Antwort auf: Ich höre gerade … Soul!

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friedrich

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Schicke Sache! Sieht nach einer schönen Zusammenstellung aus.

Auch die liner notes sind schön. Als ich in den frühen 80ern Musiker wie The Jam / Style Council, Dexys Midnight Runners, Soft Cell mit Tainted Love, Human League und Heaven 17 entdeckte, etwas später auch Culture Club, war mir zunächst gar nicht klar, das die als Teenager alle große Soul Fans gewesen waren – und man das in deren Musik als deutlichen Einfluss hörte. Zumal ich selbst als Tennager der späten 70er und frühen 80er Soul kaum kannte. Aber in Großbritannien war das in den 60er/70er Jahren wohl cool und hat ganze (Musiker-)Generationen geprägt.

Sehr schön auch Paul Wellers Erinnerungen an die C90 Mixtape-Kultur der 70er/80er Jahre. So ein Mixtape konnte ein Kunstwerk und eine Kostbarkeit sein und beim Aufnehmen wurde richtig Herzblut investiert. Erst vor ein paar Tagen sprach ich mit meiner Freundin darüber: Kann man heute überhaupt noch Musik verschenken? Einen Cassettenrecorder hat kaum noch jemand, CD-Spieler sterben auch langsam aus und Plattenspieler sind eine Sache für Nerds wie uns. Meinem Neffen hatte ich vor einer Weile mal eine CD geschenkt. Zum Glück hat er noch ein CD-Laufwerk für sein Notebook, doch auch das wird immer seltener. Aber eine Spotify-Playlist kann man nicht verschenken.

Nostalgie zum Quadrat.

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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)