Re: Rahsaan Roland Kirk

#2004393  | PERMALINK

friedrich

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Hatten wir hier schon mal erwähnt. Kein Grund, es nicht noch mal zu tun.

Rahsaan Roland Kirk – Does Your House Have Lions (1962–1976)

Menschen, Musik, Sensationen! Einunddreißig Tracks von RRK auf 2 CDs aus den Jahren 1967–76 plus ein Ausreißer aus dem Jahr 1962 von Charles Mingus‘ Oh Yeah-Album mit RRK als sideman. Der kürzeste Track ist 0:02 min lang, der längste 10:34 min, darunter Wortfetzen, Klangcollagen und kurze Gespräche mit einem Computer, der RRK befiehlt, schlafen zu gehen und zu träumen. Dazu ein gut 40-seitiges Booklet.

RRK als Instrumental-Artist, der mehrere Blasinstrumente und Melodien gleichzeitig spielt, als Duke Ellington-Impersonator (Carney And Begard (sic!) Place), als in Ekstase fallender Prediger (I Say A Little Player), als – äh … – Entertainer (The Entertainer), als Elektronik-Experimentator (Horses), als Anführer einer Beerdigungskapelle in New Orleans (Black And Crazy Blues), als Black Power Aktivist (Blacknuss), Balladier (If I Loved You). Mal klingt RRK wie ein Straßenmusiker (Black Root), mal wie im Konzertsaal (Seasons), mal wie ein Musikclown auf dem Kindergeburtstag (A Laugh For Rory). Blues, Swing, Bop, R&B, Soul, Funk – die gesamte Black Music im Schnelldurchlauf, tief traurig oder himmelhoch jauchzend, herzzerreißend oder aufpeitschend, todernst oder albern. Es ist alles drin: RRK spricht in Zungen. Vielleicht ist er die Urform des DJs, wie Madlib oder J Dilla, die ganze Alben ausschließlich aus samples zusammenbauen.

Wenn man nur ein einziges Jazz-Album besitzen will, dann dieses! ;-)

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