Startseite › Foren › Kulturgut › Für Cineasten: die Filme-Diskussion › Der letzte Film, den ich gesehen habe (Vol. II)
-
AutorBeiträge
-
Dienstag war ich den ganzen Abend im Kino:
Auf eine ortsangepasste 90minütige Kurzfassung von Der automobile Mensch (Reinhard Seiß, AT 2024 – der ganze Film besteht aus über 6 Stunden Material) gab es noch eine Diskussion mit dem Regisseur und wem von der ETH-Zürich, einer der im Film zu Wort kommenden Experten war auch im Saal … war unterhaltsam, oft witzig, aber irgendwie auch total zum Verzweifeln. Die DACH-Schadenländer arbeiten halt immer noch eifrig an Schöner Wohnen für Autos.
Danach der Auftakt zur Guy Maddin-Retro mit My Winnipeg (CA 2007) und davor dem kurzen Night Mayor (CA 2009). Letzteren fand ich etwas gewöhnungsbedürftig aber am Ende ziemlich faszinierend, den Hauptfilm dann ziemlich umwerfend. Der Film scheint ja eine Art Fort-Bewegung zu suggerieren, aber die tritt zugleich an der Stelle, in Bildern und einem irgendwie lyrischen Off-Kommentar entsteht eine ganz eigenen Poesie des Kinos, sehr einprägsam und sehr eigen.
--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #162: Neuentdeckungen aus dem Katalog von CTI Records, 8.4., 22:00; # 163: 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaHighlights von Rolling-Stone.deNeu auf Disney+: Die Film- und Serien-Highlights im April
Amazon Prime Video: Die wichtigsten Neuerscheinungen im April
Netflix: Das sind die besten Netflix-Serien aller Zeiten
Neu auf Netflix: Die wichtigsten Filme im April 2025
Neu auf Netflix: Die Serien-Highlights im April 2025
20 legendäre melancholische Songs für Herbst und Winter
WerbungpfingstluemmelZuletzt gesehen:
Blueberry: L’expérience secrète (Regie: Jan Kounen – Frankreich/Großbritannien/Mexiko, 2004) 7/10
Ich glaube sofort, dass Regisseur Jan Kounen seine schamanischen Trip-Erfahrungen aus erster Hand hat, denn dort wo andere Filmemacher das Absurde ins Clowneske übertreiben, bleibt er nah an einem „echten“ psychedelischen Erlebnis und kann auf visueller Ebene (trotz oder gerade wegen übermäßigem CGI-Einsatz) ziemlich genau abbilden wie Psychedelika auf den Psychonauten wirken, vor allem überlagernde Mandelbrotmotive und akustische Verschiebungen und Vermengungen sind hervorragend ausgeführt.
Leider ist der Rest des Films ein wenig verschenkt (der Einsatz von Juliette Lewis ebenfalls), wenn man ihn mit anderen Acid-Western (z.B. El Topo, The Last Movie, Dust Devil, Dead Man) vergleicht, obwohl die Geschichte auf einer Comic-Reihe von Moebius – die Jodorowsky-Verbindung verstellt vielleicht ein wenig meinen Blick – beruht, ohne sich mehr als einige Motive dort auszuborgen.
Im Herzen ist Kounens Werk eher ein fantastisches Abenteuer im Western-Setting mit ausgeflipptem Finale, denn ein genuin bewusstseinserweiternder Freak-Out. Der Soundtrack plündert die psychedelisch wirksamen Sounds der Weltmusik, um sie geschmackvoll neu zusammenzusetzen. Zentrale Weisheit, gelassen ausgespuckt von Michael Madsen: „Animals are beasts, but men are monsters.“ Aber das wussten wir ja schon, oder?Ich habe den Kounen-Film noch nicht gesehen, aber eine Anmerkung: Giraud (Moebius bürgerlicher Name) hat bereits Ende der 80er seine Drogenerfahrungen (Mescalin, Peyotl, wenn ich richtig informiert bin) in seine Zeichnungen einfließen lassen. Das war noch vor der Begegnung mit Jodorowsky, die ja erst mit den Planungen zum Ur-Dune stattfand. Wobei Girauf mit den (wundervollen) Szenarios von J.-M. Charlier arbeitete, die nicht unbedingt psychedelisch waren. Giraud arbeitete vor allem mit den Farbpaletten, grüne Wüste, blaue Gesichter etc., was den Comics einen ganz eigenen Touch verleiht: knackharte (sehr straight erzählte) Italo-Westerngeschichten mit bunten Farben.
--
If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.Die Timeline kann nicht ganz stimmen, latho. Jodorowsky und Moebius müssen sich deutlich früher kennengelernt haben, Mitte der 1970er oder sogar noch früher. Jodorowsky wollte Moebius für sein Dune-Projekt aufgrund der Blueberry-Comics engagieren.
--
Come with uncle and hear all proper! Hear angel trumpets and devil trombones. You are invited.pfingstluemmelDie Timeline kann nicht ganz stimmen, latho. Jodorowsky und Moebius müssen sich deutlich früher kennengelernt haben, Mitte der 1970er oder sogar noch früher. Jodorowsky wollte Moebius für sein Dune-Projekt aufgrund der Blueberry-Comics engagieren.
Oh, ich dachte, das Dune-Projekt hätte erst in zu Beginn der 70er Fahrt aufgenommen (u.a. mit den Konzeptzeichnungen von Moebius)?
--
If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.The Complete Unkinown – (Dylanfilm)
Hammergut
Jeder der knapp über ca. 20 1/2 ist sollte den Film sehen.
Toll das auch jüngere Studentinnen etc. im Kino waren
--
...she`s so many woman... Warren Zevon - Hasten Down The Wind (1976) „Same" ... woo meIch finde auch, jemandem, dem Dylan ein unbekanntes Flugobjekt ist, ist für den Anfang in neuzeitlichen Bildern der junge Zausel ordentlich nahegebracht. Die Checker hier, einschliesslich den wahrhaftigen Dylanologen, hätten sicher den viel besseren und wahnhaft überzogenen Film gedreht. Einschliesslich mir.
--
I want you, I want you, I want you so bad. Honey, I want youContre la guerre
-
Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.