Re: The Rolling Stones

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Der HofackerMeine bescheidene Meinung:
Musik-Dokufilme sind nun mal keine cineastische Avantgarde – insofern weiß ich nicht, was all diese neunmalklugen Feuilletonisten erwarten. Shine A Light will ja nicht das Kino neu erfinden, sondern schlicht die berühmteste Rock’n’Roll Band der Welt bei der Arbeit abbilden. Ist doch okay. Und der Scorsese weiß wenigstens, wie man sowas macht.

Dass Musikdokus auch cineastische Denkmäler, sogar avantgardistische Glanzwerke darstellen können, bewies seinerzeit Robert Frank eindrucksvoll mit seinem „Cocksucker Blues“-Spektakel, um mal bei den Rolling Stones zu bleiben.
Scorsese ist da eine ganz andere Baustelle, stellt die Kamera mal da hin mal dort hin, schneidet mit rasantem Speed (oder mit adäquater Trägheit wie in „Last Waltz“), kramt umständlich in den Akten, schiebt eine Impression nach links, einen Song nach rechts undundund.
Mir gehen die 4 Marionetten mittlerweile ähnlich intensiv auf den Keks, wie der betagte Maestro mit seiner drastisch überambitionierten, aber immer hohler werdenden Filmerei.
„Shine a Light“ will ich gar nicht sehen (in Wahrheit bin ich aber nur missgestimmt, weil ich dies Jahr kein Berlinale-Ticket habe).

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