Re: soul soul soul soul

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minos

Registriert seit: 02.06.2008

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Sonic JuiceIch beziehe mich auf diverse RnB-Singles und die LP „Sings Bessie Smith“, spätere Aufnahmen kenne ich nicht.

Das Album finde ich ebenfalls ganz großartig! :sonne: Das mit Abstand beste mir bekannter von Lavern. Eines der wenigen Alben überhaupt, denen ich ohne große Bedenken die Höchstwertung gebe.

[Quote]Wie bei den Sachen, die ich von Mitty Collier oder Big Maybelle schätze, ist das meiste wohl zeitlich und stilistisch eher dem RnB bzw. New Breed zuzuordnen als Soul, aber diese im einzelnen recht schwierige Genre-Abgrenzung war mir für die Nennung hier nicht so wichtig.

Dann hatte ich Dich falsch verstanden. Ich nahm an, Du beziehst Dich auf Soulsängerinnen und meintest bei z. B. Big Maybelle (vor allem) ihren 60er-Output, den ich selbst erst kürzlich z. T. kennengelernt habe und der sich von früherem deutlich unterscheidet („Candy“ von 1956 geht allerdings m. E. schon deutlich in Richtung Soul, ist aber wohl eher untypisch).
Ich habe auch Probleme mit der Abgrenzung R’n’B, Soul und R&B. Unter Rythm ’n‘ Blues habe ich früher wie selbstverständlich die am Bluesschema orientierten schnelleren, oft mit Boogie Woogie-Elementen gespickten Sachen, die vor allem in den 40ern und frühen 50ern beim schwarzen Publikum (und einer kleinen, aber wachsender Zahl meist junger Weißer) sehr beliebt waren, verbunden. Die Abkürzungen R’N’B und R&B habe ich dann aber trotzdem irgendwann synonym gebraucht, bis mich hier jemand darauf hinwies, dass beides unterschiedliches meint. So, wie ich verstehe, ist R&B wohl nur der Überbegriff für schwarze Musik (bzw. solche, die in den („schwarzen“) Charts erfolgreich war). Soul der 60er davon eine Untermenge? Demnach scheint R’n’B eventuell das auszudrücken, was ich immer darunter verstand? Problem: wie bezeichnet man dann die (schwarze) Musik der 50er, die man weder als Blues, noch als (klassischen) R’n’B/frühen Rock’n’Roll aber auch kaum als Frühform des Souls (weil gospelartiger Gesang fehlt bzw. nicht so klar ausgeprägt ist) ansehen kann?

Davon abgesehen – zu den ganz großen Sängerinnen der End-40er und der 50er (sowie auch der 90er) gehört für mich neben den ganannten auch Ruth Brown. Bzgl. 60er und Soul bin ich zuletzt auf Brenda Holloway stark aufmerksam geworden. Ich kenne von ihr aber noch nicht sehr viel.

[Quote]Hätte auch noch Barbara Lewis oder Martha Reeves usw. nennen können. Es geht mir ja um die Stimme an sich, nicht um spezifische Aufnahmen.

Bei mir kommt da beides zusammen: Stimme, bzw. die Art, wie sie eingesetzt wird und auch das, was die Künstler/innen singen. Um auf Lavern Baker zurückzukommen: Ihr zweites Album („R’n’R Lavern Baker“; nach heutigen Maßstäben viel eher eine Kompilation) ) sehe ich so durchwachsen wie kaum ein anderes: neben drei *****ern auch mehrere Tracks, denen ich nicht mal mit sehr viel Wohlwollen *** geben würde (zwei bekommen mit Wohlwollen *1/2). Mit ihrer Stimme macht sie mir zwar „Tweedle Dee“ und auch noch einigermaßen „Bop Ting A Ling“ hörbar, bei Sachen wie „Tra La La“ kann sie aber auch nichts mehr retten. Das ist mir zu schlagerhaft, anderes zu klebrig. Hätte sie nur solche Sachen gemacht, würde ich sie nicht schätzen. Aber sie hat ja auch ganz großartiges hervorgebracht! ;-)

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