Antwort auf: Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

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nicht_vom_forum

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friedrich
Technisch perfekt im Sinne von handwerklich gut gemacht, zumindest über ein paar Takte. Doch wenn alleine das durch einen Prompt, der gerade mal eine Zeile lang ist und der von einem musikalische Laien erstellt wurde, generiert wird, ist das ja schon allerhand.

Schon. Die Frage ist m. A. n., ob die Entwicklung so weitergeht. Natürlich ist KI für manche Dinge einfach*er* als andere Produktionsmethoden, aber einen Prompt zu schreiben, der ein irgendwie originelles Ergebnis zur Folge hat, wird nie *einfach* werden – und sei es nur, weil man zwingend das Vokabular braucht und sich erarbeiten muss, um sein gewünschtes Ergebnis genau genug zu beschreiben.

Zwischen Aufgabenstellung und Ergebnis lagen nicht mal 2 Minuten. Was passiert, wenn ein Profi sich nicht 2 Minuten sondern 2 Tage damit beschäftigt?

Das ist genau das, worum es mir geht: „Profi“ wird man schließlich nicht von jetz auf gleich. Produzent, Dirigent, DJ etc. sind ja auch hochanspruchsvolle Tätigkeiten, auch wenn sie eine andere Art von musikalischem Handwerk erfordern als Instrumentenbeherrschung.

Auch auf Amateurniveau spielende und singende Menschen braucht in der Musikproduktion bald kein Mensch mehr. Ich vermute, dass die Musik, die im Dudelfunk läuft, in absehbarer Zeit ohne weiteres komplett KI-generiert sein kann. Das interessiert den Hörer, der im Stau Autoradio hört, den Gaststättenbesucher, der nebenbei musikalisch berieselt wird und die Kids, die […] en Bluetooth-Speaker wummern lassen, doch vielleicht überhaupt nicht. Vielleicht entwickelt sich da sogar eine neue Kunstform? Wir Musiknerds hier im Forum hören das natürlich anders.

 
Natürlich gibt es einen Markt für Gebrauchsmusik für Fahrstuhl umd Fitnessstudio, der wahrscheinlich gut und billig von KI bedient werden kann. Insgesamt denke ich aber, wird es nach wie vor einen Bedarf an Celebrities und Zielen für Fantum geben, der durch KI generierte Musik nicht befriedigt wird. Unterm Strich ist Musik dann doch primär ein soziales und kommunikatives Unterfangen.

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