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Hochinteressant, wie Pres seinen Pork Pie Hat selber macht. Und natürlich sehr „hep“!
Danke @gypsy-tail-wind für die (sehr detaillierten) Ausführungen!
Ausgerechnet eine Aufnahme mit Nat „King“ Cole hatte ich als positives Beispiel angeführt! Mir kam es dabei aber auch mehr auf Pres’ flüssiges Spiel an, weniger auf Coles Piano – das mir in diesem Fall aber auch nicht unangenehm auffällt.
Ich dachte, dass ich mit dieser 2 LP-Kombi einen guten Griff getan hatte und freute mich darauf, den zertifizierten Klassiker Pres & Sweets zu hören. Dann kam es mir aber auf einmal so vor, als hätte ich aus Versehen saure Milch getrunken oder in einen faulen Apfel gebissen. Ich möchte @thelonica nicht ärgern, aber ich bin irritiert, dass dieses Album auch von der etablierten Kritik so gelobt wird, obwohl dort in meinen Ohren ein offenbar am Rande des Zusammenbruchs stehender Lester Young teilweise auf dem Saxophon herumlallt. Da hat man sich wohl von der Aura des alten Tenorgiganten und der hochkarätigen Besetzung blenden lassen und drückte beide Ohren zu.
Tragisch, wie ein Mensch sich so selber zerstört und unverständlich, dass Norman Granz das so veröffentlicht hat. Erinnert mich an eine Aufnahme von Charlie Parker, die er in stockbesoffenem Zustand für Dial machte und später lieber vernichtet hätte. Danach verschwand er aber monatelang im Sanatorium.
Meine Erstbegegnung mit Pres war übrigens diese billige Verve Jazz Masters-Compi, die gar nicht übel ist, wenngleich das Sequenzing nicht chronologisch ist, was ich meist ganz gut finde. Einige tracks mit Cole, mit Peterson, mit Wilson, aber nichts mit Sweets. Der Kompilierer wusste hier offenbar, was er tut.
Die Alben mit Oscar Peterson (1952) und Teddy Wilson (1956) habe ich ja auch und finde sie sehr gut. Später mehr dazu. Und eine weitere 2 LP-Compi mit Aufnahmen von 45-51 habe ich hier auch noch stehen.
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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)