab, dass das trio auch als kraftwerk funktionieren könnte. als gegenbewegung dazu wurden dann natürlich immer auch minimalistische ansätze gefunden (sowas gab es ja, außer bei jamal vielleicht, erst ziemlich spät). interessant auch die ansätze von bläsern, auf klavier wieder zu verzichten, weil es zu stark einengt (rollins, coleman). und dass es danach etwas brauchte, um die rolle des instruments im freien jazz neuzudefinieren, als es plötzlich umgekehrt so schien, als hinke es den anderen instrumenten in der entwicklung hinterher.
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