Re: Berlinale 2012

#8272091  | PERMALINK

witek-dlugosz

Registriert seit: 19.11.2010

Beiträge: 5,114

Danke für deine Rückmeldung, tolo. Es ist ja schön, dass du eine Lanze für das Werk der Tavianis brichst, das mir übrigens abgesehen von diesem Film nicht bekannt ist. Große Lust auf weitere Filme der beiden habe ich aber gerade nicht. Falls es mich doch einmal überkommt: Was würdest du empfehlen?

Erstaunlich allerdings, wie wortreich du dich für einen Film stark machst, den man gar nicht gesehen hat. Auf rein spekulative Passagen wie etwa die, in der du eine „perfekte erzählerische Kreisbewegung“ erkennst (wie gesagt: bei einem Film, den du nicht kennst), möchte ich nicht weiter eingehen.

Auf eines möchte ich dennoch antworten.

Du gehst, mit Unverständnis, auch auf den Wechsel des Filmmaterials ein, die Passagen in schwarzweiß. Paolo und Vittorio Taviani haben sich sicher etwas dabei gedacht, wenn sie den grauen Gefängnisalltag, jenes Nicht-Leben (wie es die Tavianis nennen), nicht in Farbe zeigen, sondern die Buntheit nur der Shakespeare-Welt (als Projektionsfläche für Orte freier Möglichkeiten) zuordnen, die ja tatsächlich Farbe in das Leben einiger der Gefängnisinsassen bringt.

Mir Unverständnis zu unterstellen, ist ehrlich gesagt eine kleinere Frechheit. Du kannst davon ausgehen, dass ich sehr wohl verstanden habe, was der Wechsel von Farbe auf Schwarz-Weiß und zurück aussagen sollte. Im Übrigen zeugt deine Analyse aus dem Blauen heraus von deiner Unkenntnis des Films.

Ich bin auf den Taviani-Film gespannt; auch wie meine Erwartungen dann mit dem Kinobesuch zusammenpassen und in wie weit ich mich getäuscht habe.

Lass es uns dann doch bitte wissen!

--