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Pete gestern in Köln. Immer ein Erlebnis. Habe ihn ja inzwischen schon oft gesehen, aber von der Stange war noch keine Show. Dieses Mal ist er allerdings weder zu spät, noch macht er sich früher aus dem Staub, weil es woanders eine bessere Party gibt. Im Gegenteil, bereits zum Einlass um 19 Uhr taucht er überraschend zum Soundcheck auf, und beglückt die frühen Fans. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Zu Beginn der Show pünktlich um 21 Uhr kommt er dann nicht nur mit Band inklusive Ehefrau auf die Bühne, auch seine beiden Hunde sind mit am Start, streunen während der gesamten Show um ihn herum, werden von ihm vorm Schlagzeug mit Wasser und Streicheleinheiten versorgt und schlabbern Pete durchs Gesicht. Physisch wirkt Pete eigentlich zunächst in einer ganz guten Verfassung, hat fast wieder Normalgewicht erreicht. Das erweist sich aber dann bald als Trugschluss. Zeitweise habe ich wirklich ernsthaft die Sorge, dass er vor meiner Nase zusammenklappt. Immer wieder muss er sich zwischen und während den Stücken hinsetzen, fühlt seinen Puls, wirkt fahrig.
Der Typ neben mir hat sein Kind dabei, dem Pete zwischendurch was vom Merch schenkte. Er war tags zuvor in Paris zum Tourauftakt und meint, Pete sei halt jetzt müde. Am Tag zwei der Tour kaputt zu sein ist aber wohl keine gute Voraussetzung für die restlichen Termine. Im Gegensatz zu Paris gab’s in Köln leider weder die tolle Theaterkulisse noch die Streicher, die das Album veredeln. Zudem wirkt die Band wenig eingespielt, das Timing stimmt oft nicht und Petes Frau ist, wie sie bereits bei den Puta Madres bewies, keine allzu virtuose Pianistin, die das auffangen könnte.
Aber egal, obwohl alle schwimmen und man permanent Angst vorm Scheitern hat, funktioniert es dann doch irgendwie, was vor allem an dem starken Songmatrial und Frederic Lo liegt, der sichtlich eine ganze Menge Spaß hat und den Laden zusammenhält. Auch Highlights von Petes Soloalben werden eingestreut. Nach einer Stunde ist dann erst mal Schluss. Lo kommt auf die Bühne und entschuldigt Pete, der würde noch ein paar Minuten brauchen. Für zwei Zugaben reicht es dann noch – zum Abschluss ein zerschossenes Velvet Undergroud-Cover von „Ride Into The Sun“. Der Abend geht dann draußen weiter. Pete und Lo stehen zum Plaudern vorm Seiteneigang, man kann die Hunde streicheln und Selfies machen, was den Abend dann abrundet. Wieder mal ein sehr spezielles Konzerterlebnis. Ich freue mich auf’s nächste. Pete deutet ein Comeback der Puta Madres an, leider keins der Babyshambles.
zuletzt geändert von bullitt--