Antwort auf: 100 beste Jazzalben des Rolling Stone, kommentiert

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friedrich

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vorgarten10

MONEY JUNGLE
ellington, mingus, roach, douglas, schwartau (17.9.1962)
(…) aber man kann sich vorstellen, dass hier niemand angstfrei in die session gegangen ist. alle hatten etwas zu verlieren – der orchesterleiter ohne plattenvertrag, der als solist neues terrain betritt; der ellington-verehrer mingus, der von diesem mal gefeuert worden war; und max roach vielleicht auch, weil mingus darauf bestand, dass er hier alles zusammenhalten soll. neun tage später ging ellington mit coltrane ins studio (siehe hier album #100) und beide machten einander geschenke – hier, in dieser ego-kollision schenkt niemand niemandem etwas. (…)

Ein heißer Ritt, nicht wahr? Über Stock und Stein und am Ende hat man sich zwar ein paar blaue Flecken geholt, freut sich aber, dass im großen und ganzen alles gut gegangen ist. Die drei scheinen sich ständig gegenseitig anzurempeln und zu schubsen oder umgekehrt beschwichtigend aufeinander einzuwirken. „Ruhig, Mingus, gaaanz ruhig!“ Das rumpelige Titelstück und das karikaturhafte Caravan auf der einen Seite, die zarten und zerbrechlichen Stücke Fleurette Africaine, Warm Valley oder Solitude auf der anderen Seite.

Sehr lebhaft, spontan, offensichtlich viel improvisiert, voller Gegensätze, mit Ecken und Kanten. Gut, dass man das so stehen gelassen und nichts mehr abgeschliffen und poliert hat.

Kennt jemand Terri Lyne Carrington – Money Jungle: Provocative in Blue?

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