Antwort auf: Ich höre gerade … Jazz!

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friedrich

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@lotterlottafriedrich
nun es ist halt eine ansammlung von 4 ep und kein konzeptionelles album, alle haben ein verschiedenes line up, tatsächlich am besten gefallen die ep3 und ep4, alle sind in sich geschlossen, es spielt also keine rolle welche seiten du in welcher reihenfolge hörst. (…) makaya legt den drumteppich aus und die beteiligten improvisieren auf diesem. (…) wie bei mccraven häufig der fall, kommen noch overdubs hinzu…insgesamt sehr gefällig, leichter zugänglich als frühere scheiben….(…)

Besten Dank!

Ich habe folgendes Album von Makaya McCraven. Mit der Zusammenfassung von 4 unterschiedlichen Sessions auf einem Album hat es mit Off The Record mindestens eine Gemeinsamkeit:

Makaya McCraven – Universal Beings (2018)

Ich hatte gelesen, dass das Quintet SML ihr Konzept, im Studio oder live improvisierte Musik nachträglich zu bearbeiten, zu editieren und dann zu veröffentlichen von Makaya McCravens Universal Beings übernommen hatten. Das erweckte meine Neugier. Reviews dieses Album im Netz sind meist begeistert und so habe ich mir das angeschafft.

Universal Beings enthält auf 2 CDs vier jeweils ca. 20-minütige in New York, Chicago, London und Los Angeles mit oder ohne Publikum aufgenommene Sessions mit jeweils komplett unterschiedlicher Besetzung – McCraven selbst ist die einzige Konstante. Die meisten Musiker sind mir unbekannt, die einzigen Namen, die mir irgendwas sagen, sind Brandee Younger und Joel Ross (NY), Shabaka Hutchings (CHI) und Jeff Parker (LA).

So unterschiedlich die Besetzungen sind, so unterschiedlich ist auch die Musik. Vieles davon ist wohl improvisiert, entwickelt einen mehr oder weniger lebendigen Fluss, wirkt meist etwas unfertig, mal etwas zaghaft, mal etwas holprig, zündet manchmal, manchmal aber auch nicht. Manchmal denke ich, „Hey, das klingt spannend, daraus kann man was machen!“, manchmal gelingt das auch, manchmal aber auch nicht. Die erste Session aus NY kommt mit Brandee Younger an der Harfe am gefälligsten daher, Chicago nervt mich mit seinen free-en Passagen etwas, London fließt etwas geschmeidiger, LA versöhnt mich mit seiner angedeuteten Funkyness ein wenig.

Zwischen den Stücken gelegentlich Studio-Geschnatter und Lachen. Klingt ein bisschen wie eine öffentliche Probe. Die Nachbearbeitung im Studio ist für mich meist nicht deutlich zu erkennen. Insgesamt bleibt das für mich unscharf, nicht auf den Punkt gebracht und unbefriedigend. Das Konzept ist mir prinzipiell sympathisch. Doch wenn McCravens International Anthem-Labelkollegen SML sich des Prinzips der Aufbereitung von improvisierten Material im Studio bedienen, tun sie das in meinen Ohren deutlich erfolgreicher.

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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.”                                                                                                                                          (From the movie Sinners by Ryan Coogler)