Startseite › Foren › Über Bands, Solokünstler und Genres › Solokünstler › Bob Dylan › Re: Bob Dylan
CanzioneWer z.B. seine musikalische Sozialisation in den 50er und 60er erhalten hat, wer also groß geworden ist mit den normativen Prinzipien der Neuen Musik, wie sie niedergelegt sind in den Programmatiken Stockhausens, der wird mit dem Werk von Bob Dylan Schwierigkeiten haben. Er wird sich fragen, ob dieser überhaupt einen Rangplatz verdient neben Schönberg, Webern, Stockhausen, Coltrane, ob das Festhalten an der Tradition ihn nicht von vornherein dem Verdacht der „Trivialität“ aussetzt. Mit anderen Worten: Bob Dylan ist ein Musiker, der nicht auf den avanciertesten Möglichkeiten der Musik besteht, er ist kein musikalischer Innovator, kein Musik-Picasso, sondern ein Anachronismus: ein musikalischer (ästhetischer) Konterrevolutionär.
Aber das ist okay, Bob gefällt auch so.
Seltsame Perspektive… aber hör Dir trotzdem mal „Empire Burlesque“ an. Auf seine eigene Art und Weise ist es hervorragend.
--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba