Antwort auf: james 'blood' ulmer

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vorgarten

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music revelation ensemble, after dark, diw 1992, rec. oct.1991
ulmer (g), david murray (ts), amin ali (eb), cornell rochester (dm), intercity string quartet

ein jahr später ist murray tatsächlich wieder dabei, in der unveränderten besetzung des music revelation ensembles, das danach allerdings andere saxofonisten präsentieren wird. hier funktioniert die kommunikation der beiden co-leader gewohnt ideenreich, auch für die beiden anderen bandmitglieder gibt es ausreichend vorgaben, um sich nicht zu langweilen. „interview“ von ARE YOU GLAD… wird in frenetischer geschwindigkeit aktualisiert, es gibt eine ballade, in der das schlagzeug freidreht, eine variation von „baby talk“ mit entspanntem backbeat (allerdings nur während des themas), eine latin-vorgabe am ende, und ein ganz klassisches jazz-swing-stück, zu dem murray einen sehr weiten bogen spannt und ein perfekt dramatisiertes solo spielt (eins der besten, das ich von ihm kenne). auch ulmer – ganz klassisch, melodisch fast – danach lässt sich nicht lumpen. größte überraschung aber ist die verlängerung der harmolodischen gitarre in die saiten eines streichquartetts, nur im titelstück, dazu mit kurzem schlagzeugeinsatz zwischendrin. eine sich stimmungsvoll ausbreitende melancholie, mit schwebenden sounds, kleinen akzenten, einer sanften wellenbewegung und ein bisschen verschieben der thematischen vorgabe. die idee wird bald nochmal aufgegriffen, dann sind gitarre und das streichquartett ganz allein (ich mag aber den schlagzeugpart gerade hier sehr gerne). tolles album.

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