Gute Texte – mit Begründung!

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  • #7264665  | PERMALINK

    pink-nice

    Registriert seit: 29.10.2004

    Beiträge: 27,368

    I´ll see you in my Dreams….vom „Concert for George“–Video
    hab den gesungenen Text mal mit geschrieben

    Lonely days are long
    Twilight sings a song
    of the happiness,that used to be

    Soon my eyes will close
    soon i find repose
    ending dreams, you always
    near to me

    I´ll see you in my dreams
    someone took you out of my arms
    still i feel the thrill of your charms

    Lips that once were mine
    tender eyes that shine
    they will light my way tonight
    I´ll see you in my dreams

    Begründung:
    Weil der Song einen wirklich Bewegt hat…so voller Trauer und Wehmut und doch lebt er ihm Herzen weiter.

    --

    Wenn ich meinen Hund beleidigen will nenne ich ihn Mensch. (AS) „Weißt du, was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst. Und wenn's so richtig Scheiße ist, dann ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.“
    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #7264667  | PERMALINK

    amadeus

    Registriert seit: 04.12.2003

    Beiträge: 10,741

    pink-niceI´ll see you in my Dreams….vom „Concert for George“–Video

    Begründung:
    Weil der Song einen wirklich Bewegt hat…so voller Trauer und Wehmut und doch lebt er ihm Herzen weiter.

    Zustimmung. Hierbei kann man schon mal Gänsehaut bekommen. Er wird auch sehr ergreifend von Joe Brown gesungen. Ein starker Abschluss eines tollen Konzertes.

    --

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    #7264669  | PERMALINK

    amadeus

    Registriert seit: 04.12.2003

    Beiträge: 10,741

    Klaus Hoffmann – Blinde Katharina

    In einem seiner besten Lieder singt Klaus Hoffman von der blinden Katharina, und verweist darauf, was ein Sehender von einer Blinden lernen kann. Sehr ergreifend ist die letzte Strophe : „Blinde sind wie Kinder, deren Herzen man zerbricht. Sie wollen auch im Winter nur ans Licht, nur ans Licht“.

    Blinde Katharina

    Sie trägt auf ihrem Kleide
    Phosphorfarben für die Nacht,
    für sie ist immer Schweigen,
    ob sie redet oder lacht.
    Ihre Augen sind die Hände,
    sie erkennt dich durchs Gehör,
    in ihrer Welt sind viele Wände,
    die sieht sie bloß nicht mehr.

    Refrain:
    Katharina mach mir Mut und halte mich,
    gibt’s morgen auch kein Wiedersehen,
    ich bin doch der Blinde darum führe mich,
    du kannst im Dunkeln gehn.
    Nur weil ich vermute, daß ich sehend bin,
    brauch‘ ich doch nichts erkennen.
    Komm wir schmeißen einfach alle Regeln hin,
    du zeigst mir, wie man sieht.

    Sie lehrt mich aus der Stille,
    wie man wartet, wie man schweigt,
    und zeigt aus Herzensfülle,
    mal Zorn, mal Heiterkeit.
    Wenn sie liebt, dann ist nur Liebe,
    wenn sie haßt, dann ist nur Haß,
    alles, was sie tut, ist jetzt sofort
    mit unbegrenztem Spaß.

    Refrain

    Blinde sind wie Kinder,
    deren Herzen man zerbricht,
    sie wollen auch im Winter
    nur ans Licht, nur ans Licht.

    Refrain

    --

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    #7264671  | PERMALINK

    mikko
    Moderator
    Moderator / Juontaja

    Registriert seit: 15.02.2004

    Beiträge: 34,399

    bullschuetzDanke für den Hinweis! Ich werde der Spur demnächst mal folgen.
    Und Degenhardt, Mossmann, Süverkrüpp – womöglich auch alle anhörbar?!

    Degenhardt zum Teil auch, Mossmann und Süverkrüp kenne ich zu wenig, jedenfalls jenseits ihrer Agitprop Songs.

    --

    Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 19. September 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 17. September 2019 von 20 - 21 Uhr mit US Garage & Psychedelic Sounds der Sixties!
    #7264673  | PERMALINK

    beetlejuice

    Registriert seit: 15.01.2008

    Beiträge: 7,606

    Dieser Text hat mich aufgrund seiner Bildsprache sehr bewegt. Außerdem habe ich mich mit meinem Seelenzustand sehr darin wiedergefunden.

    EOC, Weisses Papier

    Ich nehm deine Katze und schüttel sie aus
    Bis alles herrausfällt
    Was sie jemals aus meiner Hand fraß
    Später klopf ich noch den Teppich aus
    Und find ich ein Haar von mir darin
    Dann steck ich es einfach ein
    Nichts soll dir böse Erinnerung sein
    Verraten was ich dir gewesen bin
    Sag nicht,dass das gar nicht nötig wär
    Denn schmerzhaft wird es erst hinterher
    Wenn wieder hochkommt was früher mal war
    Dann lieber so rein,so dumm sein wie weißes Papier
    Auch werd ich in Zukunft ein Anderer sein
    Als der den du in mir sahst
    Die Hose die du mir gehäkelt hast
    Werf ich in den Container der Heilsarmee ein
    Ich ess auf dem Fussboden aus der Hand
    Seh mir jeden Trickfilm im Fernsehn an
    Alles was du nicht magst lob ich mir
    Ich werd einfach so rein,so dumm sein wie weißes Papier
    Nichtmal das Meer darf ich wieder sehn
    Wo der Wind deine Haare vermisst
    Wo jede Welle ein Seufzer
    Und jedes Sandkorn ein Blick von dir ist
    Am Liebsten wär ich ein Astronaut
    Und flöge auf Sterne wo gar nichts vertraut und versaut ist
    Durch eine Berührung von dir
    Ich werd nie mehr so rein,so dumm sein wie weißes Papier

    --

    [/SIZE][/FONT]A Supposedly Fun Thing I'll Never Do Again.[/B]
    #7264675  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 14,777

    blinde katharina, finde ich, ist ein ganz schlimmes, kitschiges lied… ich find, daran kann man ziemlich klar sehen, wie gut der wegener text ist; der wegener text mag zwar sprachlich ein bißchen holpern, aber er hat fast nichts schmieriges, anbiederndes (was bei dem thema echt schwer ist) und eine botschaft die gut verpackt aber handfest und wichtig ist (eine ebene: wie ich oben mal geschrieben hab „seid nett zu kindern dann werden sie nicht so wie armselig wie ihr“, andere ebene: was bullschuetz geschrieben hat); bei „blinde katharina“ find ich die erste strophe ein bißchen dick aufgetragen, „phosphorfarben für die nacht“, aber noch ziemlich gut, danach driftet es ab, heftig gedichtet und wenig dahinter… [fairerweise: ich verbinde grausige erinnerungen mit dem lied]

    --

    .
    #7264677  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 14,777

    ich glaub, von der technischen seite her ist leonard cohen mein lieblingstexter… kann gar nicht mal sagen, dass ich seine musik besonders mögen würde, und mit den themen der texte kann ich auch nicht sooo viel anfangen, oft, sehr fromm/religiös interessiert, noch egozentrischer als die meisten, und dann das frauenbild… :lol: aber zum Beispiel der Text unten, wirkt so mühelos und klar, dass es echt beeindruckend ist, fast alles sätze wie man sie auch sprechen würde (gelegentlich) und eine clever gewählte Perspektive (solche Briefe schickt man nie ab, aber man arbeitet ständig an ihnen, meine Einschätzung), Lieblingsstelle ganz klar „Yes, and thanks, for the trouble you took from her eyes I thought it was there for good so I never tried.“

    Famous Blue Rain Coat

    It’s four in the morning, the end of december
    I’m writing you now just to see if you’re better
    New york is cold, but I like where Im living
    There’s music on clinton street all through the evening.

    I hear that you’re building your little house deep in the desert
    You’re living for nothing now, I hope you’re keeping some kind of record.

    Yes, and jane came by with a lock of your hair
    She said that you gave it to her
    That night that you planned to go clear
    Did you ever go clear?

    Ah, the last time we saw you you looked so much older
    Your famous blue raincoat was torn at the shoulder
    You’d been to the station to meet every train
    And you came home without lili marlene

    And you treated my woman to a flake of your life
    And when she came back she was nobodys wife anymore.

    Well I see you there with the rose in your teeth
    One more thin gypsy thief
    Well I see janes awake —
    She sends her regards.

    And what can I tell you my brother, my killer
    What can I possibly say?
    I guess that I miss you, I guess I forgive you
    I’m glad you stood in my way.

    If you ever come by here, for jane or for me
    While your enemy is sleeping, and his woman is free.

    Yes, and thanks, for the trouble you took from her eyes
    I thought it was there for good so I never tried.

    And jane came by with a lock of your hair
    She said that you gave it to her
    That night that you planned to go clear

    — sincerely, l. cohen

    [im grunde geht es mir mit sven regener ähnlich, wenn auch aus andere gründen, ist so berlinerisch und ein bißchen viel whisky aus zerbrochenen kaffeetassen, aber er kann toll schreiben]

    --

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    #7264679  | PERMALINK

    amadeus

    Registriert seit: 04.12.2003

    Beiträge: 10,741

    redbeansandrice[fairerweise: ich verbinde grausige erinnerungen mit dem lied]

    Das relativiert aber deinen Kommentar sehr. Ich empfinde „blinde Katharina“ üerhaupt nicht als kitschig. Verbindest du nur grausige Erinnerungen an dieses Lied oder an Klaus Hoffmann allgemein?

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    #7264681  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 14,777

    AmadeusDas relativiert aber deinen Kommentar sehr. Ich empfinde „blinde Katharina“ üerhaupt nicht als kitschig. Verbindest du nur grausige Erinnerungen an dieses Lied oder an Klaus Hoffmann allgemein?

    mein sportlehrer hat das jedes jahr an weihnachten im schulgottesdienst gesungen… und er hat es definitiv auf die kitschigste art gelesen, auf die man es nur lesen kann… hör mir das original bald mal an… hab immer einen bogen um klaus hoffmann gemacht…;-)

    --

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    #7264683  | PERMALINK

    amadeus

    Registriert seit: 04.12.2003

    Beiträge: 10,741

    redbeansandricemein sportlehrer hat das jedes jahr an weihnachten im schulgottesdienst gesungen… und er hat es definitiv auf die kitschigste art gelesen, auf die man es nur lesen kann… hör mir das original bald mal an… hab immer einen bogen um klaus hoffmann gemacht…;-)

    Oje. Welches Lied wäre unter diesen Umständen nicht kitschig? ;-)

    --

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    #7264685  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 5,775

    „Famous Blue Raincoat“ und „Weißes Papier“ gehören natürlich in diesen Thread, aber bei „Blinde Katharina“ bin ich mir nicht so sicher. Der Refrain kommt mir nicht besonders kunstvoll vor und beruht auf einem albernen Wortspiel mit „Sehen“ und „Einsehen“: „Nur weil ich vermute, daß ich sehend bin, brauch‘ ich doch nichts erkennen“. Freilich, aber Gehör und Tastsinn, mit denen Katharina sich orientiert, haben auch nicht mehr mit Erkenntnis zu tun (einem Akt des Denkens) als der Gesichtssinn – und was immer man von Katharina lernen kann, hat nichts damit zu tun, dass sie „im Dunkeln gehen“ kann. Der Gegensatz und die Umkehrung (die „Blindheit“ des Sehenden, der von der Blinden lernt, wie man „sieht“) funktionieren nur über dieses uralte Sprachbild der „Einsicht“, die Gewohnheit, Erkenntnis mit visuellen Metaphern zu umschreiben. Das ist kein origineller Einfall und es ist auch nicht besonders „erhellend“. Wenn man darauf einen Song aufbaut, steht der auf schwankendem Grund.

    Und in der letzten Strophe kann ich nicht viel Sinn erkennen – vielleicht ist es doch eher die Musik, die „ergreifend“ ist und nicht der Text?
    „Blinde sind wie Kinder, deren Herzen man zerbricht, sie wollen auch im Winter nur ans Licht, nur ans Licht.“
    Also: Kinder, deren Herzen man zerbricht, wollen auch im Winter nur ans Licht, und Blinde sind genauso. Die Frage ist, was das heißen soll. Wörtlich verstanden, ist es nur banal: Klar wollen auch Blinde mal raus in die Sonne und gerade im Winter ist es wichtig für das Wohlbefinden, dass man genügend Tageslicht bekommt; das hat aber nichts mit Kindern in Not zu tun und gilt nicht nur für Blinde. Also muss man das „Licht“ irgendwie anders verstehen. Wenn es um das „Licht der Erkenntnis“ gehen soll – und die anderen Strophen legen es nahe, an dieses uralte Sprachbild zu denken -, dann bleibt die Frage, wie der Winter ins Spiel kommt – das Streben nach Erkenntnis hat nichts mit Jahreszeiten zu tun. Und falls es nicht in erster Linie um die Aussage geht, sondern um das poetische Bild (das ist bei einem Songtext anzunehmen), dann sind diese Zeilen einfach nicht gut: Das „Licht im Dunkeln“ ist so ziemlich das älteste Klischee, das man auftreiben kann – daran haben sich schon die alten Propheten gewärmt („In der Dunkelheit scheint ein helles Licht“, Jesaja). Solche Sprachbilder gehören in einen Salzstock eingelagert und nicht in einen Songtext. Zumal hier auch noch die Kitsch-Warnlampe flackert, wie immer, wenn „Kinder“ und „Herzen“ im selben Satz auftauchen – das ist nur noch erlaubt, wenn es um Kardiologie geht.

    --

    To Hell with Poverty
    #7264687  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    AmadeusKlaus Hoffmann – Blinde Katharina

    In einem seiner besten Lieder singt Klaus Hoffman von der blinden Katharina, und verweist darauf, was ein Sehender von einer Blinden lernen kann. Sehr ergreifend ist die letzte Strophe : „Blinde sind wie Kinder, deren Herzen man zerbricht. Sie wollen auch im Winter nur ans Licht, nur ans Licht“.

    Fuuu! Interessant, wie verschieden die Wahrnehmungen sein können. An diesen Zeilen passt für mich wirklich gar nichts: Mich stört die Kombination von ironiefreiem Pathos und abgegriffenem Bild in der ersten Zeile (gegen das Klischee vom zerbrechenden Herzen an sich habe ich nichts, im eingangs von mir erwähnten „I didn’t have any summer romance“ kommt es auch vor), mich stört bei einem Lied, das so einen hohen, weihevollen Ton anschlägt, der achtlos dahintergestolperte Reim Kinder/Winter (der mir bei einem Text, der sich selber nicht gar so wichtig nimmt, einem Text, der nicht so offensiv auf hochliterarisch getrimmt und rausgeputzt ist, überhaupt nicht stören würde), und mich verärgert und verstimmt, dass diese Worte zwar mit aller Gewalt wichtig und bedeutsam und tiefsinnig klingen wollen, aber in Wahrheit so wenig an Sinn enthalten: Warum sollen Blinde wie Kinder sein, was ist denn das für ein wohlwollend herablassender Stuss?!
    Na, ich will niemanden verletzen, der mit diesem Lied viel verbindet. Aber für mich taugt das nichts.

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    #7264689  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 45,233

    Go1
    Und in der letzten Strophe kann ich nicht viel Sinn erkennen – vielleicht ist es doch eher die Musik, die „ergreifend“ ist und nicht der Text?
    „Blinde sind wie Kinder, deren Herzen man zerbricht, sie wollen auch im Winter nur ans Licht, nur ans Licht.“
    Also: Kinder, deren Herzen man zerbricht, wollen auch im Winter nur ans Licht, und Blinde sind genauso. Die Frage ist, was das heißen soll. Wörtlich verstanden, ist es nur banal: Klar wollen auch Blinde mal raus in die Sonne und gerade im Winter ist es wichtig für das Wohlbefinden, dass man genügend Tageslicht bekommt; das hat aber nichts mit Kindern in Not zu tun und gilt nicht nur für Blinde. Also muss man das „Licht“ irgendwie anders verstehen. Wenn es um das „Licht der Erkenntnis“ gehen soll – und die anderen Strophen legen es nahe, an dieses uralte Sprachbild zu denken -, dann bleibt die Frage, wie der Winter ins Spiel kommt – das Streben nach Erkenntnis hat nichts mit Jahreszeiten zu tun. Und falls es nicht in erster Linie um die Aussage geht, sondern um das poetische Bild (das ist bei einem Songtext anzunehmen), dann sind diese Zeilen einfach nicht gut: Das „Licht im Dunkeln“ ist so ziemlich das älteste Klischee, das man auftreiben kann – daran haben sich schon die alten Propheten gewärmt („In der Dunkelheit scheint ein helles Licht“, Jesaja). Solche Sprachbilder gehören in einen Salzstock eingelagert und nicht in einen Songtext. Zumal hier auch noch die Kitsch-Warnlampe flackert, wie immer, wenn „Kinder“ und „Herzen“ im selben Satz auftauchen – das ist nur noch erlaubt, wenn es um Kardiologie geht.

    Auch dann, wenn der Salzstock vielleicht gar nicht dicht ist und nur aufgrund gefälschter Gutachten…. äh, Entschuldigung.

    Ich habe sehr gelacht, Go1. Auch wenn es Amadeus schmerzen mag, der Text verdiente es, auseinandergenommen zu werden. Gerade an den letzten Zeilen ist etwas unechtes, etwas, das mich vermuten lässt, dass hinter diesem Song keine echten Erlebnisse oder Erfahrungen stehen, sondern hier nur ein mit Emotionen behafteter Topos verarbeitet wird: Blinde erregen Mitleid bei Sehenden – und davon handelt dieses Lied. Mit Blinden oder Blindsein hat das nichts zu tun.

    --

    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
    #7264691  | PERMALINK

    mozza
    Captain Fantastic

    Registriert seit: 26.06.2006

    Beiträge: 83,739

    Wer weiß schon, wie es ist, blind zu sein, außer den Blinden?

    --

    when there's nothing left to burn, you have to set yourself on fire
    #7264693  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 31,786

    Einfach mal die Augen zu machen, Mozza.

    --

    Hold on Magnolia to that great highway moon
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