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BR2, 23:03 Uhr Nachtmix Mit Ralf Summer
Der Beatgott des HipHop – Zum 20. Todestag von J Dilla – Verneigung von Ralf Summer
„Am 10. Februar jährte sich sein Todestag zum 20. Mal: Beatbastler J Dilla starb am 10. Februar 2006 – wenige Tage nach seinem 32. Geburtstag. Der Detroiter HipHop-Produzent und Rapper nannte sich zunächst Jay Dee – nach seinen Vornamen James Dewitt Yancey. Später J Dilla oder nur Dilla. Seine Beats holten sich A Tribe Called Quest, Busta Rhymes, Common, D´Angelo, Erykah Badu, The Pharcyde oder The Roots – für Roots-Drummer Questlove ist Dilla gar „the greatest beatmaker of all time“.
Er war nicht der erste HipHop-Produzent, der den Reiz des „Swing“ entdeckte: wenn Beats leicht hängen, ungenau produziert sind. Aber keiner trieb es so weit wie Dilla – er nahm sich die maximale Freiheit und gab dem Groove das gewisse elastische Federn. Wodurch viele seiner Beats bzw Instrumentals zeitlos und jazzy wirken. Zum Teil versetzte er den Takt um ein 1/32 zurück: „move a baby hair backwards“, wie er es nannte.
Im „Zündfunk“- Playback beschäftigen wir uns mit seiner viel zu kurzen Karriere, die in den 90er Jahren mit seiner eigenen Band Slum Village begann, ihn in New York in große Studios und zu Ruhm führte und er schließlich in Los Angeles landete. Wo er mit Madlib das Projekt Jaylib startete und in einem Wettlauf mit der Zeit, nachdem bei ihm eine seltene Blutkrankheit diagnostiziert wurde, Instrumentals für Solo-Platten mit kurzen Snippets aufnahm. Für mehr blieb leider keine Zeit mehr. Er starb im Krankenhaus – mit seinem Sampler am Bett.
Längst werden seine Musik-Geräte als nationales Kulturerbe im Museum of African-American Heritage & Culture in Washington D.C. ausgestellt. Pharrell Williams verbeugte sich vor ihm und für seinen ehemaligen Mitbewohner Common ist er der „Coltrane seiner Generation“. Dilla hat das Timing im HipHop verändert: neben „straight time“ und „swing time“ gibt es mit ihm auch „Dilla time“.“
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