Antwort auf: Swing

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friedrich

Registriert seit: 28.06.2008

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… „routiniert“ wäre ein weiterer Begriff, der mir zu Charlie Shavers‘ Last Session einfallen würden. Und das meine ich in diesem Falle durchaus anerkennend.

Hal Singer – Blue Stompin‘ (1959)

Und noch ein Album mit Charlie Shavers, hier als quasi co-leader neben Hal Singer.

Hal Singer war mit seinem Tenorsax meines Wissens ebenso im Jazz wie im R&B zuhause. Spielte einerseits bei Duke Ellington und landete andererseits den einen oder anderen Single-Hit in den R&B Charts. Beide Seiten kann man auf diesem Album raushören, das zwischen Swing und R&B changiert. In jedem Fall klingt das aber sehr bodenständig, auch im besten Sinne routiniert und immer unterhaltsam. Reizt zum Fingerschnippen und Fußwippen und zum Titeltrack könnte man sogar die Hüfte schwingen. With A Song In My Heart ist eine schöne schmusige Ballade. Beim über 10-minütigen Midnight ist der beste Platz aber am Tresen mit Whisky und Zigarette.

Schönes abwechslungsreiches Programm also. Und der Kontrast zwischen Hal Singers erdigem Sax und Charlie Shavers strahlend funkelnder Trompete ist wunderbar.


@gypsy-tail-wind empfahl dieses Album. Besten Dank!

Zufällig stelle ich fest, das ich noch ein anderes Album habe, auf dem Hal Singer spielt: Blues By Lonnie Johnson. Und damit landen wir dann sogar mitten im Blues.

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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)