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Close to the edgeDas Titelstück ist zu kurz.
Ich finde in diesem Forum keinen Platz, an dem Betrachtungen zur Discographie von „YES“ formuliert wurden. Wie kommt das? Digitaler Fehlerteufel oder Desinteresse?
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WerbungbullschuetzScott Walker ist für mich das Gegenteil von Kitsch und Schmalz – und zwar von Anfang an: „The sun aint gonna shine anymore“ mag vorderhand von Liebeskummer handeln und von Herzschmerz – aber es klingt dabei so seltsam wissend, so irritierend erwachsen, als singe da nicht jemand, der heute meint, er werde nie wieder lieben können und sich übermorgen schon wieder frisch verliebt haben wird (wie es halt so ist in der Jugend). Sondern als singe da jemand, der weiss, dass manche Verluste unwiderruflich sind und Einsamkeit viel mehr sein kann als bloß das kleine Tief zwischen Liebesglück und neuem Liebesglück. Loneliness is a cloak you wear, A deep shade of blue is always there … Gab es jemals eine seltsamere „Teenie-Band“?
Und dann erst die ungeheuer reiche, strahlende und beklemmende Welt, die Scott Walker in seinen vier Meisterwerken Scott bis Scott 4 entworfen hat: zwischen Wohlklang und Welkheit, barocker Pracht und Finsternis. Und die Texte: meilenweit von „Herz reimt sich auf Schmerz“- oder „Moon reimt sich auf June“-Kitschlyrik. Ziemlich morbide bisweilen.
Höhepunkt ist für mich die Scott 4: Welch irritierende Schönheit in Songs über den Tod und den Stalinismus.Es steht mir fern, Dir vorschreiben zu wollen, was Du kitschig/schmalzig zu finden hast und was nicht. Ich möchte Dich bloß ermuntern: Hör noch mal rein in Scott Walkers Frühwerk, versuch es chronologisch. Ich will Dich bestimmt nicht bevormunden. Aber ich will Dir ein Versprechen machen: Lass Dich darauf ein, versuche, noch mal mit einem Grundwohlwollen an die Sache ran zu gehen, nimm Dir die „Scott“-bis-„Scott 4“-Tetralogie vor – Du wirst es nicht bereuen. Ein Lied wie „Such a small love“ zum Beispiel (auf „Scott“) weist im Refrain auf die erhabene Strahlkraft von The sun aint gonna shine zurück – und mit seinem beklemmenden Geigenzittern am Anfang voraus in die Zukunft, zu den abstrakten, unsere Vorstellungen von einem Streicherarrangement verstörenden und erweiternden Tönen auf Tilt und The Drift. Montague Terrace, Rosemary … viele dieser frühen Lieder sind momentweise wie Vorboten des späten Scott.
Das finde ich das Faszinierende an Scott Walker: Das ist keine hübsch modellierte Pop-Persona, die sich immer wieder „neu erfinden“ muss, damit sie nicht langweilig wird; das ist eine Künstlerpersönlichkeit, die immer radikaler zu sich selbst kommt. Da ist eine kühne, weit ausschwingende Entwicklungslinie in diesem Werk von „The sun aint gonna…“ bis zu „The Drift“ – und zugleich ist da eine Kontinuität, etwas Organisches, fast Logisches in diesem Weg. Eben kein Sich-neu-Erfinden, sondern ein Zu-sich-selbst-Finden. In The Drift klingt – bei aller Radikalität, bei aller Fremdheit – durchaus das Echo ganz früher Aufnahmen nach. Und durch manche ganz frühen Aufnahmen tönt wie eine Ahnung die Kühnheit von Tilt und The Drift.
Immer wenn ich jemand eloquent und sprachlich differenziert argumentieren höre, neige ich dazu, ihn ernst zu nehmen. In diesem Fall irritiert mich aber die unglaubliche Kluft zwischen gediegener Formulierkunst und einer fast realsatirisch fulminanten Scott-Walker-Radikalüberschätzung, die mir eigentlich nur zu völlig unreflektierten Teenie-Fans oder aber zu professionellen Marketing-Zynikern zu passen scheint. „Und dann erst die ungeheuer reiche, strahlende und beklemmende Welt, die Scott Walker in seinen vier Meisterwerken Scott bis Scott 4 entworfen hat“ … „…weist im Refrain auf die erhabene Strahlkraft von The sun aint gonna shine zurück“ … Strahlkraft? Erhaben? Ungeheuer reiche, strahlende und beklemmende Welt, die Scott Walker in seinen vier Meisterwerken Scott bis Scott 4 entworfen hat? Verzeihung, das klingt, als soll Walker sowas wie ein Beethoven der Popwelt sein, und das ist einfach bizarr. Geht’s vielleicht auch mehrere Nummern kleiner?
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"Edle, freie Unbefangenheit bei Allem. ... Alle übrigen Vollkommenheiten sind der Schmuck unsrer Natur; sie aber ist der der Vollkommenheiten selbst. ... Sie ist mehr als Leichtigkeit, sie geht bis zur Kühnheit: sie setzt Ungezwungenheit voraus und fügt Vollkommenheit hinzu. Ohne sie ist alle Schönheit todt, alle Grazie ungeschickt: sie ist überschwenglich, geht über Tapferkeit, über Klugheit, über Vorsicht, ja über Majestät." (Baltasar Gracián) =>mehr<=optimistIch finde in diesem Forum keinen Platz, an dem Betrachtungen zur Discographie von „YES“ formuliert wurden. Wie kommt das? Digitaler Fehlerteufel oder Desinteresse?
Die Suchfunktion hier benötigt mehr wie 3 Zeichen. Daher bringt eine Suche nach „Yes“ nicht viel….
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http://www.radiostonefm.de/ Wenn es um Menschenleben geht, ist es zweitrangig, dass der Dax einbricht und das Bruttoinlandsprodukt schrumpft.Hal CrovesVerzeihung, das klingt, als soll Walker sowas wie ein Beethoven der Popwelt sein, und das ist einfach bizarr. Geht’s vielleicht auch mehrere Nummern kleiner?
Das ist ja fast so abstrus, wie wenn jemand Lena Meyer-Landrut zur Pop-Sensation der Gegenwart erklären würde.
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Jan LustigerDas ist ja fast so abstrus, wie wenn jemand Lena Meyer-Landrut zur Pop-Sensation der Gegenwart erklären würde.
Abstrus ist letzteres nicht, aber es ist immerhin lustiger.
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"Edle, freie Unbefangenheit bei Allem. ... Alle übrigen Vollkommenheiten sind der Schmuck unsrer Natur; sie aber ist der der Vollkommenheiten selbst. ... Sie ist mehr als Leichtigkeit, sie geht bis zur Kühnheit: sie setzt Ungezwungenheit voraus und fügt Vollkommenheit hinzu. Ohne sie ist alle Schönheit todt, alle Grazie ungeschickt: sie ist überschwenglich, geht über Tapferkeit, über Klugheit, über Vorsicht, ja über Majestät." (Baltasar Gracián) =>mehr<=optimistIch finde in diesem Forum keinen Platz, an dem Betrachtungen zur Discographie von „YES“ formuliert wurden. Wie kommt das? Digitaler Fehlerteufel oder Desinteresse?
Wie August schon sagte: Ein Problem der Suchfunktion.
Dieser Übersichtsthread hilft weiter:
http://forum.rollingstone.de/showthread.php?t=18765
Und dort findest Du dann den Sternethread für Yes:
http://forum.rollingstone.de/showthread.php?t=6200
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Herr RossiDieser Übersichtsthread hilft weiter
Danke
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AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
Hal CrovesImmer wenn ich jemand eloquent und sprachlich differenziert argumentieren höre, neige ich dazu, ihn ernst zu nehmen. In diesem Fall irritiert mich aber die unglaubliche Kluft zwischen gediegener Formulierkunst und einer fast realsatirisch fulminanten Scott-Walker-Radikalüberschätzung, die mir eigentlich nur zu völlig unreflektierten Teenie-Fans oder aber zu professionellen Marketing-Zynikern zu passen scheint.
I was quoted out of context, it was great!
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AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
bullschuetzI was quoted out of context, it was great!
Prefab Sprout:sonne:
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AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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Grander than castles, cathedrals or stars: electric guitars!
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bullschuetz
Grander than castles, cathedrals or stars: electric guitars!
Stimmt! Eine der wenigen Nummern der Band, die ich wirklich mag!
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Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 19. September 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 17. September 2019 von 20 - 21 Uhr mit US Garage & Psychedelic Sounds der Sixties!Jan LustigerDas ist ja fast so abstrus, wie wenn jemand Lena Meyer-Landrut zur Pop-Sensation der Gegenwart erklären würde.
Ich wette, dass die Plattenfirma der Lena ihn dafür bezahlt, anders kann ich mir seine Promotion nicht erklären!:roll:
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TimesIch wette, dass die Plattenfirma der Lena ihn dafür bezahlt, anders kann ich mir seine Promotion nicht erklären!:roll:
Tja, dann hast Du eben ein äußerst beschränktes Vorstellungsvermögen. Aber tröste Dich, damit stehst Du hier nicht allein.
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"Edle, freie Unbefangenheit bei Allem. ... Alle übrigen Vollkommenheiten sind der Schmuck unsrer Natur; sie aber ist der der Vollkommenheiten selbst. ... Sie ist mehr als Leichtigkeit, sie geht bis zur Kühnheit: sie setzt Ungezwungenheit voraus und fügt Vollkommenheit hinzu. Ohne sie ist alle Schönheit todt, alle Grazie ungeschickt: sie ist überschwenglich, geht über Tapferkeit, über Klugheit, über Vorsicht, ja über Majestät." (Baltasar Gracián) =>mehr<=TimesIch wette, dass die Plattenfirma der Lena ihn dafür bezahlt, anders kann ich mir seine Promotion nicht erklären!:roll:
Für so etwas geben Plattenfirmen kein Geld aus.
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Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.Eigentlich wollte ich hier ja gar nicht posten, weil solche Diskussionen letztlich immer Diskussionen über den persönlichen Geschmack sind – und über Geschmack lässt sich eben NUR streiten…
Was ich aber wirklich nie verstanden habe, wie der Bizeps-Rock von Bruce Springsteen von beinahe jedem Kritiker als Krönung der Schöpfung abgefeiert wird. Für meine Ohren einfach grauenhaft pathetischer Möchtegern-Rock mit Folk-Anleihen, der sich in einem absurden Authentizitäts-Bad suhlt. Und wenn dann diese künstlich angerauhte Stimme dann auch noch Poesie-Album-Texte über die angeschnarchten Instrumentals sägt, ist für mich alles verloren.
Für mich ist der Boss nicht mal ein Vorarbeiter. Ich liebe Singer-Songwriter, Dylan ist mein absoluter Held. Aber wieso so ein amerikanisch verbrämter Anti-Intellektueller als größter Songwriter der Erde angesehen wird, hat sich mir nie erschlossen. Das ist Bap-Rock mit einer Prise Extra-Pathos. Wie gesagt, nur meine Meinung. Würde mich aber wirklich interessieren, was die Springsteen-Fans denn eigentlich so außergewöhnlich an ihrem Boss finden. Peace.
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