Antwort auf: george adams & don pullen

#11904159  | PERMALINK

vorgarten

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don pullen, montreux concert (1977)

à propos montreux. ungewöhnliche band (jeff berlin, steve jordan, dazu percussion), die nach langen piano-solo-exkursionen auf beiden stücken irgendwann dazu kommt, mit freundlichen grooves, einmal walzer, einmal latin. das hat natürlich nicht den drang, die dramatik, den zug zum spiritual jazz wie auf der SUITE FOR SWINGERS. ist vielmehr das, was man sich unter klaviertriojazz der späten siebziger vorstellt, mit e-bass natürlich.

hannibal, hannibal in antibes (1977)

im gleichen sommer, als pullen versucht, mit einem auftritt in montreux bei atlantic zu landen, beschwört george adams mit hannibal und ohne klavierbegleitung gospel, cajun, coltrane, drones und südafrikanische grooves in südfrankreich herauf. „swing low sweet chariot“ als modaler spiritual jazz, um den muskulösen bass von steve neil streicht diedre murray ihr cello wie eine trance-fiddle herum (auch interessant: murray/wadud, das war ja eine vergleichsweise ähnliche zeit und szene), dahinter poltert makaya ntshoko. das alles ist weit weg von mingus, auch wenn adams‘ flötenspiel mich durchaus an dolphy erinnert, ähnliche attacke, ähnliche sounds, die dann doch aber immer wieder knietief im r&b enden. schöne sache.

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