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ClauWarum zählt das in der Schweiz aufgenommene „Lodger“ eigentlich zur Berlin Trilogie?
Berlin Trilogie ist meines Wissens ein Begriff, der den Alben Low, Heroes und Lodger nachträglich aufgepfropft wurde. Alle guten Dinge sind drei, oder so … Auf Lodger sind viele Stücke zusammen mit Brian Eno entstanden, insofern ist sie entfernt mit Low und Heroes verwandt, das Stück „Yassassin“ ist wohl von der Türkischen Kommüniti in Berlin inspiriert, aber sonst verbindet Lodger eigentlich nicht viel mit den anderen beiden Alben.
In meinen Ohren gibt es eher eine Tetralogie von Bowie’s Low und Heroes und Iggy Pops’s The Idiot und Lust for Life, die allesamt zum großen Teil in Berlin entstanden, im gleichen Jahr 1977 (in nur einem Jahr: unglaublich!) veröffentlicht wurden, an denen Bowie maßgeblich beteiligt war und bei denen die gemeinsame Zeit von Bowie und Iggy way back in West-Berlin herauszuhören und -zulesen ist. Für mich gehören diese vier Alben zusammen. Aber das ist auch bloß eine von mir nachträglich hergestellte Verbindung. Konzipiert war das wohl nie so.
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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)