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thelonicaWas man da ansonsten rauslesen kann? Im Forum verfolge ich nicht so sehr die Listen, aber natürlich hat eine gewisse Entwicklung mit dem Internet zu tun, mit musikalischen Szenen, breiterer Akzeptanz unter jüngeren Menschen bis heute und mit Auftrittsmöglichkeiten. Und jüngst im Lockdown haben viele jüngere Musiker_innen die Artform vertieft. Das hat auch viel mit Leuten zu tun die unterrichten, die schon länger dabei sind. In der „Drum community“ sieht man das auch deutlich, das unheimlich viele Leute vernetzt sind, sich über viele kleine Details austauschen. Mittlerweile verstorbene Lehrer, z.B. Leute wie Billy Taylor oder Clark Terry u.v.a., waren auch wichtig. Aber auch die nicht mehr ganz so jungen Musiker (Brian Blade, Gregory Hutchinson etc.) sind relevant und werden bewundert. Elvin Jones hatte auch ziemlich lange unterrichtet (immer mal wieder), obwohl das nicht so bekannt ist.
danke dir. hmm, internet, auftrittsmöglichkeiten, unterricht… diese polls hier reichen sicher nicht für den gewinn repräsentativer daten, aber mich hat überrascht, dass fast alle crossover-veröffentlichungen auch hier wahrgenommen wurden. weil natürlich die leute hier the wire und pitchfork lesen, sich gegenseitig tipps geben, weil bestimmte jazzsachen auch distinktionspotenzial haben. auffällig finde ich den hohen freejazzanteil – worum geht es da, um die reine lehre des individuellen, kompromisslosen ausdrucks (brötzmann, ware, gayle, jones, roberts, sanders, gustafsson)? um die energie (die man vielleicht sonst nur im heavy metal bekommt)? fehlen hier sachen, die in diesen jahren eine welle gemacht haben? ich finde auf jeden fall, dass sich auch hier der wunsch niederschlägt, sich mit jazz zu beschäftigen – ohne vielleicht den ganzen vorbereitenden diskurs mitzunehmen, alles, was bei buddy bolden anfängt – da sind högberg, roberts oder the necks gute einfallswinkel. und dann hört man vielleicht ein paar jahre blue note und impulse, aber das bildet sich ja nicht in den jahrespolls ab.
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