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Mir hat es ausgespochen gut gefallen – lediglich der zweite Band war etwas zu lang.
Der moralische Zeigefinger hat mich (wenn es ihn hier überhaupt gibt) nicht gestört. Dass Genazino nicht einfach über 500 Seiten einen kommunikationsgestörten Sonderling beschreibt, ohne damit noch etwas Darüberhinausgehendes sagen zu wollen, finde ich keineswegs erstaunlich oder gar störend. Das mag auf Henscheid zutreffen, dem vielleicht in erster Linie am Abfeiern der Wortgewandtheit seiner (sicherlich sehr amüsanten) Gelaberkaskaden gelegen ist.
[Genazino] (be)nutzt die beschriebene Kauzigkeit Abschaffels als Vehikel, um quasi durch die Hintertür die Sackgasse gelebter Menschenfeindlichkeit anzuprangern
Bin mir nicht sicher, ob es so ist. Und wenn es so ist: Was stört Dich daran? Dass gelebte Menschenfeindlichkeit eine Sackgasse ist, passt Dir als Botschaft nicht, weil Du Misathrop aus Liedenschaft bist? Oder hältst Du die Botschaft nicht für überzeugend herausgearbeitet?
Der Henscheid-Vergleich drängt sich natürlich auf – aber da kann Genazino nur gewinnen. Ich mag Henscheid, keine Frage – aber die Abschaffel-Trilogie erscheint mir doch wichtiger, substantieller. An Kempowski habe ich mich weniger erinnert gefühlt, könnte aber auch ein lohnender Vergleich sein. Von Frau Kronauer habe ich bislang nichts gelesen.
Mehr demnächst in Ihre Internet-Oase des guten Geschmacks: www.4word.de.
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Lately I've been seeing things / They look like they float at the back of my head room[/B] [/SIZE][/FONT]