Die überschätztesten Platten/Bands aller Zeiten

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  • #2328401  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    MozzaDie Stimmung für „Tilt“ habe ich nur selten.

    Kommt bei mir auch ncht so oft vor. aber allein der Opener „Farmer In The City“ ist so goartig, da fällt mir der Einstieg schon leicht.

    --

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    #2328403  | PERMALINK

    mozza
    Captain Fantastic

    Registriert seit: 26.06.2006

    Beiträge: 83,424

    @ Kramer

    Eine gewisse „Ähnlichkeit“ in der Stimmung kann ich nachempfinden.

    --

    Don't think twice / Shake it on ice
    #2328405  | PERMALINK

    mozza
    Captain Fantastic

    Registriert seit: 26.06.2006

    Beiträge: 83,424

    samKommt bei mir auch ncht so oft vor. aber allein der Opener „Farmer In The City“ ist so goartig, da fällt mir der Einstieg schon leicht.

    Zu „Farmer in the city“ habe ich noch am ehesten Zugang gefunden.

    --

    Don't think twice / Shake it on ice
    #2328407  | PERMALINK

    wenzel

    Registriert seit: 25.01.2008

    Beiträge: 6,258

    der schmale Grat zwischen Melancholie und manisch-depressiver Verstimmung…

    --

    #2328409  | PERMALINK

    mozza
    Captain Fantastic

    Registriert seit: 26.06.2006

    Beiträge: 83,424

    Wenzelder schmale Grat zwischen Melancholie und manisch-depressiver Verstimmung…

    Wem sagst du das? Es wird im Alter nicht leichter.

    --

    Don't think twice / Shake it on ice
    #2328411  | PERMALINK

    wenzel

    Registriert seit: 25.01.2008

    Beiträge: 6,258

    MozzaWem sagst du das? Es wird im Alter nicht leichter.

    weiß Scott nicht…

    --

    #2328413  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Wenzelder schmale Grat zwischen Melancholie und manisch-depressiver Verstimmung…

    Sehe da keine so großen Unterschiede, was seine frühen und späteren Arbeiten angeht. Nur hat man heute ganz andere Möglichkeiten, sowas rüberzubringen. Scott weiß, wie an sie einsetzt.

    --

    #2328415  | PERMALINK

    aendy

    Registriert seit: 15.02.2008

    Beiträge: 698

    Wäre Scott Walker manisch-depressiv hätte er mit Sicherheit auch mal ein Partyalbum mit Stimmungshits veröffentlicht. ;-)

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    #2328417  | PERMALINK

    close-to-the-edge

    Registriert seit: 27.11.2006

    Beiträge: 30,292

    Wenzelder schmale Grat zwischen Melancholie und manisch-depressiver Verstimmung…

    Läuft hier ein Hobby-Neurologieseminar?

    --

    #2328419  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 31,745

    kramerNein, ganz so einfach ist es nicht. Ich erkenne da eher eine diffuse Stimmung, die schon bei den Walker Brothers zu hören war, die fast das komplette Werk durchzieht und in immer düsterer Form auch auf den letzten Solo-Alben auftaucht.

    Ich habe mich immer gefragt, ob da nicht die Vermutung nahe kommt, dass Walker den Bruch zu seinen Anfängen nicht nur konsequent, sondern vor allem mit aller Radikalität vorantrieb. Klar, das was sich als Grundstruktur ausmachen lässt, durchzieht letztlich das ganze Werk, von „My death“ bis zu „Epizootics!“. Es ist allerdings schon bezeichnend, das ein Künstler, der die mitunter schönsten Melodien und ausgefeiltesten Arrangements formulieren konnte, diese in Trockeneis einlagert und davon nur eine kleine Pulverbrise in späteren Jahren dazustreut. Es gibt ja im klassischen Sinne keine „Songs“ mehr, mehr sind es mal organische, mal vollständig zerklüftete Gebilde, die sich um die Texte entwickeln. Und auch für die gilt: Sie sind eben nicht ausformuliert. Weg von der flüssig verfolgbaren Geschichte, hin zum elliptischen Kreisen um einzelne Worte. Und so sind ja auch die Kompositionen selbst – oftmals mehr Texturen, kahle Klanglandschaften, aus denen irgendwo etwas herausragt und voller Toteislöcher, in denen man versinken kann. Ich glaube, es fällt schwer, „Tilt“ und noch mehr „The drift“ mehr als Abneigung entgegen zu bringen, wenn man die Thematiken dahinter außer Acht lässt – denn im Grunde sind es schon fast, ja, moderne „Hörbücher“. Nur besser. Und weitaus intensiver.

    Ich frage mich, ob Walker mit derlei musikalischen Dekonstruktionen nicht auf lange Sicht ein Image begraben hat, das ihm letztlich nicht ergiebig genug war. Wie ein absoluter Eigenbröttler, den man zeitweise in Staffage und Schminke gepackt hat. Ich kenne leider die Werke zwischen „Scott 4“ und „Climate of hunter“ nicht, aber schon diese sind kompositorisch derart unterschiedlich, man möchte meinen, letzteres wäre das erste Album, nach einer aufgehalsten Zwangsverordnung, die sich der großen Geste und dem schönen Ton verschrieben hatte (mal die Texte ungeachtet). Weißt Du da mehr?

    --

    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #2328421  | PERMALINK

    onkel-tom

    Registriert seit: 23.02.2007

    Beiträge: 44,570

    sam

    Sehe da keine so großen Unterschiede, was seine frühen und späteren Arbeiten angeht. …..

    Sehen? Keine Ahnung aber man hört sie halt. ;-)

    --

    Gewinnen ist nicht alles, gewinnen ist das einzige.
    #2328423  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Onkel Tom

    sam

    Sehe da keine so großen Unterschiede, was seine frühen und späteren Arbeiten angeht. …..

    Sehen? Keine Ahnung aber man hört sie halt. ;-)

    Ich meinte auch mehr die musiklische Umsetzung. In den 60ern war das meiste, was er auf Tilt oder Climate Of Hunter eingesetzt hat, noch garnicht möglich.

    Wenn du mal die Stimmung von Scott 4 und Tilt vergleichst: so groß sind die Unterschiede da meiner Meinung nicht.

    --

    #2328425  | PERMALINK

    wenzel

    Registriert seit: 25.01.2008

    Beiträge: 6,258

    Irrlicht
    ….
    Ich frage mich, ob Walker mit derlei musikalischen Dekonstruktionen nicht auf lange Sicht ein Image begraben hat, das ihm letztlich nicht ergiebig genug war.

    das ist schwer zu sagen, weil man Scott Walker als Person nicht kennt. Ein Image, dass es zu begraben galt, hatte er eigentlich schon 83 bei „Climate of hunter “ nicht mehr.

    --

    #2328427  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    kramerWürde ich nicht sagen. Es gibt ganz klar eine Übergangsphase und eine nachvollziehbare Entwicklung.

    Entwicklung, unbedingt. Mir ist nicht bewußt, ob Walker sich auf seinem musikalischen Weg gefunden, oder in Abstraktion verloren hat, wahrscheinlich beides. Es gibt Menschen, die sind sich selbst fremd.
    Auf Scott 4 befinden sich nur noch Eigenkompositionen, zwar mit Bezug zur populären Musik, aber eigen und entwickelt. Wer zu dieser Zeit thematisiert schon: The Neo-Stalinist Regime? Ein Extremist.

    Der Mann wiederholt sich nicht gern, keiner der die alte Leier spielt.

    Ab „Climate Of Hunter“ ist es … entgrenzt, Scott entfernt sich, wird musikalisch unzugänglicher, trotz aktueller und universeller Themen.

    Es ist paradox, aber da zeigt sich ein Mensch, kommt mir nah, macht seine innere Welt und Gefühle erfahrbar, wirkt dabei aber auch „far out“, distanziert. Verloren und doch ganz bei sich.

    --

    #2328429  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Was die Kontinuität im Werk von Walker betrifft, stimme ich kramer zu und erlaube mir, ein paar Sätze von vor Jahren zu zitieren (siehe unten). Dass nicht jeder diese Sicht der Dinge teilen will, akzeptiere ich und möchte das im Gegensatz zu kramer auch keinesfalls mit Denkfaulheit erklären (weiß ich doch von manchen, die’s echt versucht haben und dennoch nie einen Zugang zum Spätwerk gefunden haben). Im Gegenzug bitte ich darum, niemanden, der das Spätwerk liebt, als Wichtigtuer abzutun, der sich das bloß schönhöre oder schönrede oder anderen nachplappere oder in die Hurz-Falle tappe oder am besten mit dem Krankenwagen weggefahren werden sollte

    Also, hier noch mal mein Begründungsversuch – es ging damals um die Frage, ob Scott Walkers Frühwerk Kitsch ist:

    Kitsch/Schmalz ist für mich zum Klischee geronnenes Gefühl: Kitsch/Schmalz versucht, Emotionen wach zu rufen, indem er x-fach erprobte Versatzstücke nutzt, künstlerische (oder besser: kunsthandwerkliche) Techniken, die sich oft und oft bewährt haben, um so etwas wie Gefühlstiefe zu evozieren, nein, anzutäuschen mit letztlich billigen, abgegriffenen Tricks.

    Scott Walker ist für mich das Gegenteil von Kitsch und Schmalz – und zwar von Anfang an: „The sun aint gonna shine anymore“ mag vorderhand von Liebeskummer handeln und von Herzschmerz – aber es klingt dabei so seltsam wissend, so irritierend erwachsen, als singe da nicht jemand, der heute meint, er werde nie wieder lieben können und sich übermorgen schon wieder frisch verliebt haben wird (wie es halt so ist in der Jugend). Sondern als singe da jemand, der weiss, dass manche Verluste unwiderruflich sind und Einsamkeit viel mehr sein kann als bloß das kleine Tief zwischen Liebesglück und neuem Liebesglück. Loneliness is a cloak you wear, A deep shade of blue is always there … Gab es jemals eine seltsamere „Teenie-Band“?

    Und dann erst die ungeheuer reiche, strahlende und beklemmende Welt, die Scott Walker in seinen vier Meisterwerken Scott bis Scott 4 entworfen hat: zwischen Wohlklang und Welkheit, barocker Pracht und Finsternis. Und die Texte: meilenweit von „Herz reimt sich auf Schmerz“- oder „Moon reimt sich auf June“-Kitschlyrik. Ziemlich morbide bisweilen.
    Höhepunkt ist für mich die Scott 4: Welch irritierende Schönheit in Songs über den Tod und den Stalinismus.

    Es steht mir fern, Dir vorschreiben zu wollen, was Du kitschig/schmalzig zu finden hast und was nicht. Ich möchte Dich bloß ermuntern: Hör noch mal rein in Scott Walkers Frühwerk, versuch es chronologisch. Ich will Dich bestimmt nicht bevormunden. Aber ich will Dir ein Versprechen machen: Lass Dich darauf ein, versuche, noch mal mit einem Grundwohlwollen an die Sache ran zu gehen, nimm Dir die „Scott“-bis-„Scott 4“-Tetralogie vor – Du wirst es nicht bereuen. Ein Lied wie „Such a small love“ zum Beispiel (auf „Scott“) weist im Refrain auf die erhabene Strahlkraft von The sun aint gonna shine zurück – und mit seinem beklemmenden Geigenzittern am Anfang voraus in die Zukunft, zu den abstrakten, unsere Vorstellungen von einem Streicherarrangement verstörenden und erweiternden Tönen auf Tilt und The Drift. Montague Terrace, Rosemary … viele dieser frühen Lieder sind momentweise wie Vorboten des späten Scott.

    Das finde ich das Faszinierende an Scott Walker: Das ist keine hübsch modellierte Pop-Persona, die sich immer wieder „neu erfinden“ muss, damit sie nicht langweilig wird; das ist eine Künstlerpersönlichkeit, die immer radikaler zu sich selbst kommt. Da ist eine kühne, weit ausschwingende Entwicklungslinie in diesem Werk von „The sun aint gonna…“ bis zu „The Drift“ – und zugleich ist da eine Kontinuität, etwas Organisches, fast Logisches in diesem Weg. Eben kein Sich-neu-Erfinden, sondern ein Zu-sich-selbst-Finden. In The Drift klingt – bei aller Radikalität, bei aller Fremdheit – durchaus das Echo ganz früher Aufnahmen nach. Und durch manche ganz frühen Aufnahmen tönt wie eine Ahnung die Kühnheit von Tilt und The Drift.

    Aktueller Nachtrag: kramers Hinweis auf klassische Moderne oder zeitgenössische Avantgarde scheint mir bei Walker einleuchtend. Womöglich würden Leute, die an solchen Hörgewohnheiten geschult sind, Walker nicht annähernd so schräg finden wie trainierte Pop-Hörer. Ich selber bin hier zu inkompetent, um Fundiertes zu sagen, würde aber interessiert mitlesen, wenn hier jemand ein kleines Einführuungsreferat liefern würde.

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