Startseite › Foren › Kulturgut › Für Cineasten: die Filme-Diskussion › I’m Not There (Todd Haynes)
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Sonic JuiceWenn ich allerdings etwa beim Filmdienst so sorglose Sätze lese wie: „Richard Gere reitet durch einen wilden Westen, der Sam Peckinpah mit Federico Fellini kreuzt…“ oder in der ZEIT: „elegischer Spätestwestern im Stil Sam Peckinpahs“, dann frage ich mich schon, ob die Autoren wirklich ernsthaft die blutleeren, romantisch verklärten, symbolisch überfrachteten Postkartenkulissen der Gere-Episode – deren Fokus sich immerhin auf einen mit dezentem Kunstschweiß benetzten, mit kunstvoll geschnittenem „Wildwuchs“bärtchen dekorierten Richard Gere richtet – als gelungene Hommage auf „Pat Garrett & Billy the Kid“ verstehen?!)
Bruckmaier sieht diese Episode als Inszenierung des Basement Tapes-Covers.
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WerbungWas im Einzelnen inszeniert wird, ist im Film schon immer jeweils sehr einfach zu erkennen, otis. Taugt aber als Ganzes dann doch nicht zu mehr als der Erkenntnis, daß Dylan echt mal ein aufgeweckt frecher Musiker mit Hang zur Künstleraura ist. Wundert aber nicht, denn von Haynes‘ unsäglichem Bowie Picture „Velvet Goldmine“ blieb ja auch nicht mehr als das Lecken von Mick Ronsons Gitarre und, daß es es irgendwie sexy sein muß.
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A Kiss in the DreamhouseotisBruckmaier ist in der SZ heute ebenfalls begeistert.
War eben schon genervt, da das Feuilleton heute mal wieder nicht der internationalen Ausgabe beiliegt (jedenfalls der, die hier rumliegt, und da ich in diesem Hause wohl der einzige bin der freiwillig das Feuilleton liest…). Aber den Artikel gibt’s auch im Netz.
Neue Erkenntnis: Nachdem Peckinpah und Fellini als Referenz bemüht wurden, wird in der SZ nun Haynes‘ „berauschendes Kinowunder“ dem „Godardschen Kuddelmuddelstil“ zugeordnet. Das mag dann Napo gerne persönlich nehmen, ich bin ja bei Godard nicht so firm.
Dank gebührt Bruckmaier dafür, dass er auf Lücken in meiner Darstellung verweist: ich hatte vergessen zu erwähnen, dass viel geritten und auf Güterzüge gesprungen wird, den kleinen Dylan ein Wal schluckt und auch mal ein Strauß und eine Giraffe durchs Bild laufen.
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I like to move it, move it Ya like to (move it)Wer spielt denn Woody Guthrie, oder kommt der nicht vor?
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?Napoleon DynamiteWundert aber nicht, denn von Haynes‘ unsäglichem Bowie Picture „Velvet Goldmine“ blieb ja auch nicht mehr als das Lecken von Mick Ronsons Gitarre und, daß es es irgendwie sexy sein muß.
Unsäglich trifft es für mich auch ganz gut, oder war das damals alles wirklich nur so hohl, wie es der Film vermittelt?
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Captain Beefheart to audience: Is everyone feeling all right? Audience: Yeahhhhh!!! awright...!!! Captain Beefheart: That's not a soulful question, that's a medical question. It's too hot in here.Was ich lese (von Sonic bis Bruckmaier), führt mich sicher nicht ins Kino.
Irgendwie scheint es ein Problem, Dylan leicht zu nehmen. Die Dylanologen sind die schlimmsten, dann das Feuilleton. Die geringsten Probleme mit der Leichtigkeit scheint der Meister selbst zu haben.--
FAVOURITESthomlahnWer spielt denn Woody Guthrie, oder kommt der nicht vor?
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Don't be fooled by the rocks that I got - I'm still, I'm still Jenny from the blockthomlahnWer spielt denn Woody Guthrie, oder kommt der nicht vor?
Der kleine, schwarze Dylan (siehe Bild oben) nennt sich „Woody Guthrie“.
Natürlich darf auch der Krankenhausbesuch des falschen beim echten Guthrie nicht fehlen; wer letzteren spielt, weiß ich aber nicht.--
I like to move it, move it Ya like to (move it)Sonic JuiceDer kleine, schwarze Dylan (siehe Bild oben) nennt sich „Woody Guthrie“.
Natürlich darf auch der Krankenhausbesuch des falschen beim echten Guthrie nicht fehlen; wer letzteren spielt, weiß ich aber nicht.OK, danke Sonic & Cleetus.
Das ganze scheint mir einfach eine Sightseeing-Tour durch Dylans Biografie-Bulletpoints zu sein.
Sehr schön geschriebener Veriss, übrigens. Schön zu wissen, das in Brüssel auch was vernünftiges produziert wird.
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?otisWas ich lese (von Sonic bis Bruckmaier), führt mich sicher nicht ins Kino.
Irgendwie scheint es ein Problem, Dylan leicht zu nehmen. Die Dylanologen sind die schlimmsten, dann das Feuilleton. Die geringsten Probleme mit der Leichtigkeit scheint der Meister selbst zu haben.Wobei mir Helmut Heimann – erwiesener Dylan Kenner und Radio Eins Moderator (Experience) – gestern versicherte, man dürfe den Film nicht so ernst nehmen. Er hätte sich zum Teil köstlich amüsiert.
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Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 19. September 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 17. September 2019 von 20 - 21 Uhr mit US Garage & Psychedelic Sounds der Sixties!otisIrgendwie scheint es ein Problem, Dylan leicht zu nehmen. Die Dylanologen sind die schlimmsten, dann das Feuilleton. Die geringsten Probleme mit der Leichtigkeit scheint der Meister selbst zu haben.
Nein, das stimmt nicht. Die ganze Struktur des Films ist ja so angelegt, dass Haynes eben nicht in Ehrfurcht erstarrt … Der Film selbst nimmt Dylan eher leicht!
MikkoWobei mir Helmut Heimann – erwiesener Dylan Kenner und Radio Eins Moderator (Experience) – gestern versicherte, man dürfe den Film nicht so ernst nehmen. Er hätte sich zum Teil köstlich amüsiert.
Ja, das hat wahrscheinlich keiner gelesen, aber das habe ich in meinem ersten Post auch schon geschrieben: Ich musste auch lachen. Wenn ich auch die Einzige im Kino war. Das lag aber wahrscheinlich daran, dass es eine OmU-Fassung war und die anwesenden älteren Herrschaften mit Gucken und Lesen schon so viel zu tun hatten, dass sie zum Lachen nicht mehr kamen.
thomlahnDas ganze scheint mir einfach eine Sightseeing-Tour durch Dylans’s Biografie-Bulletpoints zu sein.
Damit triffst du den Nagel auf den Kopf …
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C'mon Granddad!Sonic JuiceDu musst natürlich nicht, aber das wäre hier doch genau der richtige Platz, oder?
Komme er wenigstens seiner forumsbürgerlichen Pflicht zur Abstimmung nach!Möge er mir nachsehen, die Feder nicht eloquent genug zu führen, als dass ich die Eindrücke hier verständlich aufbereiten könnte. Eine Diskussion in Verbindung mit halluzinatorischen Gemischen am Münsteraner Tisch würde ich jedoch sehr begrüßen. Einstweilen zücke ich * * * *.
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"And the gun that's hanging on the kitchen wall, dear, is like the road sign pointing straight to satan's cage."Eindrücke:
Die Dame eine Reihe vor mir mochte den Film sehr. Nicht nur, dass sie den Film amüsant fand, nein, sie konnte auch sämtliche Songtexte mitsingen. Chapeau. Ich bin ohne Erwartungen reingegangen (zumindest hab ich es versucht), das heißt vorher keine Presse gelesen etc. Teilweise kann ich Sonics Einwände verstehen, Dylan-Kenner kennen sicher die ganzen Anekdoten, Dylan-Novizen gibt der Film wohl gar nichts. Haynes erzählt weniger eine Story, als er die Zeit der 60er/70er portraitiert. Die surrealen Geschehnisse (die Giraffe, der Wal…) haben mich anfangs auch .. äh überrascht, aber im Grunde passt das ja zu Dylans bilderreichen Lyrics, man mag manches als Gag halten oder etwas bedeutungsschwangeres reininterpretieren, wie beim Meister also auch.Amüsiert hab ich mich übrigens auch, ebenfalls fand ich gut, dass Haynes Dylan nicht ausschließlich glorifiziert, sondern ihn im Gegenteil als Arschloch hinstellt. Die Übergänge von Stimme zum Sänger haben oftmals nicht gepasst, was durch die Synchronisierung tlw. albern klang. Dennoch waren das recht kurzweilige 2 Stunden, nicht ohne Humor und nicht halb so ernst wie vermutet, aber auch nicht halb so bedeutend wie tlw. hingestellt.
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and now we rise and we are everywheremal ein paar unzusammenhängende gedanken zum film:
Mich hat der Film auch nicht restlos begeistert, fand ihn aber doch ganz ok. Sicher, wer sich nicht mit Dylan auskennt wird nicht viel verstehen. Wer dagegen mit Leben und Werk vertraut ist bekommt nichts neues erzählt. Ich habe in den letzten Jahren schon den Eindruck, dass Dylan zunehmend auf einige Momente seiner Karriere reduziert wird. (Ankunft in New York, Protest, Protest, Protest, Judas !, Masken, Masken, Masken) Alle diese „Highlights“ seiner Karriere kommen dann natürlich auch nochmal im Film vor.
Gut gefallen hat mit der kleine Woody Guthrie, der schon mit 5 Jahren den Blues hatte, und Cate Blanchett. Letztere ist vorallem gut, da sich sich an das orginal hält und dylan in dont look back eben unglaublich cool und abgeklärt wirkt. Bei der Szene mit den Beatles musste ich auch kurz schmunzeln. Gere fand ich auch ok, aber vorallem weil ich die Idee der Stadt Riddle sehr gut fand. Auch schön umgesetzt, erinnert an das Cover der Basement Tapes, das unheimliche amerika der außenseiter und aussteiger.So wie Dylan Leben auf einige Schlüsselmomente reduziert wird, steht im Mittelpunkt der Berichterstattung wieder mal die Maske. Der echte Dylan ist einfach nicht zu fassen. Hier eine Maske, da eine neue Maske, die Stimme als Maske und seit Time Out of Mind: das alter als maske. Das ganze wirkt immer so, als habe dylan einen masken-masterplan, der er seit den 60er jahren verfolgt.
Dylan selbst kann das ganze nur recht sein, niemand interessiert sich mehr für robert zimmermann, da man vollkommen damit beschäftigt ist die masken zu entschlüsseln. (ich sehe die maske dabei nur als ein notwendiges mittel um eine grenze zwischen sich und dem künstler zu ziehen. Eine möglichkeit der flucht vor einer kulturindustrie die sich nicht mit einem song, einem album zufrieden gibt, die tendenziell alles will.)Wenn man den film nicht so ernst nimmt und ihn als cut-up einer dylan biografie sieht kann man ihn sich ansehen.
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Look out kid You're gonna get hit -
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