james 'blood' ulmer

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  • #12343659  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 6,894

    Ich erinnere mich gut:

    1989 hat er mein BLOOD zum Kochen gebracht:

     

    https://taz.de/Dix-Jimi-ist-wieder-da/!1819647/

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    #12343731  | PERMALINK

    kurganrs

    Registriert seit: 25.12.2015

    Beiträge: 8,990

    wahr Wunderbar, was ihr beide, @vorgarten und @gypsy-tail-wind da vor einiger Zeit und aktuell zusammengetragen habt!!!

    Eine Verbeugung auch von mir. Danke.

    #12344325  | PERMALINK

    wahr

    Registriert seit: 18.04.2004

    Beiträge: 15,224

    James Blood – Tales Of Captain Black (1979)

    Die Gleichberechtigung mit der hier alles geschieht, ohne sich zu nivellieren… Deswegen macht die effektarme Produktion auch soviel Sinn. Effekte verengen die Räume für die Mitspielenden, würden die Balance von Ensemble und Einzelleistung in Richtung Einzelleistung verschieben. Nur leicht wird Ulmers Gitarre angezerrt, Ornette Colemans Tenorsax hat ein bisschen Hall aufgelegt, hält sich ansonsten aber dezent im Mix zurück, klingt ein bisschen wie von außen zugeschaltet, es ist eben Ulmers Album. Auch das ein Aspekt der Harmolodics: Mitspieler sind frei in Tempo, Melodien, Metren, aber es gibt eine Zielkomposition, an der sich alle orientieren. Und wer diese Zielkomposition beisteuert, dem wird sie zugesprochen. Deswegen sind Coleman-Alben Coleman-Alben und Ulmer-Alben Ulmer-Alben. Das Zurücknehmen Colemans bezieht sich aber nur auf den Mix, die Parts, wo er mit Ulmer unisono an den Melodien arbeitet, gehören mit zu den schönsten Stellen der „Tales“. Jamaladeen Tacumas Bass rollt über die Tracks wie eine handvoll Murmeln über Pflasterstein. Denardo Coleman ist einer meiner Lieblingsschlagzeuger. Da kommt für mich in diesen Regionen nur noch John French/Drumbo mit. Grooves, gebaut aus Breaks. Ich las mal Vorwürfe an den jungen Denardo, er würde die Metren nicht durchhalten, öfters mal aus dem Takt kommen. Ich habe diesen Vorwurf nie richtig verstanden. Wenn eine Musik ein soziales Gewissen hat, wenn sie die Gemeinschaft genauso fördern möchte wie die Individualität, warum soll dann nicht auch der Drummer schneller oder langsamer werden, flottieren in elastischen Takten, Freiheiten genießen? Wenn Musik wirkt, was kümmern mich da irgendwelche Fragen nach schiefen Metren? Wenn ich vor die Tür gehe um mir eine Zeitung zu kaufen oder mit Lebewesen spazieren gehe, habe ich im Laufe meines Gangs (sic!) unzählige Male den Takt geändert. Es ist völlig normal, ständig NICHT einen Rhythmus durchzuhalten. Über freie, fluide Metren, ihre komplexe rhythmische Geometrie und was sie mit Schwarzer Geschichte und Zukunft zu tun haben, lese ich demnächst in „Living Space“ von Michael Veal. Liegt hier schon bereit. Schade, dass der Fokus im Buch auf Miles Davis und John Coltrane liegt, denn die Harmolodics sind ja ebenfalls ein fluides System. Egal, ich schweife ab, „Tales Of Captain Black“ ist ein Großalbum, so sieht’s aus. Das Original-Vinyl kommt im Gatefold mit einer Comic-Szene im Innern, die Ulmer als fliegenden Supermann Captain Black inmitten eines weißen, kriminellen, pornoisierten, selbstbezogenen Ausbeuteramerikas zeigt. Die schwarze Gespielin, die er im Arm hat und die er aus diesem Babylon rettet, würde heutzutage wohl selbst fliegen können. Sie müsste nicht von einem Mann „errettet“ werden.

    #12344863  | PERMALINK

    radiozettl

    Registriert seit: 07.08.2013

    Beiträge: 13,709

    Danke Euch nochmal für den tollen Thread.

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