Antwort auf: mini-blindfoldtest #1 (redbeansandrice)

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redbeansandrice

Registriert seit: 14.08.2009

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wahr2 schöner übergang von 1 nach 2. beginnt melancholisch, das klavier akzentuiert genug, dass ich denke, das läuft hier unter dem pianistennamen. Ein schönes, einfaches thema, dann überrascht mich das bass-solo, mit dem ich hier so schnell nicht gerechnet habe. Höheres bassregister, gefällt mir gut, wie sich alles recht klar abbildet mittlerweile hat sich das klavier wieder den track geschnappt, das saxophon folgt dann. Das ganze durchzieht eine gewisse kühle, ich denke da klischeemäig an europas norden.

Norden ja, Europa nein…Tatsaechlich sind der Saxophonist und der Drummer die Co-Leader, die sich fast ein bisschen viel zuruecknehmen (allerdings vor allem auf diesem Track)… Hiervon muesst ich eigentlich nochmal einen zweiten Track aufnehmen…

3 hier wird schon mal mehr gewagt, weniger sicherer boden, das klavier ist hier nochmal aufregender unterwegs, nervösere drums, die sich eher um kommunikation bemühen und nicht nur um takt. Und der bass vermittelt zwischen den polen. Bestes stück bisher für mich. Ich habe natürlich keine ahnung, wer hier spielt, finde es aber faszinierend gut. Jetzt das bass-solo ist mir eine spur zu gesprächig, wird dann abgelöst vom drum-solo. Schön, wie plötzlich die bassdrum ein rhythmuspattern kurz durchzieht, danach hält sich das solo in zarter schwebe, bis bass und klavier wieder einsetzen.

stimme ich zu, vorne verdammt stark, Richtung Bass-Solo zerfasert es dann etwas… was ich hier mit am ueberraschendsten finde, ist, wie sich der Bassist, der sehr viel prominenter ist als der Rest der Band, sich hier scheinbar provozieren laesst… [full disclosure: ich hatte mich bei frueheren Tipps hier mit dem Bassisten vertan – Afroamerikaner ja, Bassunterricht beim Vater nein]

4 mir scheint im verlauf jeder track immer ein bisschen freier zu spielen als der vorherige. Wieder klavier, bass, drums, aber der sound ist insgesamt dichter als bei track 3. weiß noch nicht, ob ich das in diesem fall besser finde. Der bass treibt im hintergrund viel, das klavier ist hier aber vorne. Dann doch noch ein ornettsches sax, dass aber mit mehr kompression gespielt wird, nicht offen heraus, wie ich es bei coleman oft empfinde. Der ist es also sicher nicht. Jetzt werfen sich zwei saxofone die töne zu. Ich finde den sound etwas ungünstig, hätte mir die rhythmusgruppe etwas mehr nach vorne gewünscht. Wieder ein bass-solo, das für mich überraschend das ende des tracks markiert (so wie ich in track 2 vom frühen bass-solo überrascht wurde). Dieser track gefällt mir auch sehr gut, aber ich muss ihn vielleicht noch öfter hören. Mein favorit bleibt 3. ich kann aber mit jedem der vier stücke was anfangen. Eigentlich wirken sie wegen der tollen übergänge wie ein einziger track, der sch immer weiter freischwimmt.
sehr schöner mini-bft, redbeansandrice!

Ornette wird jetzt auch noch genannt… hier wird sicher viel verarbeitet, was 1970 so in der Luft lag… und Bob Berg hatt man wahrscheinlich so echt nicht erwartet… hier gibt es uebrigens den zweiten Track auf dieser LP-Seite, das Feature fuer Carlos Garnett…

schoen dass das fuer dich geklappt hat, die Tracks ein bisschen zusammenhaengen zu lassen… ich nehm mir das bei jedem bft vor, aber ueber die volle Laenge hab ich es noch nie geschafft…

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