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gypsy-tail-wind
nicht_vom_forum Bei der Gelegenheit auch gleich der Hinweis auf die Intakt-November-CD von Ingrid Laubrock. Das dürfte ein Mitschnitt dieses Konzerts sein, das mir sehr gut gefallen hat: https://www.stadtgarten.de/en/program/eos-kammerorchester-koeln-feat-ingrid-laubrock-1050
Ich wollte die CD längst bestellen, tat das gestern und heute lag sie auch schon im Briefkasten: Ingrid Laubrock – Dreamt Twice, Twice Dreamt (Intakt, 2 CD/DL, 2020) Aufgenommen wurde das am 5./6. Dezember 2019 in den Riverside Studios (CD 1 mit dem Kammerorchester) sowie in Oktaven Audio, Mount Vernon, NY am 22:723. Dezember 2019 (CD 2 mit dem kleinen Ensemble). Das Kammmerorchester auf der ersten CD besteht aus etwas über einem Dutzend Streicher sowie einem einfach besetzten Bläsersatz (fl, ob/enh, cl/bcl, bsn, frh, t, tb). Die Selisten sind identisch bis auf die Titeltracks: das Kammerorchester-Set öffnet mit „Dreamt Twice“, die dann folgenden vier Stücke stehen am Anfang von CD 2, die dann mit „Twice Dreamt“ schliesst. Parkins, Matlock und Modney sind Gäste auf drei der fünf Tracks von CD 2 (einen mit allen dreien und je einen mit Matlock/Parkins bzw. Matlock/Modney). Basis für die Stücke ist ein Traumtagebuch, das Laubrock seit zehn Jahren führt, seitdem Mary Halvorson ihr ein leeres Notizheft zu dem Zweck schickte („You should write your dreams down.“). Laubrock, so schreibt sie selbst in den Liner Notes, sei eine dieser Personen, die Freunde damit langweilt, ihnen ihre Träume zu erzählen. Sie berichtet dann noch vom Besuch bei einem „Medium“ während ihrer Zeit in England … und ein wenig über die Arbeitsweise und die unterschiedlichen Versionen der Stücke für grosse bzw. kleine Besetzung. Bin jetzt eine Viertelstunde in CD 1 drin und das spricht mich sehr an, auch wenn ich das überhaupt nicht zu fassen kriege. Vollständige Infos tauchen sicher demnächst auf der Intakt-Website und ihrem Bandcamp auf. Die CD kommt in schlankem Digipack (drei Klappen, ich bleibe bei der europäischen Zählweise) mit einem kleinen herausnehmbaren Booklet, Liner Notes für einmal nur in Englisch, ein paar Fotos, das ganze Line-Up usw.
Gestern Abend die erste CD mit dem EOS Orchester gehört und war sehr erfreut was da meine Ohren (und hoffentlich auch’s Gehirn) getroffen hat. Da ich vom Tage doch schon recht schlapp war ging der letzte Titel dann in meinem Kampf gegen die Müdigkeit ein wenig unter. Also heute nochmal und dann auch die zweite CD. Soweit ich es nun eben gehört habe erweist sich die Musik als irgenwie „dreamy“. Da ich die Liner notes auch gelesen hatte mag das davon beinflußt sein aber sicherlich ist die Musik voller Überraschungen, insbesondere die eigenwilligen Fortführungen im Laufe der Stücke / Kompositionen. Und das erfreut Ohr (mit dem Gehirn) und Herz. Besonders ein Titel „Snorkel Cows“ oder „Drilling“, hat mich mit dem überraschenden letzten Teil (+ Ende) bestens überrascht und auch ein wenig irritiert. So weit ich sie bislang gehört habe erhält die 2 x CD meine Empfehlung.
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