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  • #1023403  | PERMALINK

    saffer38

    Registriert seit: 26.08.2003

    Beiträge: 3,091

    SPLIFF – große Band!!! Großes Ohrenkino!!!

    Neben der genialen – noch englischen – Debut-Scheibe „The Spliff Radio Show“, gefällt mir heute auch die „Herzlichen Glückwunsch“ noch am besten, va.a der Titelsong brettert noch immer gut los!! Die „85555“ hab ich leider etwas überhört, aber „Deja Vu“ ist immer noch ihr bester Song! Es grüßt der „rote Hugo“ ;)

    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #1023405  | PERMALINK

    kritikersliebling

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 18,340

    Wobei „Computer sind doof“ geradezu ständig aktuell ist. Bei mir jedenfalls. Sehr schön be- und geschrieben sparch.

    --

    Das fiel mir ein als ich ausstieg.
    #1023407  | PERMALINK

    fish-in-a-bowl

    Registriert seit: 04.07.2003

    Beiträge: 401

    @ sparch

    Schöner Text. Schöne Erinnerungen. Herzlichen Glüchwunsch.

    Mein Favorit ist allerdings: „The Spliff Radio Show“.

    Geniales Teil.

    --

    Gebe auch 'mal wieder meinen Senf dazu.
    #1023409  | PERMALINK

    aimee
    Moderator

    Registriert seit: 12.07.2002

    Beiträge: 6,563

    Herzlichen Dank, Sparch – das Album hab ich auch geliebt (nach anfänglicher Irritation, weil es ja doch sehr anders ist als „Radio Show“. Finde die auch nicht mal ansatzweise vergleichbar, für mich sind das sowas wie zwei verschiedene Bands)

    ..hab jetzt richtig Lust sie bald mal wieder aufzulegen!

    --

    #1023411  | PERMALINK

    nikodemus

    Registriert seit: 07.03.2004

    Beiträge: 21,307


    Scott Walker – Scott

    Das Debüt von Noel Scott Engel war der Start von vier großen Alben in denen er bewies, dass er mehr ist als der Thronprinz von Jacques Brel und mehr als ein Teenie Pop Idol. Auch wenn nicht beabsichtigt, konnte er der ganzen Menschheit hier zeigen, wer der größte Sänger aller Zeiten ist. Und das sollte Scott werden.
    Die Eindringlichkeit mit der er an Mathilde, Montague Terrace und Amsterdam geht, sollten einmalig bleiben. Scott war kein Pop, keine Kammermusik, keine Oper. Wenn ich die Augen schliesse, sehe ich irgendeinen 50er Jahre schwarz- weiss Film, eine Liebesgeschichte, Tragik, Komik, Dramaturgie. Als ich zum ersten Mal Scott hörte, erkannte ich nicht sofort die Magie, die von den einzeln Liedern ausgehen sollte. Vielleicht sollte man sich einen (auf den ersten Blick so unspektakulären) Song wie „Always Coming Back To You“ erst fünfmal anhören, bevor man sich eine Meinung bildet. Mission Impossible. Wie sollte das funktionieren, wenn man von zuvor noch Mathilde im Kopf hat.
    Einmal gefangen von Walkers Stimme, lässt sie einen wahrhaftig nicht los. Walker könnte puren Krach singen (was er natürlich noch tun sollte), es berührte doch das Herz. Selbstverständlich hab ich keine Ahnung wovon Walker singt, unwichtig. Wenn überhaupt, verstehe ich Fragmente, doch die bringen mich schon zum weinen. Oder ist es doch nur die Stimme? Mathilde und Amsterdam, können diese Lieder (oder Chansons?) nicht von Walker stammen, klingen so Cover? In Angelica scheint er mich persönlich anzusingen „Angelica, there’s so much you never knew, so much I always meant to say, and do, for you”. Danach Hardins Lady aus Baltimore, hält er nicht mit der Schönheit von Mathilde mit, ist er doch fraglos ein perfekter Pop?-Song. Aber die großen Melodien sollten noch kommen. My Death, Brel soll sich an dem Lied auch versucht haben, Angst bekomme ich nur hier. „Whatever is behind the door?“, Scott war wohl der größte Mystiker der seiner Zeit. „My death waits in your arms, ….your cool fingers close my eyes”.
    Und nachdem wir meinen Tod überwunden haben, kommt erstmal “The Big Hurt”…Danach die ersten Fragmente von Tilt. Unheimlich und leise. „someone should have stopped the birds from singing”. Und dann bricht es herein, Bläser, Donner, der jüngste Tag. „Such a small love, such a little tear, you would laugh so loud if you could see us here, with my one suit, badly p
    ressed and worn, like a child left in the world alone”. Cohen muss gelauscht haben. Konnte es sich noch zum guten wenden? Walker verzückte uns mit dem Regenbogen…“Now like children in the dark, we hold hands and watch the rain….kiss away the darkest night”. Doch Walker wäre nicht Walker wenn die Geschichte so enden würde, diese Stimme wurde für die Tragik geboren. „Now I go aimlessly at night, sleep with faces I don’t know, Always Coming Back To You and the shadows of this room. I must search your eyes again, just to find that they are dead. Always Coming Back To You. Selbsthass und Qual, wie sollte es diese Musik beschrieben werden? Und der Höhepunkt sollte noch folgen. Ein altes Schifferklavier sollte es einleiten…doch noch ein Shanty? Ein alter Seemann sollte noch einmal alles zusammenfassen. Chaos, Anarchie und ein Schifferklavier. „But we know, don’t we and we’ll dream, won’t we of Montague Terrace…in blue?

    --

    and now we rise and we are everywhere
    #1023413  | PERMALINK

    allen-z

    Registriert seit: 18.08.2004

    Beiträge: 9

    schön beschrieben, mag scott1 auch wirklich sehr,
    scott 4 hat aber die besseren songs

    --

    #1023415  | PERMALINK

    professorrock

    Registriert seit: 19.05.2004

    Beiträge: 51

    Hallo,

    immer wieder auf meinem Plattenteller – Scott 4. Danach muß ich jedoch unbedingt „Tilt“ hören – und ich weiß nicht warum.

    --

    keep on rocking on www.rock-geschichte.de
    #1023417  | PERMALINK

    der-stille-teilhaber

    Registriert seit: 25.11.2004

    Beiträge: 55

    Rickie Lee Jones (1979)

    Ende der 70er als die „Helden“ der ersten Rock’n’Roll Generation etwas orientierungslos durch die Musikszene irrten, Neuerungen wie Punk und Disco argwöhnisch beäugten oder gar versuchten auf diesen Zug aufzuspringen (z.B. Linda Ronstadt covert Costello’s „Alison“, die Stones versuchen den Discobeat bei „Miss you“) erschien eine junge Singer/Songwriterin auf der Bildfläche und stellte die Uhren auf ihrem Debutalbum einfach wieder auf rückwärts! Kein Wunder, kam doch Rickie Lee Jones aus der legendären Neo-Beatnik-Szene in Los Angeles, die sich um Künstler wie Tom Waits oder Chuck Weiss geschart hatten. Und genau diese beiden Männer sind für Jones Debut-Album eine Art Fixpunkt: Während Weiss in Rickies erstem Hit „Chuck E’s in love“ kongenial verewigt wurde, war das ganze Album sehr von der Atmosphäre der Waits-Platten in den 70ern geprägt (auf dem Back-Cover von „Blue Valentine“ sieht man Rickie wie sie im Hintergrund an einer Tankstelle von Weiss ganz schön bedrängt wird) , will sagen: Jazz, dunkler Folk, vernuschelte Vocals (da kann Mrs. Jones sogar Dylan Konkurrenz machen) und Geschichten über schmierige Typen, leichte Mädchen in billigen Bars und den dreckigen Straßen von Los Angeles. Auf der anderen Seite weckte das Cover und auch die Stimme von Rickie doch aber auch Assoziationen an jemand anders: Diese Baskenmütze, der Zigarillo, der Blick – als wäre sie die etwas zähere, Großstadt-Cousine von Joni Mitchell. Und auch in Songs wie „Company“ oder „Last chance Texaco“ wird der Einfluss der Lady of the Canyon mehr als deutlich. Das Album als ganzes hat den „test of time“ erstaunlich gut überstanden (was man von nicht allen Alben der Jones sagen kann), ich hatte es gestern mal wieder auf dem Plattenteller – und was soll ich sagen: Als komplettes Album kaum Ausfälle, sensationell guter Gesang („Coolsville“), tolle finger-schnipp-grooves („The weasel and the white boy cool“, „Chuck E’s in love“) schöner Barjazz („Easy money“) sommerleichter R&B („Danny’s all star joint“) eine prominente Musikerliste (Brecker Bros., Michael McDonald) – witzig, nach 2 Songs war alles wieder da: Der Sommer von 79, Aufbruchstimmung, Latzhosen, weiße Clocks – und irgendwie war diese wohl untypischste Platte dieses Jahres mein ganz persönlicher Soundtrack für 79.

    --

    Dilettanten olé!!
    #1023419  | PERMALINK

    beatlebum

    Registriert seit: 11.07.2002

    Beiträge: 8,107

    Mein Favorit auf diesem sehr schönen Album ist das schwer melancholische „On Saturday Afternoons In 1963“. Years may go by, ach wie schön. Mit „The Last Chance Texaco“ habe ich früher die Tatsache verbunden, dass die große Texaco Tankestelle in meinem Heimatort spät abends die letzte Gelegenheit war, Flaschenbier zu bekommen.

    Im Mai 2004 habe ich Rickie in Essen zum ersten Mal live gesehen. Dieses Konzert reiht sich in meiner 35 jährigen Laufbahn als Konzertgänger mindestens neben die ganz grossen (Van Morrison, John Cale, Feelies, Gun Club, Chills…) ein.

    --

    Captain Beefheart to audience: Is everyone feeling all right? Audience: Yeahhhhh!!! awright...!!! Captain Beefheart: That's not a soulful question, that's a medical question. It's too hot in here.
    #1023421  | PERMALINK

    der-stille-teilhaber

    Registriert seit: 25.11.2004

    Beiträge: 55

    Originally posted by beatlebum@1 Dec 2004, 14:15
    Mit „The Last Chance Texaco“ habe ich früher die Tatsache verbunden, dass die große Texaco Tankestelle in meinem Heimatort spät abends die letzte Gelegenheit war, Flaschenbier zu bekommen.

    :lol: …schöne Geschichte, verbinde auch viele solcher „small stories“ mit dieser Platte!

    --

    Dilettanten olé!!
    #1023423  | PERMALINK

    beatlebum

    Registriert seit: 11.07.2002

    Beiträge: 8,107

    Originally posted by Der stille Teilhaber@1 Dec 2004, 13:21
    :lol: …schöne Geschichte, verbinde auch viele solcher „small stories“ mit dieser Platte!

    Später habe ich sogar mal an Sonntagen in einer Texaco-Tankstelle gejobbt. Danach haben sie sich dann in DEA umbenannt, welch ein Frevel. ;)

    --

    Captain Beefheart to audience: Is everyone feeling all right? Audience: Yeahhhhh!!! awright...!!! Captain Beefheart: That's not a soulful question, that's a medical question. It's too hot in here.
    #1023425  | PERMALINK

    der-stille-teilhaber

    Registriert seit: 25.11.2004

    Beiträge: 55

    Originally posted by beatlebum@1 Dec 2004, 14:34
    Später habe ich sogar mal an Sonntagen in einer Texaco-Tankstelle gejobbt. Danach haben sie sich dann in DEA umbenannt, welch ein Frevel. ;)

    wie hätte sich denn das angehört? „Last chance DEA“ :lol:

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    Dilettanten olé!!
    #1023427  | PERMALINK

    beatlebum

    Registriert seit: 11.07.2002

    Beiträge: 8,107

    Originally posted by Der stille Teilhaber@1 Dec 2004, 13:42
    wie hätte sich denn das angehört? „Last chance DEA“ :lol:

    Wie ein billiger Werbe-Spot. :lol:

    --

    Captain Beefheart to audience: Is everyone feeling all right? Audience: Yeahhhhh!!! awright...!!! Captain Beefheart: That's not a soulful question, that's a medical question. It's too hot in here.
    #1023429  | PERMALINK

    aquarius

    Registriert seit: 29.10.2003

    Beiträge: 1,173

    @Teilhaber: Sehr schöne Rezension eines meiner Lieblingsalben. Ich entdeckte es erst 1983, damals wurde es (als eines der ersten erschienenen Alben auf CD) oft in Hifi-Studios benutzt um die Dynamik-Vorteile (wer will kann sich hier gerne Anführungszeichen denken) des neuen Mediums CD zu demonstrieren.

    --

    down by the river i shot my baby
    #1023431  | PERMALINK

    der-stille-teilhaber

    Registriert seit: 25.11.2004

    Beiträge: 55

    Danke Aquarius! Gern geschehen ;)

    Besitze das Album ja nur in Vinyl, aber kann mir schon gut vorstellen, die Scheibe als Referenz-CD zu nutzen, denn sie ist wirklich megageil produziert – da gibts auch heute nichts daran rumzumäkeln!

    --

    Dilettanten olé!!
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