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Zum geschätzten Überbau und der Gesamterfahrung fällt mir ein, was ich einst bei Sebastian Haffner gelesen hatte und mir auch in der Schule beigebracht wurde: als Heranwachsende gewinnen wir unsere Ideale, und wir verlieren sie nicht, unser Leben lang. Wir geraten in Konflikt mit ihnen, aber wir behalten sie.
Für mich war es die DIY-Ethik, die Skepsis zum Phänomen Kommerzialisierung, die Fanzine-Kultur (war kein Leser, aber mein gebildetes Umfeld, das mich versorgte), der Sicherheitsabstand zur politischen Realität, Authentizitätscodes (“echt” vs. “verkauft”). Das bringt mich zu Platon: Echt, wahr und richtig.
Diese Orientierung hat Bestand, aber anderes ist dazugekommen, auch andere Ausdrucksformen. NoMeansNo bleibt faszinierend für mich, aber die Prioritäten haben sich abgewechselt.
Die Faszination ist weniger mit Besessenheit verbunden, es bleibt eine Wertschätzung ohne Vereinnahmung. Manche Dinge sind schön, weil sie da sind, nicht weil man sie besitzen oder konsumieren muss.
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Tout en haut d'une forteresse, offerte aux vents les plus clairs, totalement soumise au soleil, aveuglée par la lumière et jamais dans les coins d'ombre, j'écoute.