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AutorBeiträge
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Das einzig schöne an Time Machine waren die Sets des 19. Jahrhunderts. Dioe waren wirklich wunderbar gemacht. Aber sonst. Das Jeremy Irons sich für sowas hergibt. Aber er hat ja auch schon in Dungeons and Dragons mitgespielt…
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WerbungOriginally posted by Skraggy@29 Feb 2004, 16:40
Mach doch mal 'nen Vorschlag, wie man sich dem Thema hätte nähern müssen, damit Du den Film ansprechend gefunden hättest. Nur meckern ist doch ein wenig simpel.
Meckern ist genauso simpel wie loben.
Wenn man nur urteilt, soll man dies doch noch begründen (mach ich, wenn in der Lage dazu, immer gerne), wenn ich jetzt auch noch jedesmal erklären muss, wie man es hätte besser machen sollen, wird mir das Forum zu schwer.
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Originally posted by Napoleon Dynamite@29 Feb 2004, 16:49
kaye wollte wohl in erster linie mit seinem film die frage hinterlassen, inwiefern modernisierte nazi-ästhetik ein optischer reiz und werbefläche sein kann. ob der film nun selber die manipulativen mechanismen vorführt, oder sich selbst ihrer bedient, darüber kann man diskutieren.Ja und man kann sich auch fragen, ob nicht gerade das Benutzen dieser gleichen „manipulativen“ Optik sehr reizvoll gewesen wäre. So dass Inhalt und Form sich gewissermaßen entsprechen. Allerdings wäre es so vermutlich notwendig gewesen (bei einem so heiklen Thema), dass der Regisseur seinen keineswegs nazistischen Standpunkt (den ich mal annehme) klar macht. Was wiederum zu einer gewissen Inkonsequenz hätte führen können.
Doch dass in „American History X“ z.B. in der Gefängnis-Vergewaltigungsszene die Wassertropfen in Zeitlupe gezeigt wurden, gibt einem rein gar nichts.
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Originally posted by Aimee@29 Feb 2004, 15:57
Ich bin mir nicht sicher mit Sylvia. Einerseits wirkt sie tatsächlich so, als wäre sie vollkommen eins mit sich selbst (wozu durchaus auch das aufgesetzte Lachen passt, ich denke, sie geht darin auf, ihre Umwelt zu bezaubern), andererseits reagiert sie dafür zu heftig auf die zynische Kritik von Robert. Als würde er den Finger in eine Wunde legen..Ja, sie reagiert wie ein beleidigtes Kind darauf. Vollkommen natürlich, ehrlich.
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Halte „American History X“ für ziemlich gut. Im Gegensatz zu „La Dolce Vita“.
Heute gesehen:
„Was ist denn bloß mit Willi los?“ (Werner Jacobs)
und mal wieder
„The Minus Man“ (Hampton Fancher)--
Flow like a harpoon daily and nightlythe crazies von george a. romero
sehr gut.--
A Kiss in the DreamhouseOriginally posted by DR.Nihil@29 Feb 2004, 22:15
Meckern ist genauso simpel wie loben.Wenn man nur urteilt, soll man dies doch noch begründen (mach ich, wenn in der Lage dazu, immer gerne), wenn ich jetzt auch noch jedesmal erklären muss, wie man es hätte besser machen sollen, wird mir das Forum zu schwer.
Ich finde es halt interessant, wenn sich jemand darauf beschränkt, seiner Meinung nach vorhandene Klischees aufzuzählen und sich damit selbst einer klischeehaften Vorgehensweise bedient.
Es ist ja durchaus möglich, von der Begründung der Ablehnung bestimmter Darstellungsweisen auf möglicherweise sinnvollere Alternativen zu schließen. Mir fehlte in Deinem Beitrag einfach die Begründung, warum Du bestimmte Inszenierungen als klischeehaft bzw. als negativ empfindest.--
Das Alben- und Singles-Archiv[/URL] des Rolling Stone Forums[/COLOR] Skraggy's Gamer TagsMonty Python and the Holy Grail (Monty Python)
Und jetzt das wirklich komische MAKING OF auf der 2. DVD. Terry Gilliam ist schon ein verrückter (im positiven Sinne :D ). Wann kommt endlich BROTHERS GRIMM??
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"Film is a disease. And the only antidote to film is more film." - Frank CapraGerade eben zum ersten Mal:
The Big One von und mit Michael Moore – **** (Den Soundtrack werde ich mir auf jedenfall kaufen.)
MfG
Anachronist
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Die eigene Schönheit verblasst immerzu im Angesicht der Schönheit der Geliebten.Originally posted by Skraggy@1 Mar 2004, 00:32
Ich finde es halt interessant, wenn sich jemand darauf beschränkt, seiner Meinung nach vorhandene Klischees aufzuzählen und sich damit selbst einer klischeehaften Vorgehensweise bedient.
Mir fehlt in Deinem Beitrag die Begründung, warum Du meine „Vorgehensweise“ als klischeehaft empfindest.
Es ist ja durchaus möglich, von der Begründung der Ablehnung bestimmter Darstellungsweisen auf möglicherweise sinnvollere Alternativen zu schließen. Mir fehlte in Deinem Beitrag einfach die Begründung, warum Du bestimmte Inszenierungen als klischeehaft bzw. als negativ empfindest.
Das Klischeehafte wollte ich verdeutlichen um zu begründen, warum mir der Film u.a. nicht gefällt. Dies war also schon eine Begründung. Okay, du verlangst die Begründung der Begründung.
Das fällt mir schon schwerer. Machs mir einfach und gehe auf meinen Beitrag mir widersprechend ein. Eine Diskussion ist oft besser als mühseliges Begründungen einfordern, meistens.
Gut, ich sehe, ein bisschen tatest du das bereits:
ja, es wirkt so, als ob Furlongs Figur nie wirklich daran glaubte. Aber die Art wie diese Glaubenswandel in dem Film geschehen, ist für mich unglaublich oberflächlich. Es geht so schnell. Nicht nur im Falle von Furlong. Norton war so überzeugt von der Sache, dass er sich ein Hakenkreuz auf die Brust tätowieren ließ, so überzeugt, dass er sogar einen Menschen tötete und da braucht er nur mal auf einen Schwarzen treffen, der eins, zwei gute Witze macht und schon ist er bekehrt. Natürlich muss er noch mal kurz heulen, aber dann ist er auch schon der intelligente, vorbildliche junge Mann, der er eigentlich immer hätte sein können.--
Bernard Herrmann, Music from the Movies Documentary.
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"Film is a disease. And the only antidote to film is more film." - Frank CapraOriginally posted by DR.Nihil@1 Mar 2004, 00:48
Mir fehlt in Deinem Beitrag die Begründung, warum Du meine „Vorgehensweise“ als klischeehaft empfindest.Das Klischeehafte wollte ich verdeutlichen um zu begründen, warum mir der Film u.a. nicht gefällt. Dies war also schon eine Begründung. Okay, du verlangst die Begründung der Begründung.
Das fällt mir schon schwerer. Machs mir einfach und gehe auf meinen Beitrag mir widersprechend ein. Eine Diskussion ist oft besser als mühseliges Begründungen einfordern, meistens.
Gut, ich sehe, ein bisschen tatest du das bereits:
ja, es wirkt so, als ob Furlongs Figur nie wirklich daran glaubte. Aber die Art wie diese Glaubenswandel in dem Film geschehen, ist für mich unglaublich oberflächlich. Es geht so schnell. Nicht nur im Falle von Furlong. Norton war so überzeugt von der Sache, dass er sich ein Hakenkreuz auf die Brust tätowieren ließ, so überzeugt, dass er sogar einen Menschen tötete und da braucht er nur mal auf einen Schwarzen treffen, der eins, zwei gute Witze macht und schon ist er bekehrt. Natürlich muss er noch mal kurz heulen, aber dann ist er auch schon der intelligente, vorbildliche junge Mann, der er eigentlich immer hätte sein können.Ja ja, die eigenen Ansprüche. :D
Begründung: Man kennt das doch, viele Personen (natürlich auch ich) fällen ein Urteil – in Deinem Fall, dass der Film oberflächlich sei – und hauen einem dann Szenen oder Darstellungen um die Ohren, die verdeutlichen sollen, warum man zu dem entsprechenden Urteil gekommen ist. Dabei passiert es leider häufig, dass die zur Begründung herangezogenen Szenen nicht in einer Art und Weise kommentiert werden, die erklärt, warum sie zur Urteilsfindung beitragen. Mir kommen halt immer wieder solche „Begründungen“ unter, deswegen empfinde ich sie inzwischen als klischeehaft. Die von Dir angeführten „Begründungen“ für Dein Urteil sind – zumindest für mich – nicht selbsterklärend. Nur weil sich der Film bestimmter – möglichweise klischeehafter – Darstellungen wie „ich war halt wütend und deshalb wurde ich zum Nazi“ und „Danke, dass du es mir erklärt hast, jetzt können wir das ganze Nazi-Zeug in meinem Zimmer abhängen“ oder „im Knast habe ich einen Schwarzen kennengelernt und verdammt, der war echt nett“ sowie „alles fing schon viel früher an, schließlich war der Vater im Grunde schon so drauf“ bedient, heißt das noch lange nicht, dass er aus diesem Grund oberflächlich ist. Er mag durchaus unoriginell sein, jedoch besteht doch die Möglichkeit, dass sich der Film diesen Darstellungen äußerst differenziert widmet.
Ob dies im Falle von AHX nun wirklich so ist, ist eine andere Geschichte.Nochmal zum Film selbst:
Wir stimmen durchaus darin überein, dass der Film manches zu schnell abhandelt. Für mich beschränkt sich dies aber auf die letzten 20-25 Minuten.
Deine Kritik an am Zusammentreffen von Norton und seinem schwarzen Knastkumpel kann ich in der von dir angeführten Weise nicht nachvollziehen. Es kommt im Film schon raus, dass es viele Monate dauert, bis das Eis zwischen den beiden zumindest ansatzweise gebrochen ist.
Die von Dir angeführte Oberflächlichkeit ist sicherlich vorhanden, jedoch für mich nicht in dem von Dir empfundenen Maße. Außerdem resultiert sie für mich nicht aus den Erklärungsmustern die der Film anführt sondern eher aus dem inszenatorischen Defizit, dass eben diese Erklärungsmuster zwar dargestellt, aber nicht immer expliziert werden.--
Das Alben- und Singles-Archiv[/URL] des Rolling Stone Forums[/COLOR] Skraggy's Gamer TagsOriginally posted by Skraggy@1 Mar 2004, 01:41
Ja ja, die eigenen Ansprüche. :D
Begründung: Man kennt das doch, viele Personen (natürlich auch ich) fällen ein Urteil – in Deinem Fall, dass der Film oberflächlich sei – und hauen einem dann Szenen oder Darstellungen um die Ohren, die verdeutlichen sollen, warum man zu dem entsprechenden Urteil gekommen ist. Dabei passiert es leider häufig, dass die zur Begründung herangezogenen Szenen nicht in einer Art und Weise kommentiert werden, die erklärt, warum sie zur Urteilsfindung beitragen. Mir kommen halt immer wieder solche „Begründungen“ unter, deswegen empfinde ich sie inzwischen als klischeehaft. Die von Dir angeführten „Begründungen“ für Dein Urteil sind – zumindest für mich – nicht selbsterklärend. Nur weil sich der Film bestimmter – möglichweise klischeehafter – Darstellungen wie „ich war halt wütend und deshalb wurde ich zum Nazi“ und „Danke, dass du es mir erklärt hast, jetzt können wir das ganze Nazi-Zeug in meinem Zimmer abhängen“ oder „im Knast habe ich einen Schwarzen kennengelernt und verdammt, der war echt nett“ sowie „alles fing schon viel früher an, schließlich war der Vater im Grunde schon so drauf“ bedient, heißt das noch lange nicht, dass er aus diesem Grund oberflächlich ist. Er mag durchaus unoriginell sein, jedoch besteht doch die Möglichkeit, dass sich der Film diesen Darstellungen äußerst differenziert widmet.
Ob dies im Falle von AHX nun wirklich so ist, ist eine andere Geschichte.Du magst sogar recht haben, nur wirst du sicherlich auch einsehen, dass man nicht zu jedem Thema eine wirklich ausführliche und differenzierte Abhandlung präsentieren kann. Ich gebe mir zumindest meistens Mühe es nicht nur bei einem „Blöd“ oder „Scheiße“ stehen zu lassen (in positiven Fällen wird sowas ja komischerweise nie hinterfragt) und wenigstens ansatzweise eine Begründung mit anzubringen. Und mich stört halt (mir kommt es vor, als ob sich dies hier in letzter mehrt), dass oft immer weiter Begründungen eingefordert werden. Finde es besser, wenn auf das, was schon mal da ist, erstmal eingegangen wird. So sammeln sich dann schon in Form einer Diskussion (ich diskutiere gerne und das Forum bietet für sowas eine wunderbare Fläche) die Begründungen und Aspekte und Argumente von selbst.
Du hättest z.B. auf meinen Beitrag, auf den du dich beziehst auch gleich sagen können: „aber ist es nicht möglich, dass der Film sich diesen vielleicht oberflächlichen Darstellungen durchaus differenziert widmet?“
Darauf hätte ich dann geantwortet: „Nö!“ und die Diskussion wäre beendet gewesen. Nein, das war Spaß!Nochmal zum Film selbst:
Wir stimmen durchaus darin überein, dass der Film manches zu schnell abhandelt. Für mich beschränkt sich dies aber auf die letzten 20-25 Minuten.
Muss zugeben, dass ich gestern den Film auch nicht von Anfang an sah (aber damals im Kino schon).
Deine Kritik an am Zusammentreffen von Norton und seinem schwarzen Knastkumpel kann ich in der von dir angeführten Weise nicht nachvollziehen. Es kommt im Film schon raus, dass es viele Monate dauert, bis das Eis zwischen den beiden zumindest ansatzweise gebrochen ist.
Aber ich finde, das ist es doch gerade. Er redet monatelang kein Wort mit dem Typen, ist sowas von überzeugt von seinen Ansichten, doch dann auf einmal kommt der gedankliche Umschwung ganz schnell. Vielleicht kommt es mir auch nur so vor, aber dann wurde das Ganze inszenatorisch schwach umgesetzt, weil es sollte mir nicht so vorkommen, wenn es denn nicht so ist.
Norton war wütend, er wurde Nazi. Okay, von mir aus. Warum ist er denn jetzt nicht mehr wütend (so kommt er mir vor)? Oder geht er nur jetzt anders mit seiner Wut um? Wie denn? Das hätte ich mich interessiert.Die von Dir angeführte Oberflächlichkeit ist sicherlich vorhanden, jedoch für mich nicht in dem von Dir empfundenen Maße. Außerdem resultiert sie für mich nicht aus den Erklärungsmustern die der Film anführt sondern eher aus dem inszenatorischen Defizit, dass eben diese Erklärungsmuster zwar dargestellt, aber nicht immer expliziert werden.
Gut, hier sagst du es ja selbst. Der Film ist nicht angemessen inszeniert worden. Dass diese „Erklärungsmuster“ eben teilweise nur angeschnitten wurden (bestes Beispiel: die Vaterbegründung – vielleicht ja das furchtbarste an dem Film), lässt sie ja so klischeehaft und den Film wie eine hastige Aneinanderreihung solcher Klischees erscheinen.
Aber das ist ja nicht mal alles, was mir an „American History X“ missliegt. Es ist auch diese Ästhetik. Ich verstehe die Stilisierungen an einigen Stellen schlichtweg nicht. Die Verwendung der Zeitlupe wirkt auf mich z.B. unglaublich willkürlich.
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The Naked Kiss, Samuel Fuller.
:blink:
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dead finks don't talkgefangen von max ophüls
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A Kiss in the Dreamhouse -
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