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FriedrichThx!
Ich habe in den letzten Tagen immer wieder meine Way Back In West-Berlin-Playlist (nach einer Zeile aus Iggy’s Fall In Love With Me) gehört. Persönliche Favoriten aus Low, Heroes, The Idiot und Lust For Life und das erste Stück ist natürlich Warszawa. Mir die liebste Phase im Oeuvre von Bowie (und Iggy). Wow, was die sich damals getraut haben!
Warszawa klingt in diesen Tagen so schön und traurig wie nie!
ClauIch bin neugierig. Magst Du sie hier posten?
GipettoIch wette, dass die Zusammenstellung mit Mass Production endet…
Der Titel der Playlist ist übrigens stimmig gewählt, zumal Fall In Love With Me einer der meist unterschätzten Iggy-Titel überhaupt ist.
Ist ja eigentlich nichts besonderes und jeder, der die vier Alben hat, kann sich daraus eine Playlist zusammenrühren.
Die Wette, dass der Mix mit Mass Production aufhört, hast Du verloren. Aber das regt mich an, mir mal wieder die zweite LP-Seite von The Idiot anzuhören. Sicher eine der monotonsten, kältesten und depressivsten halben LPs der Popgeschichte. Traurige Berühmtheit erlangte The Idiot ja leider auch dadurch, dass die Platte noch lief als Ian Curtis‘ Frau nach hause kam und ihn von sich selbst erhängt in der Küche fand. Bitter!
Iggy’s Fall In Love With Me: Mein Lieblingsstück von Iggy Pop. Großartiger, bildreicher Text, bei dem ich die abgerissene Schönheit in den Gummistiefeln und dem cheap fur coat, in die Iggy sich da verliebt, nachts im Schnee in Berlin-Kreuzberg stehen sehe. Und dann hat dieses Stück ja auch einen tollen Groove, zu dem man sogar tanzen kann!
Die Way Back In West-Berlin-Playlist wird immer mal wieder etwas umprogrammiert und gerade denke ich, ich sollte aus einem langen Mix vielleicht zwei kurze machen, wo dann auch Mass Production drin sein könnte. Gegenwärtig sieht sie so aus:
Hansa Studios , Köthener Straße, 1977
– Warszawa
– Sister Midnight
– Sons Of The Silent Age
– Baby
– Tonight
– Nightclubbing
– V2 Schneider
– Sound And Vision
– Secret Life Of Arabia
– Lust For Life
– The Passenger
– China Girl
– Fall In Love With Me
– Speed Of Life
– Heroes
– Subterraneans
Low, Heroes, The Idiot und Lust For Life: Vier Alben, die mythenumrankt sind, die einen nicht nur geographischen und zeitlichen Sehnsuchtsort verkörpern, an dem Bowie und Iggy ein undercover Leben im Bohemia der damals wie ein ferner Planet der Klasse C isolierten Stadt West-Berlin führten. Ich war damals zu jung und hunderte Kilometer entfernt, um das in Echtzeit mitzuerleben – aber wer hat das schon selbst miterlebt? Zehn Jahre später habe ich ganz in der Nähe von Bowie’s und Iggy’s Adresse, Hauptstraße 155 in Berlin-Schöneberg, gewohnt. Aber ich habe es damals nicht mal gewusst. Umso faszinierender wirkt das aus der Distanz.
Fast vergessen: Iggy’s The Idiot und Lust For Life gehören hier hinein, weil David Bowie beide Alben produziert hat und auch als Musiker und Co-Autor beteiligt war. Für mich nicht von Low und Heroes zu trennen.
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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)