Jazz-Glossen

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  • #7660377  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Kalaparusha ist ein Gigant, verdammt nochmal!
    Scheiss-Amis, entschuldige, aber diese Art Geschichte ist schon verdammt enttäuschend!

    Der Kommentar von Sita (oder „Sita“?) kratzt wohl etwas tiefer – sieht mal nicht nach „drama in times of internet“ aus. Klingt alles nach einer ziemlich krassen Geschichte… wäre jedenfalls spannend, wenn’s da mal ein tiefer schürfendes Interview zu lesen gäbe!

    Den Film hab ich mir übrigens noch nicht anschauen können, aber danke schonmal für den Link!

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM - Corona-Extraprogramm im April und Mai: gypsy goes jazz, #99: 14.4., 22:00 (mit McCoy Tyner, Mike Longo u.a.); #100: Tenor Giants - Yusef Lateef (1920-2013), 12.5., 21:00 (2 Stunden!); #101: 9.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #5: The Pain and Joy of ZA Jazz, 23.4., 22:00 | No Problem Saloon, #14: Funky Longtracks, 11.4., 20:30; #15: 28.4., 21:00 | nicht verpassen: Die große Versteigerung, 28.3., 20:00
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    #7660379  | PERMALINK

    alexischicke

    Registriert seit: 09.06.2010

    Beiträge: 1,776

    Kann man den Mann irgendwie helfen? Er müsste doch in Europa Engagements finden!

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    #7660381  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 41,969

    redbeansandriceund der Nachschlag zum Kalaparusha Artikel, “Tell him Sita said that woman he’s with now don’t look like Charlies Parker’s Chan to me! (he’ll know what I mean by that). „

    Ich zitiere das mal komplett aus Gründen der Dokumentation:

    Sita Difda
    February 16, 2010 at 10:52 pm

    I enjoyed seeing the pictures of Kalaparusha and I look forward to seeing your film.

    The woman he is with is not is wife. His wife is his daughter Debbie’s mother, his high school sweetheart he got pregnant in high school and had to marry. Ask him about the college football scholarship he gave-up to marry Debbie’s mom.

    Don’t forget his Woodstock years. Ask him how he got to New York and don’t believe the lie that his mother told him to move to New York. I moved him out of his mother’s house and we came to New York together. My idea not his or his mother’s, Mine!

    Ask him to tell you the story of the Volkswagon with hole in the floor and the failed electric system, we named the car the blue bomb. We saw every mile between Chicago and Woodstock, through that hole in floor of that blue Volkswagon. It started to rain and the lights went out on the car. We didn’t even have headlights. I had to stick my head out the window to help guide the car and the back window blew out on the Tappen Zee Bridge.

    Ask him to tell you about the time he missed his airflight to Europe because he went by subway to buy cocaine uptown at Manny’s house instead of the train-to-the plane at JFK and how his band and the tour promoter were waiting for him to get off the plane in Luxenberg and he was still back in Brooklyn and never made the tour.

    Ask him about doing drugs with Miles Davis, Leroy Jenkins and Jerome Cooper in the early 80′s at Miles’ Brownstone. Please, please ask him why he loves drugs more than he loves himself.

    Ask him about the time Clive Davis called our apartment in Brooklyn because he wanted to buy a master tape from one of Dif’s (that’s what I called Kalaparush) European tours I arranged and how he left an entire briefcase of master tapes on the subway and showed up at Clive Davis’ office empty-handed and Clive told him to come back after he found the tapes and never did.

    Tell him I said this is chance to document his life and he should tell you the truth because he’s going to be really BIG after he dies, just like I told him during the 10 or 11 years we were together. Tell him I said I still have my finger on the pulse of the public and the truth is better than any lie he can tell. Please ask him to put his Aries pride and Southside ego on the back burner and document his real life. Tell him Sita said that woman he’s with now don’t look like Charlies Parker’s Chan to me! (he’ll know what I mean by that).

    And would you please tell him that my son James graduated from College with two degrees music and english and is living and working 2 jobs in California one music and one to make sure he can always pay his rent, Melvin’s doing fine and I’m alive and well and living in New Jersey and got a college degree myself finally at age 49. Sometimes I miss him but I don’t miss being broke and unable to pay the rent or buy food or his drug use. And please tell Debbie I said hello and I hope her and her children are doing fine.

    And thank you for documenting Kalaparusha’s life. His name is Kalaparush(a) Maurice McIntyre or Kalaparusha Ahra Difda. It is not Kalo. Peace…

    --

    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
    #7660383  | PERMALINK

    katharsis

    Registriert seit: 05.11.2005

    Beiträge: 1,737

    Der Film ist sehr eindrücklich und vom Material her auch interessant anzusehen.
    Ja, es ist schade einen Musiker, der noch dazu mit anderen spannenden Musikern gespielt hat, so zu sehen.
    Ich glaube aber nicht unbedingt, dass das System alleinig schuld ist (s. das Interview mit Sita). Trotzdem ist New York voll von diesen krassen Gegensätzen. Menschen, die begabt sind müssen sich in den Subways vor anderen zum Affen machen, oder sonst versuchen Geld zu verdienen. Während das anderen, weit weniger begabten Menschen in den Schoß fällt. Tragisch…

    --

    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
    #7660385  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 2,282

    alexischickeKann man den Mann irgendwie helfen? Er müsste doch in Europa Engagements finden!

    Der Link zum Film ist seit Montag an diversen Stellen im Netz zu finden, von daher wäre es gut, wenn möglichst viele (die richtigen) Leute jetzt darauf aufmerksam werden und dadurch eventuell aktiv werden.

    Ich könnte aber nicht sagen, ob ihm Engagements in Europa helfen würden (Tourstress? Kritische Gesundheit?). Gute ärztliche Versorgung, ausreichend Nahrung, Kleidung, vernünftige Royalities/ausreichend Geld auf dem Konto u. vieles mehr hätte da vermutlich erstmal Vorrang. Vielleicht auch durch Spenden, denn das Spielen in der Subway bringt sicherlich nicht viel ein (20-30$ an guten Tagen?).

    --

    #7660387  | PERMALINK

    alexischicke

    Registriert seit: 09.06.2010

    Beiträge: 1,776

    Bekommt er denn nichts von seinen Plattenaufnahmen?

    Wann hat er denn mit Miles gespielt?

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    #7660389  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 2,282

    alexischickeBekommt er denn nichts von seinen Plattenaufnahmen?

    Wann hat er denn mit Miles gespielt?

    Das ist so eine Sache, ist deine Musik in einer bekannten Network-Fernsehserie (Cosby, Sopranos etc.) zu hören, gibt es auch entsprechende Abrechnungen, vorrausgesetzt man besitzt die Rechte an der eigenen Musik. Dann kommen die Royalties öfters rein. Airplay bringt sicherlich nicht ganz so viel ein. Für viele Musiker sind das wichtige Einnahmen, besonders die
    Network-Geschichten. Die 2. Frage kann ich dir nicht beantworten.

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    #7660391  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 41,969

    Bei einem desaströsen Auftritt von Miles Davis in Chicago 1974, als er auf die Bühne ging und einfach spielte bis Miles aus Wut die Band stoppte. Miles suchte damals nach einem neuen Saxophonisten, da David Liebman die Band verlassen wollte. Pete Cosey schlug Kalaparusha vor und Miles stimmte zu, er solle beim nächsten Konzert mitspielen. Kalaparusha erschien ja auch mit dem oben beschriebenen Ergebnis. Miles war so wütend, dass er Cosey feuern wollte, bis der ihn daran erinnerte, dass es eigentlich so vereinbart war. Aber natürlich hatte Miles kein Interesse mehr, Kalaparusha in seine Band aufzunehmen. Er entschied sich für Sonny Fortune.

    Paul Tingen: Miles Beyond, S. 161f.
    http://www.thelastmiles.com/interviews-pete-cosey.php

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    #7660393  | PERMALINK

    alexischicke

    Registriert seit: 09.06.2010

    Beiträge: 1,776

    Achso,dann wars ja gerade mal ein Konzert.In Amerika gab es mal die ASCAP,die sich genau um solche Künstler gekümmert hat.

    Aber er muss was erhalten wenn er die Plattenaufnahmen aufnimmt? Es gibt sicherlich einen Käuferkreis für diese Aufnahmen,davon müsste er auch was erhalten.
    Alex

    --

    #7660395  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 2,282

    alexischicke.
    Aber er muss was erhalten wenn er die Plattenaufnahmen aufnimmt? Es gibt sicherlich einen Käuferkreis für diese Aufnahmen, davon müsste er auch was erhalten.

    Ich kann nichts zu den Verträgen sagen. Aber manchmal machen die Vertragspartner Festpreise pro Album aus. Dann gibt es einmal (richtig) viel Geld, später noch ein wenig durch die Verkäufe und das war’s dann. Das reicht nicht ewig, weswegen hauptberufliche Musiker auf möglichst viele Gigs angewiesen sind. Ein Teufelskreis ist das….Ein Label wie z.B. Delmark hat sicher begrenzten Spielraum und die scheinen noch sehr korrekt zu sein. Die begleitenden Musiker müssen auch noch bezahlt werden…

    --

    #7660397  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 7,006

    Delmark haben Kalaparusha immerhin irgendwann einen Job in der Versandabteilung gegeben, als es nötig war, ist aber lange her… selbst ohne Festpreise – von einer Karriere wie McIntyres kann man vermutlich selbst mit sehr großer Disziplin (die hier auch nicht immer da war) nicht richtig toll leben, ohne Studiojobs, Unterrichten,… oder eben Straßenmusik; weiß nicht wieviele Platten er verkauft – viele werden es nicht sein (und wenn du im Forum guckst, wirst du sehen, dass die meisten Humility… kaufen – wovon er vermutlich am wenigsten hat)

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    .
    #7660399  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 41,969

    Außerdem ist er offensichtlich ein langjähriger Drogenabhängiger, was – neben anderen Schwierigkeiten – ein finanziell aufwändiger Lebensstil ist.

    --

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    #7660401  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 7,006

    und wer beim Drogenkaufen Tourneen verpasst wird auch nicht mehr so gerne gebucht… McIntyre lebt ja nicht auf der Straße, er arbeitet dort bloß – so deprimierend das ist, es ist nicht selbstverständlich, Sonny Simmons etwa hat lange auf der Straße gelebt, bevor er in den letzten Jahren seine Karriere wiederbeleben konnte… diese Freejazzer aus der zweiten Reihe haben es grad in Amerika nicht leicht, ist ja auch nicht überraschend…

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    #7660403  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 41,969

    So ist es leider.

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    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
    #7660405  | PERMALINK

    alexischicke

    Registriert seit: 09.06.2010

    Beiträge: 1,776

    Ja die Musik hören nicht zuviele,trotzdem denke,dass er hier in Europa schon Jazzclubs füllen könnte.

    Aber wenn man da keine Diziplin hat,kann man das eh vergessen.

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