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blood in laswell land
liu sola, blues in the east, axiom 1994
liu (voc), amina claudine myers (org, p, voc), wu man (pipa), ulmer (g), henry threadgill (as), jason hwang (vl), umar bin hassan (storytelling), ralph samuelson (shakuhachi), ned rothenberg (shakuhachi, woodwinds), fernando saundrs (eb), jerome brailey (dm), yukio tsuji (japanese perc), aiyb dieng (african perc).
das debütalbum der auch als autorin bekannt gewordenen liu sola entstand nach einer 3-wöchentlichen blues-recherche in memphis und ist ein amalgam aus folkloristischen formen, mikrotonalen phrasierungen, fetten beats, erzählten geschichten. ob und wie das funktioniert, ist dann immer die frage, und was einem davon eigentlich nah ist, so dass man die anderen weltmusikelemente als erweiterung oder kontrast hört – ist das also eine peking oper mit us-amerikanischen einschreibungen oder höre ich hier eine pipa als bluesinstrument? liu solas gesang jedenfalls ist so dominant, dass er sehr viel zudeckt. dazwischen und darin ergeben sich aber immer wieder interessante momente, und insgesamt ist das so dicht und durcharrangiert, dass man denkt, man hat es mit einem hörspiel zu tun. typische laswell-produktion also, die vor allem zeigt, wie viele hochkarätigen leute er aus allen möglichen ecken für ein solches projekt zusammentrommeln kann.
ein paar blood-momente gibt es, in ausgesprochenen blues-teilen am ende, spannender jedoch im dialog mit der pipa. und die beats von fernando saunders und parliaments/funkadelic-drummer jerome brailey sind schon immer wieder sehr lässig.
third rail, south delta space age, verve antilles 1995
ulmer (g & voc), bernie worrell (org & clavinet), amina claudine myers (org, ep & voc), bill laswell (eb), joseph ‚zigaboo‘ modeliste (dm & per).
das wiederum ist eine richtige band, mit leuten, die, wie ulmer sagt, alle ein eigenes (und für die anderen rätselhaftes) „konzept“ für diese art musik haben. laswell spielt einen sehr groovenden e-bass über dem new-orleans-drumming von modeliste (the meters), ulmer stochert sexy in diesen verschleppten grooves herum, raunt heisere beschwörungsformeln, und myers & worrell geben noch ein bisschen altes psychedelisches mojo dazu. viel bekanntes blood-material hier in schönen neuen version, dazu ein paar lose jams, die auch wunderbar platz nehmen, kein hörspiel hier, sondern ein paar dehnübungen von lauter leuten, die wissen, was sie können. schönes wiederhören.
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