REISSUES des Jahres 2019 – Eure Tops und Flops?

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    gypsy-tail-wind
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    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

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    Ein paar Sachen habe ich inzwischen mehr oder weniger komplett angehört:

    Bob Dylan – The Rolling Thunder Revue: The 1975 Live Recordings (Columbia/Legacy, 14 CD) | Grossartige Box. In professioneller Qualität kannte ich von der Tour ausser dem Zusammenschnitt (Bootleg Series Vol. 5) noch nichts, und mich haut die geballte Energie, mit der Dylan zur Sache geht, die Spielfreude der wunderbaren Band, wirklich total um. Die Studio-Sessions zum Auftakt finde ich eine schöne Ergänzung – hätte sie aber ev. ausserhalb der Chronologie ans Ende gestellt, denn wenn man mit ihnen einsteigt, ist der Start doch viel zögerlicher, als es danach weitergeht.

    Jimi Hendrix – Songs for Groovy Children: The Fillmore East Concerts (Sony/Experience Hendrix, 5 CD) | Endlich die gesamten Aufnahmen der Band of Gypsys. Der Zugewinn an Erkenntnis ist zwar schmal – mit dem Album und der Doppel-CD von vor auch schon 20 Jahren war ein grosser Teil der Musik ja auch schon bekannt … aber die Sets in der gespielten Reihenfolge zu hören (im ersten der vier kein Song, der damals kommerziell erschienen war!), den für mich immer wieder umwerfenden Sound des Trios, die Buddy Miles-Features, Hendrix‘ Spass daran, Rhythmusgitarre zu spielen … ein grosser Spass! Im Booklet gibt es einige Fotos und ein paar kürzere Texte, den Essay von Nelson George finde ich ziemlich überflüssig, er schreibt eher über sich und sein damaliges Umfeld statt über die Musik in der Box, kratzt nur etwas an der Oberfläche – der Text wäre eine hübsche Ergänzung, wenn’s noch die eigentlicher Liner Notes gäbe, aber die fehlen halt. Es gibt zudem noch einen kleinen Text von Billy Cox. Dennoch für mich ein Fest, diese Aufnahmen in der Form zu haben. Das Album behalte ich sicher auch noch einzeln, aber die Doppel-CD wird ev. ausgesteuert (oder auch nicht, denn ich glaub das Booklet ist eigentlich besser …)

    Prince – 1999 (Super Deluxe Edition, NPG/Warner/Prince Estate, 5 CD + DVD) | Die Box lief übers Wochenende zum ersten Mal (die DVD steht noch aus). Ich fing mit dem Konzert (CD 5) an, das mir schon mal sehr gut gefällt. Das Remaster des Albums klingt für meine Ohren sehr gut – es zählt wohl zu den bisher von mir etwas vernachlässigten von Prince, das sollte sich aber künftig ändern! Die zweite CD mit anderen Mixes, 7″-Edits und ein paar B-Seiten habe ich relativ zügig durchgehört, die gekürzten Singles-Mixes bräuchte ich nicht (der Special Dance Mix von „Little Red Corvette“ ist aber super!). Auf CDs 3 und 4 gibt es dann Aufnahmen aus dem „Vault“, meist Aunfahmen, bei denen der letzte Schliff (die letzte Runde von Overdubs usw.) noch fehlt, die aber auch deshalb einen besonderen Reiz haben, da sind schon ein paar Rohdiamanten dabei – anscheinend auch Songs, von denen Prince fand, dass sie nicht zum Rest des Albums passen würden. Das ausführliche Booklet bietet hier übrigens die umfängliche Einordnung mit Berichten und Kommentaren (bei den Vault-CDs Track für Track). Eine feine Box!

    Elvis Presley – Live 1969 (Sony, 11 CD) | Da bin ich noch längst nicht ganz durch – die Setlist (inkl. der Routinen/Jokes in den Ansagen) ändert sich über die ganzen Sets kaum, ist also nicht unbedingt etwas, das man innerhalb weniger Tage durchhören mag. Vom ersten Eindruck her aber auch sehr gut, bekannt war mir davon höchstens die Hälfte (die FTD-Release habe ich nicht, so tief bin ich bei Elvis nie eingestiegen und habe das auch nicht vor).

    Bob Dylan – Travelin‘ Thru: The Bootleg Series Vol. 15, 1967-1969 (Columbia/Legacy, 3 CD) | Davon hatten wir es ja schon, weitere Kommentare erübrigen sich …

    Kann sein, dass ich hier sonst noch was vergesse, aber kleinere Sachen kommen mir gerade nur zwei den Sinn:

    James Brown – Live at Home with His Bad Self [1969] (Universal/Republic, CD) | Hab ich hier ein paar Zeilen drüber geschrieben – sehr gut!

    Prince – Originals (NPG/Warner/Prince Estate, CD) | Fand ich nicht sooo super (wie das Piano-Set so bei *** bis ***1/2), sollte ich im Lichte der Vault-Aufnahmen aus der „1999“-Box, die mir viel Spass bereitet haben, aber vielleicht bald wieder mal anhören.

    In Sachen Jazz hab ich im betreffenden Jahresrückblick schon was geschrieben – hier die betreffenden Passagen zu Archiv-Releases und Reissues:

    gypsy-tail-wind
    :: aus dem Archiv::

    * * * * *
    Ran Blake/Jeanne Lee – The Newest Sound You Never Heard: European Recordings, 1966/1967
    Derek Bailey/Han Bennink/Evan Parker – Topographie Parisienne: Dunois, April 3d, 1981

    * * * *1/2
    Woody Shaw Quintet – Basel 1980
    John Coltrane Quartet – Impressions Graz 1962 [Volume 1]
    Nat King Cole – Hittin‘ the Ramp: The Early Years (1936-1943)
    Sam Rivers – Sam Rivers Archive Project, Volume 2: Emanation (1977)
    Stan Getz – Getz at the Gate: The Stan Getz Quartet Live at the Village Gate, Nov. 26 1961
    Jimmy Giuffre 3 – Graz, Live 1961
    Woody Shaw Quintet – At Onkel Pö’s Carnegie Hall, Vol. 1, Hamburg 1979
    Paul Bley/Gary Peacock/Paul Motian – When Will the Blues Leave (1999)
    Horace Tapscott with the Pan Afrikan Arkestra and the Great Voices of UGMAA – Why Don’t You Listen? Live at LACMA, 1998
    Sam Rivers – Sam Rivers Archive Project, Volume 1: Emanation (1971)
    Cannonball Adderley – Swingin‘ in Seattle: Live at the Penthouse 1966-1967
    Borah Bergman/Wiler Morris/Sunny Murray – Monks
    Charles Lloyd Quartet – Montreux Jazz Festival 1967 (Swiss Radio Days Jazz Series Vol. 46)

    * * * *
    Masahiko Satoh/Sabu Toyozumi – The Aiki
    John Coltrane – Blue World
    Bill Evans – Bill Evans in England
    Etta Jones – A Soulful Sunday: Live at the Left Bank
    Wes Montgomery – Back on Indiana Avenue: The Carroll DeCamp Recordings
    Tubby Hayes – Grits, Beans and Greens: The Lost Fontana Sessions 1969 (Deluxe)

    * * *1/2
    Betty Carter – The Music Never Stops
    Dexter Gordon – At the Subway Club 1973
    Louis Armstrong – Live in Europe (Dot Time)
    Lookout Farm – At Onkel Pö’s Carnegie Hall, Hamburg 1975

    * * *
    Duke Ellington – Uppsala 1971

    * *1/2
    Alice Babs Meets Erwin Lehn and His Südfunk-Tanzorchester (1952-55)
    Miles Davis – Rubberband

    :: 2018 Nachzügler ::

    * * * *1/2
    Eric Dolphy – A Musical Prophet: The Expanded 1963 New York Studio Sessions [LP: 2018, CD: 2019]
    Dodo Marmarosa – On the Coast 1945-1947, 1952 (Uptown, 2 CD)

    gypsy-tail-wind
    Aus dem Archiv

    Eine ganz wundervolle Veröffentlichung erschien gleich zu Beginn des Jahres: neue Aufnahmen von Jeanne Lee/Ran Blake, die auch zum Jahresende noch ganz oben auf der Liste stehen, direkt vor dem 4-CD-Set „Topographie Parisienne: Dunois, April 3d, 1981“, das ein sehr langes Konzert des Trios Derek Bailey/Han Bennink/Evan Parker (auch in Solos und Duos zu hören) dokumentiert.

    Ferner erschienen auf ezz-thetics Aufnahmen von Jimmy Giuffre und John Coltrane aus Graz, die man zwar schon hören konnte, aber nicht in der hervorragenden Klangqualität (Teil 2 von Coltrane folgt 2020).
    NoBusiness hat zudem 2019 eine neue Reihe mit Archiv-Veröffentlichungen von Sam Rivers gestartet und gleich zwei hervorragende Konzerte aus dessen besten Jahren veröffentlicht. Bei ECM kam ein Konzert von Paul Bley/Gary Peacock/Paul Motian heraus, das ich zwar seit Jahren kannte – dessen offizielle Veröffentlichung dennoch höchst willkommen ist.
    Bertrand Gastaut brachte auf seinem rührigen Label DarkTree zudem ein hervorragendes Konzert von Horace Tapscott aus dem Jahr 1998 heraus (während auf Soul Jazz ein höchst willkommenes Reissue von „Live at I.U.C.C.“ von 1979 erschien).

    Hervorragend sind auch die Veröffentlichungen von Cannonball Adderley und Etta Jones auf Reel to Real – erstere dokumentiert den vergessenen Giganten bei Club-Gigs in Seattle 1966/67, letztere die Sängerin bei einem enorm stimmungsvollen Gig bei der Left Bank Jazz Society in Baltimore 1972.

    Auch von Woody Shaw (Basel 1980, Onkel Pö’s 1979) und Dexter Gordon (Subway 1973) kamen dieses Jahr wieder neue Live-Aufnahmen heraus, erstere sind hervorragend, die von Gordon eher mittelprächtig.

    Bei allen drei Abschnitten hätte es mehr zu sagen gegeben – zu den Konzerten habe ich meist berichtet, über CDs können wir gerne hier oder noch lieber an passender anderer Stelle weiterdiskutieren … doch eine gerade erst entdeckte Neuheit möchte ich noch erwähnen, weil sie eh untergeht: eine (aus technischen Gründen) verloren geglaubte Aufnahme des sonst nicht dokumentierten Trios Borah Bergman/Wilber Morris/Sunny Murray stellte sich dennoch als brauchbar – und als verdammt gut! – heraus.

    Zu Nat King Cole:
    http://forum.rollingstone.de/foren/topic/nat-king-cole-1919-1965-pianist-saenger-entertainer/

    Sowie:

    gypsy-tail-wind

    imernst
    – Sunny Murray, Robert Andreano, Bob Dickie ‎– Homework (No Business)

    Die fand ich auch gut – hatte sie eigentlich nur wegen Murray gekauft, aber das Trio entpuppte sich als ziemlich gut! Reine Reissues habe ich oben nicht erwähnt, viele kommen mir direkt nicht in den Sinn (führe da keine Liste …) – aber diese hier doch:

    – Charles Tolliver All Stars (Strata East, via Mosaic erhältlich)
    – Horace Tapscott: Live at I.U.C.C. (Universal Sounds/Nimbus West)

    und dann kommen ja gerade ein paar schöne Sachen aus Japan:

    – Marion Brown: Porto Novo (Muzak/Polydor)
    – Gato Barbieri/Dollar Brand: Hamba Khale (Muzak/Togetherness)
    – Human Arts Ensemble: Under the Sun (Muzak/BAG)

    Gerade erschien auch die grosse Box mit den gesammelten Fontana-Aufnahmen von Tubby Hayes – die meisten davon gab es in der Reihe impressed/re:pressed schon auf CD, aber diese waren von LPs transferiert (und von der Aufmachung her auch nicht grad das Gelbe vom Ei), zwei weitere gab es in der älteren, kurzlebigen Re:Dial-Serie (in der auch die besten beiden Alben von Joe Harriott auf CD erschienen) … die neue Box sieht super aus, das Booklet ist sehr umfangreich (Liner Notes wie seit Jahren wenn es um Tubby Hayes geht vom Kenner Simon Spillett), es gibt ein wenig Bonusmaterial (und die bei meinen hohen Erwartungen – wann immer es um Tubby Hayes geht und nicht um ganz frühe Aufnahmen sind meine Erwartungen sehr hoch – etwas enttäuschende „Lost Session“ ist am Ende der Box auch komplett enthalten – aber die Einzelausgabe ist natürlich sehr hübsch gemacht.

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #97: 11.2., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #12: Jahresrückblick 2019, Teil 3 - von Barock bis Brötzmann, 30.01., 22:00, tba | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
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    #10969337  | PERMALINK

    krautathaus

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    snowball-jacksonEben gerade nochmal das „Out of Season“ Reissue von Beth Gibbons and Rustinman eingetrudelt und gegengehört. Reiht sich in die Reihe der Enttäuschungen ein, da es in keinster Weise ein Verbessrung gegenüber dem Original bietet. Das Cover ist blasser, der Sound bringt keine neuen „Verbesserungen“. Pressung ist auch nicht optimal. Enttäuschung! Da müssen mal Könner ran wie Mofi oder SC.

    @snowball-jackson: leider kann ich die Pressungen nicht vergleichen (hab das Original nicht), nur den Klang mit der CD. Und da kommt die Re-Issue ziemlich genau hin, was schon ziemlich gut ist. Über die Pressung kann ich auch nicht meckern.

    Wenn das Original schon sehr gut klingt, freue ich mich dass die Re-Issue auch sehr gut klingt. Der Käuferkreis der RI dürfte vor allem aus Leuten bestehen, die das Original nicht mehr bekommen haben.

    --

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    #10969359  | PERMALINK

    snowball-jackson

    Registriert seit: 09.11.2008

    Beiträge: 1,050

    Ja natürlich. Ich kann das verstehen aber das Album wurde ja schon einmal neu aufgelegt. Kürzlich gab es auch ein MOV RI von den Album (welches ich nicht kenne). Ich hatte mir nur einen neuen klanglichen Mehrwert von dem jetzigen RI erhofft. Stattdessen bekomme ich das gleiche mit blasseren Cover serviert. Zudem musste ich es einmal umtauschen da auf Seite 1 komplett Verzerrungen waren.

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