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vorgarten
zélia barbosa: brésil – sertão & favelas (le chant du monde, 1968)
zélia barbosa (voc), raquel chavez (g), max hediguer (b), nelson serra de castro (dm).
da dieses album eines meiner absoluten lieblingsalben mit brasilianischer musik ist, auf den bisherigen listen nicht auftaucht, und gestern endlich die vinylausgabe gekommen ist, mit der ich meinen konsum legalisieren kann, ein paar worte dazu.
zélia barbosa ist (war?) eine nicht sehr bekannte sängerin und schauspielerin aus recife, die abseits der kulturellen zentren in rio und são paulo eine kleine karriere hatte (der ebenfalls aus recife stammende nana vasconcelos nannte sie mal „unsere elis regina“). jedenfalls gelangte sie durch ein katholisches austauschprogramm (wenn ich das richtig verstanden habe) 1967 nach paris, wo sie die möglichkeit hatte, für das kommunistische label „le chant du monde“ eine 12“ mit aktuellen brasilianischen songs in z.t. französischer übersetzung aufzunehmen: (…)
Huch, hatte ich völlig übersehen / überhört, @vorgarten. Bossa Nova goes politisches Lied? Anfangs war ich mir gar nicht sicher, ob sie Portugiesisch oder Französisch singt, die beiden Sprachen haben mit ihren weichen Zischlauten und Nasalen doch erheblich Ähnlichkeiten. Schöne, volle und selbstbewusste Stimme!
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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)