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AutorBeiträge
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Bei den Bemühungen, mich aufgrund der Anregungen im alten Blumfeld-Forum erneut eingehender mit L´Etat et moi zu befassen, bin ich auch diesmal recht schnell wieder abgedriftet und tief unten im CD-Regal auf eben jenes Experimental… gestoßen. Vielleicht ob des Titels Jet Set vom Blumfeld-Album? Irgendwie scheints da in meinen Gehirnwindungen jedenfalls eine Verknüpfung zu geben. Die ersten zwei Durchläufe ließen mich zunächst an meiner Zurechnungsfähigkeit zum Zeitpunkt des damaligen Erwerbs zweifeln. Dann erwischte mich letzte Woche eine dieser fiesen Sommergrippen, ich lag zwei Tage mit Fieber und entsprechend medikamentengedopt flach. Die Scheibe hatte meinen CD-Player noch nicht wieder verlassen und allmählich begann sich deren Wirkung zu entfalten. Aus den Lärmwänden schraubten sich plötzlich nahezu unwiderstehliche Melodien. Wieder unter den Lebenden schleppte ich die CD umgehend in meinen Auto-CD-Player und derzeit ist nicht abzusehen, wann sie diesen wieder verläßt. Gibts hier im Forum Leute mit ähnlicher Erfahrung bzw. überhaupt einer Meinung zu diesem Album?
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Ich brachte meine Vergangenheit im Handgepäck mit. Ihre lagerte irgendwo im Container-Terminal. Als sie ging, benötigte ich einen Seemannssack.Highlights von Rolling-Stone.deOh, du Hässliche! Die 25 schrecklichsten Weihnachtsalben-Cover
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WerbungGroßartiges Album, keine Frage, aber im Autoradio? Kann ich mir nicht vorstellen.
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Wann kommt Horst Lichter mit dem Händlerkärtchen und knallt mich ab?Kommt auf die Anlage an, die man im Auto hat. Muss ja nicht gleich ne Bassrolle + Endstufe und ein 600 Euro-CD-Player sein. Vier vernünftige 2 bis 3 Wege-Boxen, die nicht gerade aus´m Baumarkt stammen, und ein CD-Player aus der preislichen Mittelklasse reichen völlig. Auch die Systeme, die man heute bei Fahrzeugen gleich ab Werk mitgeliefert bekommt, klingen i.d.R. schon ganz manierlich.
Ich höre zudem die meiste Musik ohnehin im Auto, allein aus Zeitgründen. Außerdem muss man da nicht auf Nachbarn Rücksicht nehmen.
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Ich brachte meine Vergangenheit im Handgepäck mit. Ihre lagerte irgendwo im Container-Terminal. Als sie ging, benötigte ich einen Seemannssack.Ich meinte das nicht in Bezug auf die Anlage. Ich selbst habe nur das Radio im Auto, das VW ab Werk eingebaut hat. Beim Autofahren kann ich mich aber nicht so gut auf die Musik konzentrieren, als wenn ich zu Hause sitze. Und diese Platte ist es wert, genau hinzuhören.
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Wann kommt Horst Lichter mit dem Händlerkärtchen und knallt mich ab?Für mich ist dieses Album insofern bemerkenswert, als es den Einstieg in die ruhigere, atmosphärische, zurückgenommene Phase von SY markiert, die nun mit Murray St. einen grandiosen Höhepunkt erreicht hat. Ihr erstes Album ohne Wut im Bauch. Und „Doktor’s Orders“ klingt wunderschön aus.
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Mich fasziniert insbesondere die entrückt tlw. sogar verstörrt klingende Stimme von Kim Gordon. Da gibts übrigens noch so einen Hammersong: Secret Girl. Ich kenn ihn allerdings nur in der Made in USA-Version.
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Ich brachte meine Vergangenheit im Handgepäck mit. Ihre lagerte irgendwo im Container-Terminal. Als sie ging, benötigte ich einen Seemannssack.Das Album war ja die Abkehr von der „Goo“- und „Dirty“- Kommerzphase. (Wobei man erwähnen muß, daß auch diese beiden LPs hörenswert sind.)
Ich finde „Experimental…“ angenehm verstörend, lyrisch und sehr eigen. Wohl die unbewußte mentale Vorbereitung zur Großtat „A Thousand Leaves“ Jahre später. Die Songs sind intim, die SY-Songwriter scheinen ihren Rückzug nach „Dirty“ zu verarbeiten. Meines Erachtens läßt die Qualität der Songs auf der B-Seite nach („Waist“, „Quest for the Cup“ trotz der von Kim G. zauberhaft gesprochenen Zeile „This one´s for Lisa…“,“Tokyo Eye“), dafür gehört die A-Seite zum Besten, was den New Yorkern gelang (v.a. die NewAgeDroge „Winner´s Blues“, „Starfield Road“ und „Self-obsessed and Sexee“ – Thurston Moore auf der Höhe seiner Kunst). Kim Gordon war während der Aufnahmesessions zu „…and No Star“, soweit ich weiß, schwanger. Butch Vig leistete soundmäßig gute Arbeit (Nehme an, die Band hatte da mehr als ein Wörtchen mitzureden gewußt.) Lee Ranaldo steuerte gar keinen Song bei, die LP ist also eher ein Geistesprodukt des Künstlerpärchens Moore/Gordon.
Das Album bezeichnen viele mir bekannte Hardcore-Fans als ihre liebste SY-Platte. Na ja…:)
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I will hold the tea bag.Ich finde Experimental ist das unterschätzeste Sonic Youth Album überhaupt. Hier gibt es die beste Produktion, den konsequentesten Minimalismus und sogar die beeindruckenste Gitarrenexplosion (Tokyo Eye) aller Sonic-Youth-Alben. Eine meiner Lieblingsplatten (nicht nur von Sonic Youth).
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Ich behaupte hier mal dreist, es ist das bestproduzierte Album überhaupt.
Songschreiberisch eher ein Übergangswerk, auf keinen Fall aber eine Rückkehr zum Pre-Sister Standard, wie so gerne behauptet wird.
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hmm, für mich war „Experimental…“ eigentlich immer die schwächste Platte einer Band, die keine schwachen Platten gemacht hat…aber ich werde sie mir demnächst nochmal zu Gemüte führen…
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It´s just the demon life that got you in its sway -
Schlagwörter: Sonic Youth
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