Antwort auf: Ducal Sounds – Edward Kennedy "Duke" Ellington

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friedrich

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hat-and-beardHabe auch gerade einen heftigen Ellington-Schub und bin dabei, die RCA- bzw. CBS-LP-Reihen mit den 20s-40s-Aufnahmen zu vervollständigen. Lektüre spielt auch eine große Rolle, habe einige Bücher gekauft, gelesen werden gerade parallel Cohens „Duke Ellington’s America“ und der „Cambridge Companion To…“.

Puh, ich vermute, da kommt einiges zusammen! Ganz so tief kann und will ich nicht einsteigen. Denke, diese Compis reichen mir. Die Columbia Box allein kommt auf eine Gesamt-Laufzeit von 3:45 Stunden, was ja schon 5 oder 6 LPs entspricht. Die RCA-Box liegt bei 3 Stunden. So oder so sind die 20s – 40s-Aufnahmen mit das beste und interessanteste vom Duke.

Wolfram Knauer arbeitet in seinem Buch heraus, wie Ellington seinen Stil nach und nach entwickelte – und damit letztlich überhaupt erst eine Grammatik für „Jazz“ schuf. In den 20ern war das ja vollkommen neu und nahm überhaupt erst langsam Formen an. Er analysiert gezielt einzelne Aufnahmen, für meinen Geschmack ein wenig zu oft und manchmal auch zu „fachmännisch“, aber immerhin für mich als musikalischen Laien noch nachvollziehbar und interessant. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau. Knauer geht zwar auch auf biografische Fakten und sozio-kulturelle Hintergründe ein, aber im Zentrum steht für ihn Ellington als Musiker. So lese ich das jedenfalls bis jetzt.

Ein paar Worte zu deiner Lektüre wären bei Zeiten auch interessant.

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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)