Re: David Bowie

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friedrich

Registriert seit: 28.06.2008

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RetroSorry wegen dem kleinen Davis-OT:

Miles Davis über ein Best Of? Ich halte das für unmöglich. Der einzige wahre Einstieg ist über Kind Of Blue. Jazz in seiner reinsten Form. Bei mir kam gleich danach Pangea/Agartha dann Bitches Brew und dann erst On A Silent Way.

Diese Box hat mindestens einen Vorzug: Sie enthält Musik aus vielen verschiedenen Phasen von Miles. Cool, Hard Bop, Modal, mit Gil Evans, Electric etc. ff. Damit erfasst sie ein ganz wesentliches Merkmal des Werkes von Miles: Die ständige Veränderung. Man könnte argumentieren, das die Bowie-Box genau das gleiche schafft. Aber im Grunde argumentierst Du, dass man auch Bowie besser über die Alben kenne lernen sollte?

Inzwischen gibt es meines Wissens aber bessere Miles-Compis. Und ich würde inzwischen eigentlich auch empfehlen, Miles eher über die Alben kennenzulernen. Das hatten wir im How To Buy-Thread auch schon mal diskutiert.

Was ist Jazz „in seiner reinsten Form“? ;-)

j.w.Falsch.
Abgesehen davon, dass ich den Terminus „amtlich“ im Musikbezug fürchterlich finde, kann ich da gleich mit den drei großartigen Singles von Let’s Dance kommen, nicht zu vergessen die Cat people-Single aus dem Soundtrack, dann gibt es an den tollen Singles der Mid-80s ebenfalls nichts auszusetzen, Outside hat ein paar tolle Songs, Earthling ist noch viel besser, Hours ist auch nicht zu verachten und auch Heathen und Reality haben starke Nummern. Und mit The next day und Blackstar kann man auch nichts falsch machen.

Okay, ich meinte „amtlich“ in Anführungszeichen. Natürlich ist in der Musik (der Kunst?) nichts „amtlich“, denn das ist ein Widerspruch in sich selbst, oder? Ich bestreite nicht, dass Bowie auch nach 80 Gutes getan hat. Aber weniger Gutes als bis 80.

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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)