Reggae/Dub

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  • #538499  | PERMALINK

    ibins

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    Natürlich ist Dub ein Remix. Das Instrument ist der Mixer.
    So beschreiben es die Experten – Steve Barrow (er wird mir das verzeihen, dass ich das hier so poste, ist aus dem Rough Guide To Reggae):
    The word ‚dub‘ is now used throughout the world of dance music to describe a remix. It’s not so widely recognized, however, that the technique of the remix was pioneered in Jamaica as far back as 1967, initially in the quest for sound-system exclusivity, but soon exploited as an economic and imaginative way of reusing already recorded rhythm tracks. Broadly speaking, the history of dub in Jamaica has passed through three phases. First there were the so-called ‚instrumentals‘, not originally conceived as such, but becoming so by the removal of the vocal track. Initially these instrumentals were strictly for sound-system play, but before too long they were being issued commercially. Versions on which the contribution of the studio engineer was more obvious then emerged around the end of 1968, and by 1970 these remixes – called ‚versions‘ – were appearing on the B-sides of most Jamaican singles. The producer would have the engineer remove all, (or most), of the original vocal, leaving the raw rhythm track, which could be spiced up with a deejay adding shouted exclamations and/or extra instrumentation. Besides offering further entertainment to dancers and record buyers, these ‚versions‘ provided sound systems with tracks for their own deejays to talk, or ‚toast‘, over.

    Dub, in the now familiar sense of radically remixed versions, arrived in 1972, and was largely the contribution of one man: Osbourne Ruddock, aka King Tubby, boss of the leading sound system in Kingston and a superb engineer. Soon many of the leading producers were leaving their tracks at his studio to be given the Tubby treatment. During the remainder of the decade the remixes made by Tubby and his apprentices (Prince Jammy, Prince Phillip Smart and Scientist), and by other pioneers such as Errol Thompson (aka ET), added a further dimension to Jamaican music, eventually influencing dance culture worldwide.

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    #538501  | PERMALINK

    friedrich

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    ibinsNatürlich ist Dub ein Remix. Das Instrument ist der Mixer.

    Klar ist Dub immer auch und vor allem ein Remix, aber ich vermute und behaupte mal, dass Dub nicht immer nur ein Remix ist, der sich ausschließlich vorgefundenen Materials bedient und dies ausschließlich am Mixer bearbeitet. Ich glaube die New Age Steppers waren z.B. eine Band (oder ein Projekt), die das Zeug selbst eingespielt haben, bevor Adrian Sherwood es durch den Mixer gedreht hat. Das klang dann z.B. so. Aus einer Zeit, in der sich in London lustig schwarz und weiß und Punk und New Wave und Reggae und Dub miteinander vermischten.

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    #538503  | PERMALINK

    friedrich

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    African Head Charge – Great Vintage Volume 1 (1981/82)

    AHC wurden hier schon mal erwähnt. Ich habe mir mal diese Compilation (die ganz lapidar insgesamt 14 Tracks – laut booklet die besten – der ersten beiden Alben von 1981/82 versammelt) eingelegt. African Head Charge waren/sind das Projekt des Pekussionisten Bongo Iyabinghi mit wohl wechselnden Partnern. Erschienen auf On-U-Sound und natürlich hat Adrian Sherwood produziert. Ein auch heute noch unheimlich und gefährlich klingendes Gebräu aus Dub und – äh, sorry … – Buschmusik. Was für abgefahrene Musik, die Trip Hop eigentlich um 10 Jahre vorwegnahm und fast etwas brav klingen lässt!

    Dinosaur’s Lament

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    #538505  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    80 Jahre und 2 Tage – und dabei 20 Jahre jung!

    Lang lebe Lee „Scratch“ Perry!

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #538507  | PERMALINK

    friedrich

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    gypsy tail wind

    80 Jahre und 2 Tage – und dabei 20 Jahre jung!

    Lang lebe Lee „Scratch“ Perry!

    Long live da Dub Master!

    Das hier hat mich vor eine Weile ausgeknockt: The Upsetters – V/S Panta Rock

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    #538509  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    FriedrichDa Dub Master!

    Er hat ja Anfang Dezember (zum zweiten Mal) seinen Laden abgefackelt:
    http://www.rollingstone.com/music/news/lee-scratch-perrys-secret-laboratory-studio-burns-down-20151205

    Im Fernsehen gab’s vor einigen Monaten mal eine faszinierende Dokumentation, in der man seinen angehäuften Kram noch zu Gesicht bekam – und reichlich durchgeknallte Statements vom Meister selbst obendrein. War wohl das hier:
    http://www.arte.tv/guide/de/050804-000-A/lee-scratch-perry-s-vision-of-paradise
    Faszinierend, aber auch aus einer ganz anderen Welt, die ich nur vom Rand aus neugierig beäugen kann, ohne sie wirklich zu verstehen.

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    #538511  | PERMALINK

    friedrich

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    gypsy tail windEr hat ja Anfang Dezember (zum zweiten Mal) seinen Laden abgefackelt:
    http://www.rollingstone.com/music/news/lee-scratch-perrys-secret-laboratory-studio-burns-down-20151205

    Im Fernsehen gab’s vor einigen Monaten mal eine faszinierende Dokumentation, in der man seinen angehäuften Kram noch zu Gesicht bekam – und reichlich durchgeknallte Statements vom Meister selbst obendrein. War wohl das hier:
    http://www.arte.tv/guide/de/050804-000-A/lee-scratch-perry-s-vision-of-paradise
    Faszinierend, aber auch aus einer ganz anderen Welt, die ich nur vom Rand aus neugierig beäugen kann, ohne sie wirklich zu verstehen.

    Diese TV-Doku hätte ich zu gerne gesehen. Mal schauen, ob man das noch irgendwo in der Tube finden kann. Hier ist wenigstens ein Trailer.

    Ich weiß auch nicht, wie ich diesen Mann verstehen soll. Er segelt als Captain seiner Black Ark durchs Universum und auf diesem Schiff scheinen Naturgesetze nur bedingt Gültigkeit zu haben. Unter „normalen“ Umständen würde der in der Klappsmühle landen, aber in seiner eigenen Welt ist er der Meister und wir schauen fasziniert zu. Schade eigentlich, dass Lee Perry und Sun Ra sich nie getroffen haben, oder? Aber vielleicht wären da auch zwei nicht zu vereinbarende Paralleluniversen aufeinandergeprallt und alles wäre in einem gewaltigen Lichtblitz explodiert.

    Bizarr, wie er, eine Mischung aus Sonnenkönig und Medizinmann, in den Schweizer Alpen lebt.

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    #538513  | PERMALINK

    friedrich

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    Gerade aus dem Briefkasten gefischt:

    Lee Scratch Perry – Arkology (1975-1979)

    Die hier schon erwähnte 3 CD-Box das Dub Masters. Ich habe ein gebrauchtes Exemplar gekauft, dessen Pappschuber schon heftig abgestoßen ist, was aber erst auf den zweiten Blick auffällt, da das Design sowieso schon auf abgewetzt macht. Passt also gut, besser wäre nur noch, dass die Box nach ganja stuff müffelt.

    Das 50-seitige Booklet ist eine wilde Collage von Text, Fotos und Dokumenten, darunter ein Brief an den Justizminister von Japan, in dem LSP um Gnade für Paul McCartney bittet, der mit einem Viertel Kilo Marihuana erwischt wurde. Seine Argumentation pro-Marihuana führt u.a. „positive feelings through songs, good times and no problems“ an. Sollte ich vielleicht auch mal probieren. ;-)

    Ich habe diesen riesigen Haufen Musik natürlich noch nicht durchgehört. Aber sie verströmt schon jetzt die Faszinationskraft eines rätselhaften utopistischen Paralleluniversums aus der afrikanischen Diaspora.

    PS.: Ich will LSP hier übrigens keineswegs auf den Kiffer reduzieren. Eigentlich interessiert mich das am allerwenigsten. Mich interessiert er vielmehr als visionärer Musikbastler.

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    #538515  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    FriedrichPS.: Ich will LSP hier übrigens keineswegs auf den Kiffer reduzieren. Eigentlich interessiert mich das am allerwenigsten. Mich interessiert er vielmehr als visionärer Musikbastler.

    Klar, aber der Brief ist schon ein Highlight! :lol:

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    #538517  | PERMALINK

    friedrich

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    gypsy tail windKlar, aber der Brief ist schon ein Highlight! :lol:

    Haha!

    Schön, dass Dir das auch aufgefallen ist. Ist ja auch sehr prominent auf der letzten Seite des Booklets platziert. Herrlich ist auch die tadellose Form des Briefs (Datum, Adresse, Absender, Anrede …, fehlt nur noch das persönliche Briefpapier mit Wasserzeichen) und die geschraubte amtliche Sprache von LSP. Das Fazit seines Plädoyers lautet: „Master Paul McCartney’s intentions are positive.“

    Unterzeichnet mit u.a. „NATURES LOVE DEFENDER“

    Und er hatte Erfolg damit! ;-)

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    #538519  | PERMALINK

    friedrich

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    Scientist – Scientist Meets the Space Invaders (1981)

    Diese Platte hatte ich früher mal als Vinyl und ich könnte mir in den A… beißen, dass ich sie irgendwann aussortiert habe. Heute kaum noch zu bezahlen. Immerhin habe ich jetzt eine digitale Version.

    Ich kenne mich nicht besonders mit Dub aus und wahrscheinlich war das einer der Gründe, warum ich die Platte damals leichtfertig weggegeben habe. Außer ein paar Compilations, etwas Lee Perry, Augustus Pablo und dies-und-das habe ich keinen Überblick. Aber selbst da sticht Scientist etwas heraus. Scientist hat einen minimalistischen, trockenen, fast würde ich sagen – kalten Stil. Er reduziert die Tracks auf das Skelett, hebt einzelne Spuren extrem an oder dämpft sie fast ganz weg und dann fliegt einem plötzlich als draufgesetzter Effekt ein metallisches Echo um die Ohren.

    Das Cover ist natürlich auch der Hammer! Das Thema mehr oder weniger selbstironische Aufschneiderei in der afro-amerikanischen Popmusik hatten wir im Funk-Thread gerade diskutiert.

    Edit: Das ist alles andere als Sunshine-Reggae oder Kiffermusik. Ich weiß, das sind beides Klischeebegriffe, die man so sowieso nicht auf den meisten Reggae anwenden kann. Aber was Scientist macht, das ist fast schon eine programmatische Antithese dazu. Ob er das so wollte oder nicht.

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    #538521  | PERMALINK

    Anonym
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    Friedrich

    Ich kenne mich nicht besonders mit Dub aus

    same here. Dub begegnete mir Anfang der 80s, aber erreicht hat er mich damals nicht. Was halten die Dub-Liebhaber von Platten wie Grace Jones ‎– Hurricane – Dub oder Dub Spencer & Trance Hill ‎– William S. Burroughs In Dub, ist dies verwässert und eher PoP-Dub, oder immer noch im Sinne der alten Meister wie Perry, Pablo und Co.?

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    #9846753  | PERMALINK

    ibins

    Registriert seit: 22.10.2014

    Beiträge: 17

    Zur Information: Die Scientist LP meets the space invaders gibt es wieder auf Vinyl, heißt jetzt Linval presents space Invaders und ist sinnvoll erweitert um eine zweite LP mit den originalen sozusagen.

    Zusätzlicher Tipp: gerade am Erscheinen (15.07.) ein ziemlich essentielles Teil von den Aggrovators: Dubbing at King Tubbys. Meine Damen und Herren, das teil ist Pflicht, nicht Kür und das Cover ist auch ein schönes – der Eingang zum Studio von seiner Majestät, King Tubby’s Studio.

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    #9846755  | PERMALINK

    ibins

    Registriert seit: 22.10.2014

    Beiträge: 17

    Hier noch das Cover Bild zur vorigen Empfehlung.

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    #9890709  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,225

    Catch-22

    Friedrich Ich kenne mich nicht besonders mit Dub aus

    same here. Dub begegnete mir Anfang der 80s, aber erreicht hat er mich damals nicht. Was halten die Dub-Liebhaber von Platten wie Grace Jones ‎– Hurricane – Dub oder Dub Spencer & Trance Hill ‎– William S. Burroughs In Dub, ist dies verwässert und eher PoP-Dub, oder immer noch im Sinne der alten Meister wie Perry, Pablo und Co.?

    ibinsZur Information: Die Scientist LP meets the space invaders gibt es wieder auf Vinyl, heißt jetzt Linval presents space Invaders und ist sinnvoll erweitert um eine zweite LP mit den originalen sozusagen. Zusätzlicher Tipp: gerade am Erscheinen (15.07.) ein ziemlich essentielles Teil von den Aggrovators: Dubbing at King Tubbys. Meine Damen und Herren, das teil ist Pflicht, nicht Kür und das Cover ist auch ein schönes – der Eingang zum Studio von seiner Majestät, King Tubby’s Studio.

    Habe diese Antworten erst jetzt gesehen: Von Grace Jones kenne ich nur die Prä-Comeback Alben aus den 80ern. Warm Leatherette und Nightclubbing finde ich großartig!

    Thx für den SCNTST-Tipp! Gibt’s auch als CD-Doppelpack. Muss ich haben, glaube ich. Und in die Aggrovators muss ich mal reinhören. Kann man z.B. hier.

     

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