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weiss nicht, für mich ist das alles die bewegung der leute, die sich in den 40ern Gedanken gemacht haben, wie es nach Lester Young weitergeht – die etwas kreativeren klangen ein bisschen weniger nach Young als die, die einfach nur super gut verstanden haben, worum es geht – bebop in den 40ern ist mE mehr das, was im Rock zweieinhalb Bands sind, Leute, die wirklich wie Parker und Gillespie klingen, gibt es (?) unter Leuten, die wie Getz, Sims etc schon 1942 Profis waren wenige – und danach durchaus auch unter New Yorker Juden (Schildkraut…), Tatsache ist, dass es zwischen diesen Szenen Austausch gab, und dass Sadik Hakim auf Bop Sessions nicht „authentischer“ klingt als George Wallington (Italiener, klar), und dass auf Birth of the Cool auch echte Bopper wie JJ Johnson und Max Roach zu hören sind… wie schon öfter gesagt, ich glaub an diese Aufteilung in Bop/Cool nur sehr begrenzt, bzw, eigentlich nicht mehr, ein Stück weit scheint die mir auch daher zu kommen, dass unter den Weißen mehr Tenoristen war (naturgemäß näher an Young) und mehr Gitarristen (naturgemäß kälter) – und dass man damals nach unterschieden gesucht hat… von Conte Candoli zu Tony Fruscella ist es stilistisch auch nicht weiter als von Dizzy zu Miles…
was Ayler und die Army betrifft: hör dir mal die Session mit Winding/Turner an – Turner hat das mit Young schon sehr gut verstanden (und das ist viel) und dass jemand, der sich von Turner die große weite Welt zeigen lässt (danach klingen diese ganzen Berichte), am Ende ein bisschen wie Young klingt, so sehr Turner von Parker geredet hat, kann nicht überaschen… und klar, er hat sich danach nicht groß weiterentwickelt – und wenn man neue Ideen jenseits von einem Gis über C7 hören will, ist man mit Ayler nach der Army besser bedient… aber Turner klingt, soviel ist sicher, einfach gut, auch wenn wir die innovativen Seiten nicht mehr hören können, mutmasslich viel weiter als Ayler in der army
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