Antwort auf: 30 Jahre später: was macht die Hardcore-Sammlung?

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kingberzerk

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Diese Etikettierungen kamen ja häufig erst im Nachhinein von Außen dazu. Als Yes „Close to the Edge“ veröffentlichte (1972), war das noch nicht der Inbegriff des Prog-Rocks, sondern vielleicht Art Rock oder so. Auch King Crimsons „Red“ war noch nicht Prog. Can und Neu! nannten ihr Zeug auch nicht Krautrock und ich bin mir nicht sicher, ob My Bloody Valentine ihre Musik anfangs ebenso scherzhaft wie die britische Presse mit Shoegaze in Verbindung gebracht haben.

Was mit der klassischen Situation begann („Aaaargh, verflixt! Was war das für ein Song??? Wie heißt der nur? Von wem war der???“) („You die, I die, you know, I know“) entwickelte schnell eine Eigendynamik. Erst vorsichtig den Faden aufgenommen, Konfrontation mit den Alben, die langsam verstauben, Track-für-Track-Absuche bei D.O.A., Lard, S.O.D. und anderen, KI befragt (keine Treffer), nach drei Tagen der Heureka-Effekt: „Yes! NoMeansNo!“ Wie der Proustsche Madeleine-Effekt.

Und dann die Spirale: Hardcore-Definitionen recherchieren, Genre-Chaos bei Discogs entdecken – bis aus der einfachen Song-Suche ein Impuls zum Nachspüren der eigenen Musikbiografie wird.

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Tout en haut d'une forteresse, offerte aux vents les plus clairs, totalement soumise au soleil, aveuglée par la lumière et jamais dans les coins d'ombre, j'écoute.