smash boom bang

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  • #2025153  | PERMALINK

    otis
    Moderator

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 22,557

    lass es lieber, könntest noch mehr „grauenhaftes“ entdecken! ;)
    yeah yeah yeah!

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    #2025155  | PERMALINK

    hjk

    Registriert seit: 25.05.2004

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    Ich verstehe manche Probleme nicht, bei Rock'n'Roll geht es doch um mehr, als nur den Text. Balla Balla hat doch was, oder? Max Ernst und Tristan Tzara hätten ihre Freude gehabt. Balla Balla steht Bob Dylan und seinen bedeutungsschwangeren Texten nicht nur diametral gegenüber, sondern bedeutet auch die Destruktion sämtlicher gängiger Textklischees, auch die der Beatles und Rolling Stones. Damit ist Balla Balla für mich Kunst, wenn ich den Song an sich auch nie geschätzt habe. Aber trotzdem: lieber 10 x Balla Balla als ein Text wie „I want to spend my life with a girl like you, bababababaaa, bababababaaa“, und die Jungs werden heute als die Urväter des Punk gehandelt.

    Auch die Sorrows haben ja nicht gerade Philosophisches in ihren Texten dargelegt – „first you take a heart, then you break a heart…“, da ist mir Poor Boy von den Lords textlich näher, denn da, wo die Seinsverlorenheit eines Jugendlichen zum Ausdruck kommt, wird's doch identifizierbar.

    Ich habe in den 60ern einige ganze Zahl englischer Bands gesehen, die haben auch nur mit wenig Wasser gekocht – die Hollies wurden nicht umsonst von den German Bonds an die Wand gespielt, die Rattles nicht ohne Grund als Band in der Auftrittsreihenfolge bei der Beatles-Bravo-Blitztournee nach vorne plaziert. Womit ich nichts gegen die Verdienste der Beatles sagen will. Die schlechteste Band, die ich je gesehen habe, waren The Renegades, die wurden vielleicht gerade noch von The Lurkers bei ihrem ersten Auftritt im Hope & Anchor getoppt, wo ich mich gut an die Rufe des Bartenders erinnere: „Pete! Turn the jukebox on!“

    Wenn die Blizzards live auf der Bühne ine halbe Stunde Dr.Jekyll spielten, dann war das eine Geräuschorgie und Punk pur. genau wie Casey Jones and the Governors' episches Bang Bang. In dem Laden nebenan zog vielleicht gerade Skip Allan von den Pretty Things mit dem Stand-Tom durch den Saal und Phil May lag auf dem Rücken mit den Rässelchen, und das war weder besser noch schlechter!

    Demjenigen, der sich immer noch über DEN Fehler im Text bei den Lords (war er wirklich einer?) echauffiert, sei gesagt, daß Billy Lee Riley in seinem genialen Red Hot in der Urfassung „she sleeps in the kitchen with her feets (!!) out the door“ singt, und gerade das macht den Song besser als die korrigierte Version.

    Daß deutsche Bands etwas hinterherhinken, hat andere Gründe – Gründe, die auch heute z.T. noch Gültigkeit für den deutschen Musikbusiness haben. Aber wir hinkten alle hinterher, damals in Deutschland, 1965, und deshalb hat es eine wunderbare, historische Dimension. Meine tiefste Liebe gilt ja den frühen Merseybeat-Bands, Nordengland 1962 – 1964, und wenn ich sehe, wie diese dem amerikanischen Rock 'n' Roll um 4 Jahre hinterherhinkten… trotzdem hauen mich I Can Tell von Rory Storm and the Hurricanes, Shake Sherry Shake von Faron's Flamingos oder Who Shot Sam von Sonny Webb and the Cascades immer wieder aus den Senkeln. Ist alles eine Frage der Zugehensweise… wenn ich die mit River Deep Mountain High von Ike & Tina Turner vergleiche, dann stimmt der Vergleich einfach nicht mehr, so wie sich deutsche Renaissance nicht mit der italienischen vergleichen läßt.

    Es kommt auf die Perspektive an; dogmatisch betrachtet kann ich jede Musik in den Wurzeln ersticken.

    Natürlich sind viele Platten aus Deutschland Müll, natürlich waren viele Bands inkompetent, aber das gleiche gilt prozentual für NL, GB, und einige Länder toppen dies wahrscheinlich noch!! Oder schon mal mehr als ne Hand voll guter französischer Beat-Bands auf die Reihe bekommen?

    Laßt uns die deutsche Beatmusik als das nehmen, was sie ist. Aufbruch in eine andere Zeit. Ohne sie wären wir heute ärmer, denn sie haben Dämme aufgebrochen.

    Demnäx (vielleicht) mehr.

    hjk

    --

    #2025157  | PERMALINK

    otis
    Moderator

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 22,557

    tja, hans jürgen.
    eine schöne apologie.
    ein herzliches danke.

    --

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    #2025159  | PERMALINK

    starship

    Registriert seit: 28.12.2002

    Beiträge: 1,474

    ist kommando pimperle von den rainbows auch kunst…?
    kennt jemand den song? war der nachfolger von balla balla.

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    #2025161  | PERMALINK

    mikko
    Moderator
    Moderator / Juontaja

    Registriert seit: 15.02.2004

    Beiträge: 34,399

    Originally posted by starship@28 May 2004, 21:05
    ist kommando pimperle von den rainbows auch kunst…?
    kennt jemand den song? war der nachfolger von balla balla.

    Das kommt auf den Kunstbegriff an.

    Ich persönlich halte „Rotkarierte Petersilie“ für genial und völlig unterbewertet! ;)

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    #2025163  | PERMALINK

    starship

    Registriert seit: 28.12.2002

    Beiträge: 1,474

    @hjk

    der bedeutungsschwangere bob dylan konnte sich das mit den rainbows natürlich nicht gefallen laßen. daraufhin fiel ihm wigwam ein. er brachte die sache noch mehr auf den punkt. er ließ my baby einfach weg, und auch das ba und sang nur mehr la, la, la.
    max ernst reagierte auf diese dadaistische szene. er ließ sich auf seinen grabstein die essenziellen worte von silver convention: fly robin, fly- up, up to the sky, in gold raufritzen. die trauergemeinde chantete dann in den 70igern zu seinem begräbniß eine gregorianische version von bony m.- bye, bye daddy cool sangen sie traurig und warfen rotkarierte petersilien (ein rainbows-titel) auf seinen sarg. ;)

    ach ja, obladi-oblada verdanken wir auch den deutschen rainbows. war die diametrale these der beatles zur rainbow´schen gegenthese.
    anti-anti minimal-art, sozusagen… :blink:

    --

    #2025165  | PERMALINK

    otis
    Moderator

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 22,557

    so wie sich die american 60s-garage/punk-music, wenn man lange genug siebt, sicher auf die royal guardsmen mit ihren snoopy-stories runter reduzieren ließe, obwohl sie ja auch anders konnten, so kann man auch den deutschen beat irgendwann an der rotkarierten petersilie festmachen.
    hjk hat in seinem dicken buch „shakin all over“ eigentlich sehr schön beschrieben, warum das so gekommen ist, vielleicht kommen musste.
    wo also das problem?
    habe mir heute weitere zwei zugelegt: ruhrgebeat und beat-battle. teufel auch, gibt es da gute sachen (und auch ziemlich brutaler mist). bin allerdings erst bei der ruhrgebeat!!
    niemals hätte es diese aufarbeitung der deutschen pop-geschichte ohne hjk gegeben.

    also starship, bevor du schimpfst, mach eine österreichische serie!!! bin gespannt, was da zum vorschein kommt.

    --

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    #2025167  | PERMALINK

    starship

    Registriert seit: 28.12.2002

    Beiträge: 1,474

    @otis

    da käme mal charlie ratzer mit seinen slaves zum vorschein. der ist mit dem titel: slavetime auf dem 2ten nuggets-album vertreten. ein kommando pimperle hätte der ganz sicher nie auf der bühne gesungen, der gute alte charlie. na, und novak´s kapelle mit hypodermic needle falllen mir auch so aus dem stegreif ein.
    von snoopy lies ich da nichts raus. ganz zu schweigen was aus denen später wurde. zu ratzer karl z.b gesellte sich peter wolf, der dann 10 jahre bei frank zappa spielte. charlie selber spielte dann mit der weltelite des jazz in amerika. novak´s kapelle gründete harri stoika, der ebenfalls bis heute musikalisch tätig ist.
    was wurde denn aus den rainbows…?

    wo das problem liegt?
    du hast es schon angesprochen. es ist eine ganze menge brutaler mist dabei. genau das ist es: in der klasse wußte man sofort, daß man einen musikalischen idioten vor sich hatte, wenn er my baby, baby balla balla sang, und dann blärrte er einem hinten nach noch: ah ba-ba-ba- ba-barbara ann in´s gesicht. ich haßte diese kerle!!! die beatles mochten sie nicht, die rolling stones noch weniger, jimi hendrix war ein fremdwort für die, und was eine star-club single ist, oder wer die rattles bzw lords sind- na, das war sowieso ein spanisches dorf für die.
    und jetzt kommt hjk daher und will mir vertickern, daß der scherzartikel namens rainbows, mit ihrer mainzer karnevallsnummer: my baby,baby balla balla kunst ist. 5 bücher kann er noch schreiben, das wird er mir nie und nimmer weis machen können. max ernst und die rainbows… weil diese einfaltspinsel jemals max ernst oder andre breton mit seinem surrealistischen manifest gekannt haben…

    aber er ist mir symphatisch, dieser hjk. weil er so wie ich die prettie things in den sechzigern gesehen hat.
    war aber eine lahme truppe gegen die slaves oder novak´s kapelle :lol:

    --

    #2025169  | PERMALINK

    mikko
    Moderator
    Moderator / Juontaja

    Registriert seit: 15.02.2004

    Beiträge: 34,399

    Hallo Starship,

    zu den Slaves kann ich nix sagen. Novak's Kapelle ist mir als aufmüpfige Hardrock Combo in Erinnerung, die mehr durch Skandale als durch bemerkenswerte Musik auffiel. „Hypodermic Needle“ ist ganz nett, naja…

    Aber die beste österreichische Beatband aller Zeiten waren wohl The Vogue, die leider nur viel zu kurz aktiv waren.

    Ansonsten fand ich Drahdiwaberl immer ganz drollig, wenn auch manchmal weit over the top, wie man so sagt.

    Und in den frühen 80ern gab es natürlich einige tolle Bands wie Chuzpe, Willi Warma, Tom Pettings Herzattacken, The Cosmetics u.a.

    Doch zurück zum Beat der Sixties. Ich glaube ja, HJKs These „Balla Balla ist hohe Kunst“ sollte eher provozieren, als dass sie in letzter Konsequenz ernst gemeint war.
    Nun, die Provokation ist zumindest bei Dir, Starship, gelungen.
    Aber warum soll man Balla Balla eigentlich nicht als Exempel unfreiwilligen Dadaismus betrachten? Und ganz ehrlich, die Spezies Beatfan, die zwar Balla Balla nicht aber die Beatles und/oder Stones kannte und liebte, ist mir noch nicht begegnet.

    --

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    #2025171  | PERMALINK

    starship

    Registriert seit: 28.12.2002

    Beiträge: 1,474

    @mikko

    hjk soll sich dazu selber äußern.

    ich kenn nur die spezies beatfan, die balla balla ablehnte. ich hab den song zur damaligen zeit zum glück nie in einer rock oder beatdisco gehört. das hätte ein wildes pfeifkonzert gegeben. jemand der auf die animals, yardbirds, kinks oder who stand, der hätte die rainbows nicht mal mit der zange angefaßt. war ja nix anderes als eine deutsche schlagerband, bei der tante frieda ihr strickzeug weglegte und nach dem 3ten likörchen mit ihrem papagei zu singen anfing.
    na, und auch was für die unzähligen idioten in meiner klasse. :angry:

    aber jetzt aus geballer ballert. ich verlier über diese fuzziband kein wort mehr.
    mann, wie hab ich die gehaßt, die waren noch schlimmer als die bambis und roy black. vielleicht hat dj ötzi ihre tradition übernommen, oder diese ballermann hitsamplers.
    aus.

    --

    #2025173  | PERMALINK

    hjk

    Registriert seit: 25.05.2004

    Beiträge: 7

    Also, da hab' ich ja ganz schön was losgetreten….

    Ja, ich meinte das schon ERNST mit Balla-Dada-Balla, der Teddy Münster hatte schließlich das surrealistische Manifest in den Berliner Dialekt übertragen, und Rolle hat es damals (unter einer blauen Mülltüte – zu jener Zeit noch ein Unikat) auf dem Kopf stehend bei einem Rückwärtsradrennen auf der Berliner Avus bauchredend vorgetragen. Das soll viele Zuschauer schrecklich erschreckt haben.

    Die Rainbows auf Balla Balla, Kommando Pimperle (das ja der Zensur der Radioaltvorderen zum Opfer gefallen ist – womit wir eine Parallele zu John's Children hätten: „she lifts up her skirt and flies“) sowie Rotkarierte Petersilie zu reduzieren, wird ihnen nicht gerecht. Wenn auch ihre LP klanglich keine Offenbarung ist – wie bei viele deutschen Bands von den Tonmeistern völlig ruiniert – so zeigt sie doch, wo sie anzusiedeln sind. Und 'Tubon' ist hier immer wieder ein gern gesehener Gast auf dem Plattenteller. Ich habe die Rainbows mal live gesehen, wahrscheinlich zusammen mit David Garrick (?), und da sind sie mir nicht negativ aufgestoßen, d.h. so schlecht können sie nicht gewesen. Genaueres weiß ich nicht mehr, da sit vieles verschüttet, es ging ja alles so schnell. Die Kinks allerdings waren musikalisch keine Offenbarung auf ihrer MP-Tournee. Nöliger Gesang und einen schlechten Leadgitarristen – und da wurden damals ja besondere Maßstäbe angelegt. Ich habe trotzdem fleißig meine Kinks-Platten (bis 'Days') gekauft. Später habe ich dann verstanden, warum Ray Davies kein Problem damit hatte, James Patrick Page die Leadgitarre auf den Kinks-Studioaufnahmen spielen zu lassen. Sonst klängen 'Cadillac', 'I just can't go to sleep' und 'Bald-headed woman' sicher anders. Immerhin, zwei saubere Gitarrensoli liefern die Rainbows bei 'Balla Balla' ab.

    Starship (hoffentlich nicht Jefferson) hat ja seine 70er Popmucke ordentlich drauf, da kennt er sich aus.. also ich könnte kein Zitat aus einer Silver Convention bringen! Dafür kann ich eben 'Balla Balla' zitieren (und Clash '1977'), aber dafür fällt mir eine dritte gute Single aus Österreich ein: The Hubbubs 'The yellow cat' b/w 'Where the horizon ends'. Aber wollen wir jetzt wirklich alles gegeneinander aufrechnen…? WIr können das dann ja auf die Einwohnerzahl hochrechnen, und Österreich kommt, dann auf einen guten 60er-Jahr-Song pro 498658 Einwohner und Spanien auf 122891 und Portugal auf 4997352….

    Also, Starship, daß mit der 'Barbara Ann' verstehe ich nicht… bezog sich das auf die Beach Boys? (Oder auf die Rivets? Ha!) Wenn ich deinen Satz so lese, würde ich doch energisch wiedersprechen, falls es sich auf die Beach Boys bezieht. Auch teile ich keineswegs die Meinung von Otis, der so klar zwischen Gut und Böse, zwischen Klasse und Mist (brutaler gar) unterscheiden kann. Natürlich sind auf der Ruhrgebeat Songs, die nicht 100% meinen Geschmack treffen, aber dafür den von anderen, für die ja auch diese CDs gemacht werden. Natürlich spielen The Rickets auf 'Rickets special' schrecklich falsch, und gerade deshalb sagt es so viel aus, und es steht dokumentarisch an der richtigen Stelle. Und wer den Film der 4 Musketiere („Entweder man kommt ganz groß raus“) gesehen hat, weiß, warum eigentlich kein anderes Stück auf der CD sein konnte – auch nicht ihr völlig überzogenes 'Till the end of the day'.

    Diese CDs sollen ja mehr sein, als das Abbild meines (Garagenrock-) Geschmacks, sie sollen ein Bild der Szene bieten, und die bestand in Frankfurt eben nicht nur aus den Raves (die vielleicht 1 oder 2 x pro Wochenende spielten, weil es für mehr kein Publikum gab) sondern auch aus Heiko Henss & The Comets (die 6 Tage pro Woche über viele Jahre engagiert waren). Natürlich sind letztere zu berücksichtigen, und wer dies nicht akzeptieren will oder kann, der sollte sich seine 'Best-Of-CDs' kompilieren, dann hat er doch alle Freude, die er will. Im Gegensatz zu anderen Comps kriegt er bei Bear Family beste Tonqualität, d.h. vorsichtig geremasterte Überspielungen von den Originalbändern und damit einen Sound, der sich hören lässt.

    Ich unterstelle jetzt mal ganz gewagt, daß es in den 60ern und heute mehr leute gibt, die 'Balla Balla' gut finden als 'I'm a man' von den Yardbirds. So ist es halt, und das ist auch gut so, denn auf diese Weise kann ich mich elitär fühlen.

    Ich bin ganz beglückt, daß das Starship mich sympathisch findet, weil ich The Pretty Things gesehen hab… ich kann ihm sagen, daß ich auch The Pretty Things II gesehen habe, und die kamen aus dem Ruhrgebiet! Und 'Balla Balla' hab ich in einer Disko nie gehört, denn als die 1967 aufkamen, war das Ding schon lange durch, und es hätte keine Veranlassung egeben, das Teil zu spielen, stattdessen gab's 'I won't be there' von den Equals.

    Die Yardbirds haben mit 'The train kept a-rollin'' ja einen Meilenstein abgeliefert, oder mit 'Happenings ten years' time ago', aber deshalb wird man Brian Poole and the Tremeloes oder Howie Casey and The Seniors nicht die Berechtigung absprechen. So ist das halt, das eine ist nicht das andere. Obwohl mir lange nicht alles gefällt, was The Yardbirds da auf Platte als Nachlass hinterlassen haben. Was soll es also – es gibt so viel schöne Musik, erfreuen wir uns daran. Jetzt habe ich die ganze Rainbows CD noch einmal abgespielt, und, oh Wunder, wie schön ist 'It must be love', wie gut kommt mir ihre LP, trotz aller aufnahmentechnischer Mängel… 'I sure know a lot about love', das hätte ich denen damals geglaubt.

    Jetzt fiele mir noch so vieles ein – das Adolf Galden, The Muddy Waters, im Vorprogramm von Frank Zappa auf der Bühne war. Er ist einfach hoch und hat losgelegt und war nicht mehr von der Bühne zu zerren…. und das der Team Beats Berlin-Medley am Ende der Berlin-Szene-CD ein Meisterwerk ist, und daß The Ones ('Lady Greengrass') unglaublich sind….

    Tja, The Vogue, Mikko, those were the days, da dachte ich noch, wir gingen musikalisch auf eine neue Ära zu… aber danach ging's eigentlich nur bergab… na ja, nicht so ganz….

    hjk

    --

    #2025175  | PERMALINK

    otis
    Moderator

    Registriert seit: 08.07.2002

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    Originally posted by hjk@1 Jun 2004, 02:32
    Auch teile ich keineswegs die Meinung von Otis, der so klar zwischen Gut und Böse, zwischen Klasse und Mist (brutaler gar) unterscheiden kann. Natürlich sind auf der Ruhrgebeat Songs, die nicht 100% meinen Geschmack treffen, aber dafür den von anderen, für die ja auch diese CDs gemacht werden. Natürlich spielen The Rickets auf 'Rickets special' schrecklich falsch, und gerade deshalb sagt es so viel aus, und es steht dokumentarisch an der richtigen Stelle. Und wer den Film der 4 Musketiere („Entweder man kommt ganz groß raus“) gesehen hat, weiß, warum eigentlich kein anderes Stück auf der CD sein konnte – auch nicht ihr völlig überzogenes 'Till the end of the day'.

    hjk
    bei allem dokumentarischen wert, aber das „rickets special“ ist für mich ziemlich unanhörbar. ansonsten unterscheide ich gar nicht so sehr zwischen klasse und mist. aber dies als tr. 1 hat mich zunächst doch etwas verschreckt. :lol:

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    #2025177  | PERMALINK

    starship

    Registriert seit: 28.12.2002

    Beiträge: 1,474

    @hjk

    also daß die rainbows den dadaismus kannten, hätte ich nicht gedacht.
    liegt wahrscheinlich daran, daß ich in dieser zeit mit beatgruppen rumhing, denen ich mit meinen 15 jahren, zeigen mußte wie man einen dreiblatt baut. ismus kannten die nur einen: nämlich den egoismus. wollte da doch einer glatt den joint für sich alleine rauchen. hing da, und zog und zog…ich mußte ihn empört darauf hinweisen, daß man nur drei züge rauchen darf und dann nach links weitergibt. bei max ernst hätte der doch glatt auf einen radrennfahrer getippt, oder fallschirmspringer… was weiß ich.

    ich meinte barbara ann von den beach boys. allerdings sangen meine mitschüler den song erst einige monate später, nachdem er mir bei den ohren raushing.
    vom aussehen her fand ich diese band allerdings äußerst uncool, wie man heutzutage zu sagen pflegt. damals waren sie mir einfach nicht läßig genug. da hätte mir diese band auf deinem buchumschlag weitaus besser gefallen:

    wer ist denn das? waren das die german bonds?

    übrigens danke für deine schönen seiten. schmökere gerade eifrig darin.

    http://www.shakin-all-over.de/shakin.htm

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    #2025179  | PERMALINK

    otis
    Moderator

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 22,557

    hj klitsch ist wohl nicht so häufig hier, deshalb von mir die antwort:
    auf dem cover sind das die kentuckys.

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    #2025181  | PERMALINK

    starship

    Registriert seit: 28.12.2002

    Beiträge: 1,474

    Originally posted by otis@1 Jun 2004, 14:43
    hj klitsch ist wohl nicht so häufig hier, deshalb von mir die antwort:
    auf dem cover sind das die kentuckys.

    sehen gut aus, die jungs. mir fällt da auf, daß man früher die gitarren höher getragen hat. irgendjemand muß dann auf die idee gekommen sein, die ledergürtel länger zu machen. der gitarrenhals wirkte dann mehr wie ein reserveschwanz oder maschinengewehr, weil der gitarrenkörper direkt aus dem unterlaib rauskam.
    der in der mitte sieht ein wenig aus wie mark bolan, so von der augenpartie.

    kennt da wer ian (jan?) &the zodiacs? von denen hatte ich mal eine star-club single.

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