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atom
YUVAL COHEN QUARTET – Winter Poems (ECM, 2025)
Für sein ECM-Debüt versammelt Saxophonist Yuval Cohen ein Quartett, von dem mir – abgesehen von Drummer Alon Benjamini – die Musiker bislang unbekannt waren. In acht Eigenkompositionen entfaltet sich ein typischer ECM-Sound: atmosphärisch, durchdacht, aber ohne große Überraschungen. Die stärksten Momente finden sich im letzten Drittel des Albums, wo Cohens Spiel an Tiefe gewinnt. Ein solides, wenn auch wenig wagemutiges Album.Winter Poems hat mich dann doch noch ziemlich gepackt, so dass ich es noch drei weitere Male gehört habe, vielleicht auch wegen seiner Unaufgeregtheit. Yuval Cohen und sein Quartett entfalten eine Klangsprache, die zwischen lyrischer Leichtigkeit und kammermusikalischer Tiefe oszilliert. Sie verweben Jazz, Folk-Elemente und klassische Motiventwicklung zu einer atmosphärisch dichten, zugleich freien und organischen Musik.
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Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...Highlights von Rolling-Stone.deROLLING-STONE-Guide: Die zehn besten Alben von Eric Clapton
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Werbung….dies gerade auf der listening party gehört, fantastisch, im vergleich zum erstling durch streicher abwechslungsreicher….hoffe sie ist wie brahem am freitag in der post….
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Hat Zappa und Bob Marley noch live erlebt!wadada leo smith, vijay iyer, defiant life (2024)
gestern zum ersten mal. ich bin ja ein bisschen traurig darüber, dass das nicht das iyer/haynes-duoalbum ist, das ich mir gewünscht habe, iyer/smith gab es ja schon, aber das hat ja mit diesem album jetzt nichts zu tun. ich mag das, auch wenn ich finde, dass iyers besondere fähigkeiten (die soundexperimente immer an eine rhythmische ebene zu binden) hier nicht so zum tragen kommen. das ging mir beim ersten duoalbum aber auch schon so. myers/smith höre ich völlig anders.
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Ich finde es total schön … lief gestern bei mir auch nochmal.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #162: 8.4., 22:00; # 163: 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbagypsy-tail-wind
friedrich
ECM und CTI – das passt wirklich wie A… auf Eimer!Ich hab vor ein paar Tagen dazu laut nachgedacht … zumindest für die frühen Siebziger finde ich den Gedanken nicht so abwegig:
gypsy-tail-wind
Jackie & Roy – A Wilder Alias | Wenn man 4:45 wach ist, ist die Hausarbeit auch früh erledigt … Runde 2 mit Jackie & Roy aus meinen jüngsten CTI-Einkäufen flasht mich nicht ganz so sehr, aber ist auch super – vielleicht eleganter in ihrer Zurückhaltung? Hubert Laws und Joe Farrell sind dabei, Don Sebesky hat „supervised“, also vermutlich da und dort etwas Hand angelegt, aber nicht direkt arrangiert, was bei einer kleinen Combo nicht nötig war vermute ich, weil Kral sowas ja auch konnte … und je länger das läuft, desto grösser wird meine Freude daran.
So als Gedanke: wir sind hier 1974, es gibt E-Piano, Flöte, Harvie Swartz, offene Flächen, sphärische Sounds mit brasilianisch (?) angehauchten Rhythmen … so weit von manchen ECM-Sachen aus der Zeit ist das gar nicht mal, oder? Anderes, viel wärmeres Klangbild, aber sonst … das erste RTF-Album hätte auf CTI vielleicht einfach etwas anders geklungen, aber auch sehr gut gepasst, nicht?Verstehe!
Aus Sicht des Jahres 2025 erscheint der Vergleich CTI <-> ECM zunächst eigenartig. Dort der smoothe sexy groove, hier die ätherischen Klangwolken. Dazwischen scheinen Welten zu liegen. Aber CTI ging Ende der 70er Pleite und wir wissen nicht, wie CTI-Alben in 2025 geklungen hätten.
Apropos smoother sexy groove, das hier habe ich am Wochenende in eine Playlist eingebaut. Beginnt wie ein gefälliges Jazz Funk-Stück und entwickelt im Verlauf einen immer hypnotischer werdenden vertrackten groove:
von: Grover Washinton Jr. – Mister Magic (1975), eine weitere Veröffentlichung auf Kudu.
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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)KENNY BURRELL – Moon And Sand
Hier im Stream. Der Wechsel zur akustischen Gitarre – Burrell hat das ja öfters gemacht – auf jeden Fall eine gute Idee. Hier ist er allerdings auch an der elektrischen Gitarre zu hören. Auf einem der Tracks holte er allerdings Töne aus der akustischen Gitarre, die fast nach einer Harfe klingen (Moon And Sand). „Stolen Moments“ ist fast sowas wie Fusion, die Gitarre kann mal kurz wie ein Fender Rhodes Piano klingen. Ich finde es ganz spannend mit Roy McCurdy an den Drums, Kenneth Nash zuständig für Percussions und John Heard am Bass, aber manchen Leuten dürfte es alles zu zahm sein. „Lost In The Stars“ hier auch wieder zu hören.
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Jazz behind the Dikes Volume 3überraschenderweise sind die drei Platten aus der Serie sehr unterschiedlich häufig anzutreffen, Volume 2 sieht man ständig, Volume 1, noch eine 10in LP, eher oft, diese hier hab ich nicht oft gesehen, bevor sie mit nach Hause kam… dabei gibt es ein paar interessante Bands zu hören, Klaviertrios von Pim Jacobs und Rob Madna, das Quartett von Tony Vos, ein Quintett von Frans Elsen, bei dem Herman Schoonderwalt als Bläser dazugekommen ist (auf den früheren Alben der Serie war es in Quartett mit p/g frontline) und, vor allem vielleicht, eine Big Band von Wessel Ilcken, in der sich alles versammelt, was Rang und Namen hat.
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.habe ein ticket für james brandon lewis trio im kölner stadtgarten am 27.04.2025 , 18:00Uhr, abzugeben, sitzplatz 1.reihe!
zuletzt geändert von lotterlotta--
Hat Zappa und Bob Marley noch live erlebt!
Tony Fruscella s/thier kenn ich die andorranische Box schon ewig… aber als ich neulich sah, wie die Originalplatte für sehr teures Geld irgendwo verkauft wurde, setzte irgendwie ein „will haben“ Reflex ein, zumal das wirklich ein sehr wichtiges Album für mich war… und als mir eben ein ansprechendes japanisches Reissue begegnete…
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.redbeansandrice
Tony Fruscella s/t
hier kenn ich die andorranische Box schon ewig… aber als ich neulich sah, wie die Originalplatte für sehr teures Geld irgendwo verkauft wurde, setzte irgendwie ein „will haben“ Reflex ein, zumal das wirklich ein sehr wichtiges Album für mich war… und als mir eben ein ansprechendes japanisches Reissue begegnete…und immer noch rauf und runter, in der ersten Hälfte der Nullerjahre war Fruscella neben einem Zoot Sims Album das einzige, was im Jazz für mich funktioniert hat… (und dann bin ich irgendwann zu den Prestige Aufnahmen von John Coltrane gekommen, und von da aus dann weiter) und naja, und ich hör schon was mir hier gefallen hat… vieles von dem, was man an Chet Baker mögen kann, ist auch hier, aber die Linien sitzen vielleicht noch perfekter und vor allem ist hier nicht von der dusseligen „Verletzlichkeit“ zu hören, die oft überzeugt aber immer auch ein bisschen Teil einer Masche zu sein scheint…
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.Hmmm … die kommt bei Baker aber auch irgendwie über den Gesang rein, nicht? Finde in der Hinsicht schon sehr lange (hab sie seit Erscheinen) diese CD sehr aufschlussreich, die die ganzen frühen Instrumental-Tracks bündelt, die Baker im Quartett mit Russ Freeman gemacht hat:
https://www.discogs.com/release/1259350-Chet-Baker-Quartet-Featuring-Russ-Freeman-Chet-Baker-Quartet-Featuring-Russ-Freeman
Keine Ahnung, ob man das in der Zusammenstellung irgendwo streamen kann (oder ob Du ev. diese CD hast), aber mich dünkt, da klingt das alles ziemlich unsentimental und nicht dusselig (was man ja zu Miles Davis‘ Verletzlichkeit auch nie sagen würde, aber das hat vielleicht ja auch alles mehr mit dem Image – und eben, meine Vermutung: dem Gesang – zu tun als mit der Musik?)--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #162: 8.4., 22:00; # 163: 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaKann man streamen, wobei ich zu Hause auch die CD haben müsst… Ja, die Verletzlichkeit bei Baker kam wohl später, wenn man den Gesang ausnimmt… Fruscella hat halt eine Abgeklärtheit, die weder der junge Baker hatte, noch der verletzliche alte… Und ja, diese Miles Quartette muss ich auch nochmal hören… Wobei es bei dem Fruscella Album natürlich besonders toll ist, dass da auch noch Allen Eager durchs Bild schwebt….
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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redbeansandrice … Ja, die Verletzlichkeit bei Baker kam wohl später, wenn man den Gesang ausnimmt… Fruscella hat halt eine Abgeklärtheit, die weder der junge Baker hatte, noch der verletzliche alte…
Verletzlichkeit im Sinne von Trauer als bewusstes Stilmittel in der Musik ein interessantes Thema …. bei Baker bleibt eine ambivalente Sicht sowohl aufgrund seiner (nur drogenbedingt ?) problematischen Persönlichkeit, als auch einer zumindest so empfundenen „Verwässerung“ der Glaubhaftigkeit durch unzählige Veröffentlichungen in den 80ern …. man stelle sich vor „Diane“ mit Paul Bley wäre eine von wenigen Aufnahmen gewesen …
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)Vielleicht bringen die Vergleiche auch gar nicht viel … dass Fruscella eine andere Abgeklärtheit (oder überhaupt darüber verfügt) hat, höre ich auch so – und klar ist das Fruscella-Album grossartig, auch dank Allen Eager und überhaupt in jeder Hinsicht (Band, Material, Arrangements, Produktion Cover …). Der junge Baker, wenn er gut drauf war (was er eben bei den Sessions mit Freeman aus der Zeit, ca. 1953, meistens ist) war – wie der junge Miles bei Parker – auch einfach ein guter Bebop-Trompeter mit solider Technik, schönem Ton, vielen Einfällen und einem guten Flow, technisch ziemlich versiert und sicher. Da denk ich dann eben nicht so sehr an Verletzlichkeit, drum kam ich drauf: da wirkt Bakers Spiel auf mich kompakt, selbstbewusst und recht druckvoll. Anders vielleicht auch als Baker im Mulligan Quartet klingt. Dieses liegt ja zeitlich direkt davor, Freeman war die Ablösung, als Baker die Band übernehmen musste, weil Mulligan weggesperrt wurde (Arbeitsdienst oder sowas, nicht Knast, glaub ich?) – da lastet dann die Leader-Bürde auf Baker und mich dünkt, das merkt man irgendwie dem Spiel an, dem Auftreten. Und er hat mit Freeman auch wen hinter oder neben sich, der wirklich verlässlich funktioniert (und doch auch für Überraschungen gut ist).
Die Miles-Quartette – welche meinst Du genau? Ich bin ja mit „Musings“ bisher immer nur so halb warm geworden, aber es gibt u.a. auch eine tolle Session mit Horace Silver für Blue Note – aber das ist dann schon 1954 und eigentlich schon mitten im frühen Hard Bop und wieder anders, strahlt auch ein anderes Selbstbewusstsein aus (das wär dann die „power of vulnerability“, wie Ethan Iverson sie in seinem tollen Essay über Lester Young beschrieben hat, und da taucht Miles Davis – quasi als der legitime und wie ich denke alleinige Erbe – auch auf).
An Trauer denke ich bei all dem übrigens wirklich nie – auch beim späten Baker nicht. Und ob da jetzt geschauspielert wird oder nicht oder ob die Flut an Veröffentlichungen bloss den Eindruck … verändert oder verfälscht – darüber habe ich echt nie nachgedacht. Ich finde Baker einen extrem unangenehmen Menschen (ich hab mich ja hier mal ausführlicher über den vielgelobten Film und wie ambivalent ich vieles davon finde – und wie Arschlochig das Auftreten und Verhalten von Baker – ausgelassen), der aber eine grosse Menge an Musik machte, die ich mich eben doch sehr berührt (aber gerade bei „Diane“ funktioniert das für mich auch nur halb so gut wie bei vielen, das ist so ein Album, das ich total lieben müsste, aber tatsächlich höre ich es, bewundere es irgendwie, stelle es weg und vergesse es in dem Augenblick wieder, bis ich es Jahre später wieder mal suche, und dann wiederholt sich das … vielleicht ändert das ja in 30 Jahren nach 5-6 weiteren Runden, wer weiss … that is, falls wir dann noch da sind und Musik hören können), gerade bzw. besonders in den späten Jahren, wo es eben keinen satten Bebop mehr zu hören gibt (den ich aber auch gerne mag, aber ich glaub das Mulligan Quartet von 1951/52 ist mir auch in Sachen Baker aus den frühen Jahren das liebste).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #162: 8.4., 22:00; # 163: 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaredbeansandrice
Tony Fruscella s/t
hier kenn ich die andorranische Box schon ewig… aber als ich neulich sah, wie die Originalplatte für sehr teures Geld irgendwo verkauft wurde, setzte irgendwie ein „will haben“ Reflex ein, zumal das wirklich ein sehr wichtiges Album für mich war… und als mir eben ein ansprechendes japanisches Reissue begegnete…..würde bei mir auch einsetzen und der verstand auch leider aus…
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Hat Zappa und Bob Marley noch live erlebt! -
Schlagwörter: Ich höre gerade..., It's about the melody stupid, Jazz, Tagebuch
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