Startseite › Foren › Über Bands, Solokünstler und Genres › Solokünstler › Elvis Presley
-
AutorBeiträge
-
Ich finde Elvis Phrasierung immer sehr gospellastig, auch bei den Sun Sessions. Seine Art zu singen hat Gospel, ob nun schwarz oder weiss lasse ich mal dahingestellt, sehr geprägt. Die Dynamik und auch Improvisation beim Singen (zB am Ende von Mystery Train oder That’s All Right) ist stark davon beeinflusst.
@Nail: Wo siehst du in Phillips vorheriger Produzententätigkeit bereits erste Anzeichen von „R’n’R Schiene“?
--
Highlights von Rolling-Stone.deOscars: Alle „Bester Film“-Gewinner von 1970 bis 2024 im Ranking
The Stranglers: Alles, was man über den Hit „Golden Brown“ wissen muss
Die 200 besten Songs der Achtziger
The Rebirth Of Cool: „Pulp Fiction“ erobert die Kinoleinwände
Oscars: Alle „Beste Hauptdarsteller“ von 1990 bis 2024 im Ranking
Wie George Harrison mit „Here Comes The Sun“ als Songwriter auftaute
Werbungnail75Sam Phillips hat ihn wohl auf die R’n’R-Schiene gesetzt, um das etwas flapsig zu sagen.
Uff, nun ist das Grabtuch ganz weg, es bleiben nur noch die Löcher darin :lol:
--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #161: David Murray - 11.3., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaTHELONICADen Einfluss von Gospel höre ich nicht so bei den Sun Studio Sessions, danach bei RCA Records aber ganz deutlich, sogar bis in die 70er (The Sweet Inspirations). Hat das Sam Phillips für die Sun Sessions etwas unterbunden bzw. ihm ausgeredet? Privat war Gospel ja eh seine große Leidenschaft, praktisch die „ganze“ Zeit.
The Sweet Inspirations waren keine Gospelgruppe.
Elvis liebte den Gospel, wie er den R&B und den Country liebte.
Ich kann nicht erkennen, in welcher Hinsicht Elvis in den frühen Jahren sonderlich „gospellastig“ gesungen hätte. Typisch für Gospel sind doch eher die Arrangements und die religiöse Anbindung. Die klassischen schwarzen Gesangsmerkmale dagegen finden sich sowohl im Gospel wie im R&B wie im Blues. Nicht von ungefähr brauchten Sänger wie Sam Cooke, Franklin, Pickett doch nur „God“ durch „you“ ersetzen und schon war es weltlicher Soul.
Dass Elvis typische Gospelaufnahmen gemacht hat, steht außer Frage („His Hand, How Great“…) Auch dass er in den 70s sehr viele Gospelelemente in seiner Musik benutzte.
Aber bei seinen Sun- oder frühen RCA-Aufnahmen höre ich da nichts.--
FAVOURITESJoshua TreeDie Dynamik und auch Improvisation beim Singen (zB am Ende von Mystery Train oder That’s All Right) ist stark davon beeinflusst.
Muss ich mir wohl deswegen nochmal anhören. Beim Delta/Country Blues spielte Gospel oft auch eine Rolle, manchmal eher „im Hintergrund“, wie z.B. bei Arthur Crudup, der mit der Gruppe „The Harmonizing Four“ zu tun hatte.
otisThe Sweet Inspirations waren keine Gospelgruppe.
I know.
--
Joshua Tree@Nail: Wo siehst du in Phillips vorheriger Produzententätigkeit bereits erste Anzeichen von „R’n’R Schiene“?
Da fragst Du den Falschen. Du weißt das sicher besser.
Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass Elvis nicht auf R’n’R oder R’n’B fixiert war – wenn ein Produzent mit ihm ein Gospelalbum/Gospelaufnahmen hätte machen wollen, hätte er bestimmt nicht abgelehnt. Außerdem bezog ich mich nicht auf seine Phrasierung oder seine Einflüsse, sondern auf den Grundcharakter der Musik.
--
Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.Ich verstehe die Diskussion nicht, Gospel ist schwarze religiöse Musik, nichts anderes. Die Chöre sind, wenn man so will, relativ gospeltypisch (auch der Response von Gemeinde oder Chor) und dann auch andernorts übernommen. Aber es ist doch nicht der Gesangsstil. Aretha oder Cooke haben doch nach ihrer Gospelkarriere nicht anders gesungen.
--
FAVOURITESotis
Typisch für Gospel sind doch eher die Arrangements und die religiöse Anbindung.
Dass Elvis typische Gospelaufnahmen gemacht hat, steht außer Frage („His Hand, How Great“…)Es ging um Einflüsse, nicht um „typischen“ Gospel, auch nicht um die religiöse Anbindung. Jake Hess wurde z.B. erwähnt, und es ging indirekt um (Songs von) Junior Parker und Arthur Crudup. Letztere hatten ebenfalls mit Gospel zu tun.
--
Was sollen denn diese „musikalischen Gospel-Einflüsse“ sein? Konkret?!
--
FAVOURITESotisWas sollen denn diese „musikalischen Gospel-Einflüsse“ sein? Konkret?!
Konkret ist immer schwierig. Ich werde mir die Aufnahmen (Sun) wieder anhören müssen. Dig a little deeper, lieber otis.
--
nail75Da fragst Du den Falschen. Du weißt das sicher besser.
Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass Elvis nicht auf R’n’R oder R’n’B fixiert war – wenn ein Produzent mit ihm ein Gospelalbum/Gospelaufnahmen hätte machen wollen, hätte er bestimmt nicht abgelehnt. Außerdem bezog ich mich nicht auf seine Phrasierung oder seine Einflüsse, sondern auf den Grundcharakter der Musik.
Ob ‚blue moon‘, ob ‚crying in the chapel‘ – oder sogar ‚are you lonesome tonight‘ : ELVIS‘ geniale Interpretationen allein dieser 3 songs sind nur aus seinem sprituellen Wesen erklärlich. Daß er
zugleich songs wie ‚fever‘ , ‚one night with you‘ , ‚hound dog‘ oder ‚blue suede shoes‘ mit gleicher
Verve wie kein Anderer beherrschte, rührt a u c h nur daher.
Wer Guralnick las, erfuhr mehr als oft daraus, wie extrem Elvis in sich gespalten war, was die Hinterfragung seiner wahren Identität als ‚ganz normaler Mensch‘ betraf ; bishin zur Frage, ob er
womöglich von GOTT mit seinem Talent auserkoren sei, und ob er der Herausforderung je gerecht
werden könne.
Überwiegend ließ er sich eigentlich jeweils vom „Geldregen“ treiben, den sein Colonell clever
auslöste. Ob Elvis jemals wirklich eine autarke Künstlerpersönlichkeit war, die selbst bestimmte,
was ihr definitiv bedeutend war, scheint eindeutig nicht so.
Sein ’68er Comeback fand erneut ‚zwiespältig‘ statt, als er im gleichen Zeitraum mit ‚guitar man‘ und
‚in the getto‘ nochmal wieder richtig gute Hits erntete. Mit rock + gospel.Spätestens aber ab dann verlor er sich zusehends unglücklicher werdend. Von ihm blieb nur die
Karikatur seiner selbst, die er in LAS VEGAS für ein ‚Allerweltpublikum‘ zelebrierte, als sei ihm
sein Talent vollkommen egal gworden.Der allein lebendig zur Welt gekommene Zwilling, der seine Mama über alles liebte, und den es
als Kind in Memphis am liebsten in die Kirchen der ‚Schwarzen‘ wegen deren gospelsongs zog,
und der als völliger nobody für seine Mutter in den ’sun-studios‘ ‚that’s allright mama‘ einsang,
gelangte am Ende anscheinend nie über eben diesen seinen Ursprung wirklich hinaus.
‚Graceland‘ blieb sein einziger Ausgangs- und Endort. Lange noch mit seinem Vater unter
eigenem Dach, und endless seinen ‚berühmten Kumpels‘ teils aus der Kindheit, ohne die er
nicht konnte. Ein im Prinzip völlig häuslicher Mensch, der extrem unter dem Druck litt, durch seine
künstlerische Gabe von der Welt menschlich vollkommen über/fehleingeschätzt worden zu sein.Als vergangenes Jahr M. Jacksons Todumstände publik wurden, kamen mir zwangsläufig die
durchaus nicht unähnlichen Umstände ELVIS‘ Todes in Erinnerung.
Der Preis des Ruhmes von KINGS des Rockbuiz blieb der gleiche.
Uns bleibt „nur“ die Musik…..und vor allem Respekt !--
‚tschuldigung, satiee, aber „Blue Moon“ und „In the Ghetto“ sind nun wirklich keine Gospel-Songs!
--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #161: David Murray - 11.3., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbagypsy tail wind’tschuldigung, satiee, aber „Blue Moon“ und „In the Ghetto“ sind nun wirklich keine Gospel-Songs!
Ich meinte nur im ’sprituellen Sinne‘, daß das aus Elvis‘ tiefer Seele und nur von ihm so beeindruckend eingesungen werden konnte, sodaß man beiden songs selbst heute noch glaubt;-)
--
Joshua TreeWIrd in ‚Last Train To Memphis‘ ausdrücklich erwähnt.
Ja, vor allem die Gospelwurzeln hebt Gurlanick meiner Erinnerung nach hervor.
--
If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.Um otis‘ Post oben auf die Füsse zu stellen: man müsste wohl von Sam Cooke und Aretha Franklin sagen, dass sie auch nach dem Wechsel ins „weltliche“ Fach weiterhin (wie) Gospel-SängerInnen gesungen haben, oder? Die klare Trennung bezieht sich ja sowieso mehr aufs Repertoire als auf den Stil der Musik. Man müsste genau genommen eh weiter zurückgehen, zu den work songs, die am Anfang von Spirituals>Gospel UND Blues stehen.
--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #161: David Murray - 11.3., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaotisWas sollen denn diese „musikalischen Gospel-Einflüsse“ sein?
Den ultimativen Beweis zu liefern ist sicherlich schwierig – Joshua Tree hat es schon angedeutet.
Vielleicht hilft es weiter, wenn man einfach mehr auf die Phrasierung achtet, dann das Song-Material
genauer betrachtet, die dazugehörigen Texter/Urheber ebenfalls und frühe (dokumentierte) Gospel-Quartette/-Quintette noch miteinbezieht. Bei Roy Brown (Good Rocking Tonight) und Arthur Gunter (Baby Let’s Play House) findet man nämlich auch eine Vergangenheit, die durch „Gospel“ geprägt wurde. Gunter und Crudup waren sicherlich näher am Blues und eher rural mit ihren „frühen“ Aufnahmen. Diese „ländlichen“ Elemente – und auch die vom „Bluegrass“ (s. Bill Monroe) – findest du natürlich ganz klar bei den Sun Sessions von Elvis.
Mit den Jordanaires kam dann schon das nächste Kapitel um die Ecke…--
-
Schlagwörter: das letzte Wort, der größte Künstler aller Zeiten, Elvis, Elvis Presley, Elvis weint, Generationenkonflikt, Hilf Himmel!, kein Elvis für Tübingen, Musikologen unter sich, The King, Treffpunkt der Trolle, von Bo den Po und von Chuck die Mucke
Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.