Abdullah Ibrahim

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  • #21959  | PERMALINK

    janpp

    Registriert seit: 28.08.2002

    Beiträge: 7,179

    Es gibt noch keinen thread über diesen großartigen Jazzpianisten. Habe ihn erst vor kurzem entdeckt und bin sehr angetan von diesem meditativen „flow“ seines Spiels. Und wie er dazu mit seiner Stimme, auf, wie soll mans anders sagen, afrikanische Art und Weise improvisiert – großartig. Am Saxophon gefällt er mir auch. Kenne allerdings nur die aktuelle Compilation „A Celebration“ und „Good News from Africa“. was braucht man noch?

    Am Dienstag habe ich ihn in der Hamburger Musikhalle gesehen und es war unglaublich, wie er da fast eine Stunde solo am Piano ohne Pause quasi einen einzigen Song spielte, immer wieder mit diesen unglaublich intensiven, ruhigen Passagen.
    Und in der Trio-Besetzung war es nicht minder aufregend, vor allem hat er mit George Gray einen tollen Drummer, der immer mal wieder ein wenig HipHop-Rythmen einstreut oder mal ganz lässig mit seinen sticks jongliert.

    Die Welt-Kritik über HH war ziemlich mies geschrieben, darum hier ein Kritik des Berlin-Konzerts.

    All das hört man nun in dem 50minütigen Alleingang, den Ibrahim im Kammermusiksaal unternimmt: die freundlichen Floskeln des Duke, die skurrilen Verschachtelungen Thelonious Monks, Volkslied-Reminiszenzen aus Südafrika, Romantisches aus Mitteleuropa. Gleichwohl vernimmt man es wie unter Wasser. Gedämpft, verschwommen, illusorisch. Alles fließt.
    Das ändert sich auch nicht, wenn Schlagzeuger George Gray und Bassist Belden Bullock im zweiten Konzertteil zu dem Pianisten treten. Es gibt keinen Anfang und kein Ende mehr in dieser langgezogenen Dreierimprovisation. Das Melodietreibgut läuft in einem unaufhörlichen déjà-écouté in die Ohren hinein und wieder hinaus. Das ist der ewige Kreislauf des Lebens. Am schönsten manifestiert er sich, wenn das Trio den Applaus des entrückten Publikums entgegennimmt. Die Musiker drehen sich demütig im Bühnenrund und klatschen zurück. Eine perfekte mystische Einheit.

    http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/02/11/feuilleton/734084.html

    --

    RAUSCHEN Akustische Irritationen aus Folk, Jazz & beyond. Jeden 2. und 4. Dienstag, 19 Uhr. Auf Tide 96.0. http://www.mixcloud.com/Rauschen/[/URL]
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    #2629781  | PERMALINK

    derbuschmann

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 3,195

    Zum Einstieg ganz schön:

    2001 Ibrahim, Abdullah „GOOD NEWS FROM AFRICA“
    Ob als Solo-Pianist, im Duo mit dem Bassisten Johnny Dyani oder in größeren Ensembles, er verbindet südafrikanische Volksmusik, islamische Vokalismen und schwarze, funkige Rhythmen zu einer originellen, jazzigen Fusion. Network/Enja. 2 CDs 16,99 EUR. Nr. 66262. [color=#0000ff]Notieren.
    [color=#0000ff]Mehr zu Jazz.

    Bei 2001

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    Die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass man nicht zu Ende denkt. Alfred Herrhausen (1930-89)
    #2629783  | PERMALINK

    janpp

    Registriert seit: 28.08.2002

    Beiträge: 7,179

    JanPPKenne allerdings nur die aktuelle Compilation „A Celebration“ und „Good News from Africa“. was braucht man noch?

    guckuck, Volker!

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    RAUSCHEN Akustische Irritationen aus Folk, Jazz & beyond. Jeden 2. und 4. Dienstag, 19 Uhr. Auf Tide 96.0. http://www.mixcloud.com/Rauschen/[/URL]
    #2629785  | PERMALINK

    derbuschmann

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 3,195

    JanPPguckuck, Volker!

    :o Okay, jetzt bin ich wach…

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    Die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass man nicht zu Ende denkt. Alfred Herrhausen (1930-89)
    #2629787  | PERMALINK

    janpp

    Registriert seit: 28.08.2002

    Beiträge: 7,179

    Was ist eigentlich mit den Jazzmenschen hier los? niemand was zu sagen??

    --

    RAUSCHEN Akustische Irritationen aus Folk, Jazz & beyond. Jeden 2. und 4. Dienstag, 19 Uhr. Auf Tide 96.0. http://www.mixcloud.com/Rauschen/[/URL]
    #2629789  | PERMALINK

    starship

    Registriert seit: 28.12.2002

    Beiträge: 1,474

    hatte der nicht vorher einen anderen namen?- will mir nicht einfallen.

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    #2629791  | PERMALINK

    dougsahm
    Moderator

    Registriert seit: 26.08.2002

    Beiträge: 17,863

    @Jan

    Nichts was ich substanziell beitragen könnte. Stimmt.

    Dollar Brand war vor gut 20 Jahren bei Kopfjazzhörern ziemlich angesagt (genauso wie Jarrett). Habs selbst aber nur zu 1 LP gebracht = Sangoma. Hatte für mich immer den Duktus eine Jazzweltmusikers. Ich kann mit dieser Einschätzung falsch liegen. Jedenfalls immer wenn ich einzelne Stück im Radio oder sonst wo hörte, ließ mich sein Geklimper ziemlich unberührt. Undzwar so unberührt, dass ich ihn bis dato auf der Reservebank sitzen ließ.

    @starship: … Dollar Brand

    --

    #2629793  | PERMALINK

    cannaarkotic

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 2,230

    Ich wollte zu Beginn der 80-er zu einem Abdullah Ibrahim Piano-Solo-Konzert gehen. Dort angekommen las ich einen handgeschriebenen Zettel an der Tür: ‚Der Künstler tritt nicht auf. Die Sterne stehen schlecht.‘ Was immer das heissen mochte…
    Ich habe zu der Zeit aus dem Rundfunk mitgeschnittene Aufnahmen von Dollar Brand und Johnny Dyani (Piano & Kontrabaß) gehört. Das war im meditativ-minimalistischen Stil gehalten.
    Punktuell dann auch ‚African Market Place‘ mit dem alltime-Ohrwurm ‚african market‘ (poppiger und roots-mäßig).
    Später noch ‚South African Sunshine‘ (piano-solo) mit einigen anti-Apartheid-songs drauf („hit and run – freedom comes through the battle of a gun…“).
    Etwas sperrig sind die Bigband-Arrangements auf ‚Mantra Mode‘.
    Der immer noch bei 2001 erhältliche sampler ‚Good news from Africa‘ (eingangs von @janpp erwähnt) gibt einen brauchbaren Überblick zu einigen bei ‚Enja‘ verlegten Scheiben mit Angaben zu den jeweiligen Besetzungen.

    Vielleicht ist die Einordnung seiner Produktionen in die Jazz-Sparte genauso wenig zureichend wie Dylan als Folk-/Protestsänger zu bezeichnen oder Taj Mahal als Blues-Interpreten…
    Die Vielschichtigkeit/das Grenzgängertum bei Abdullah Ibrahim war für mich immer ausschlaggebend, zu verfolgen, was er so treibt. Letztlich hat er ganz wunderbare Melodien in die Welt gesetzt.

    --

    Nun gründe nicht gleich ein Wrack-Museum, wenn Dir ein Hoffnungs-Schiffchen sinkt!
    #2629795  | PERMALINK

    janpp

    Registriert seit: 28.08.2002

    Beiträge: 7,179

    CannaarkoticIch wollte zu Beginn der 80-er zu einem Abdullah Ibrahim Piano-Solo-Konzert gehen. Dort angekommen las ich einen handgeschriebenen Zettel an der Tür: ‚Der Künstler tritt nicht auf. Die Sterne stehen schlecht.‘ Was immer das heissen mochte…

    :lol:
    Hast du den Zettel mitgenommen?
    Der Mann ist gläubig, das ist sicher.Kein Wort zum Publikum, dafür ständiges tiefes Verneigen mit gefalteten Händen.

    Letztlich hat er ganz wunderbare Melodien in die Welt gesetzt

    Ganz sicher. Das merkwürdige an diesen Melodien ist ja eigentlich, dass sie sich nicht im Kopf festsetzen wie herkömmliche Melodien, sondern eher so beiläufig wahrgenommen werden, aber irgendwo gespeichert werden. Beim Konzert hatte ich deswegen die ganze Zeit deja-vu-Erlebnisse, es kam mir auf eine Art und Weise bekannt vor und dann auch wieder nicht.

    --

    RAUSCHEN Akustische Irritationen aus Folk, Jazz & beyond. Jeden 2. und 4. Dienstag, 19 Uhr. Auf Tide 96.0. http://www.mixcloud.com/Rauschen/[/URL]
    #2629797  | PERMALINK

    cannaarkotic

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 2,230

    JanPP:lol:
    Hast du den Zettel mitgenommen?

    nein,- ich bin weitergewandert und in ein Janne Schaffer Konzert (Jazzrock) geraten… — der Abend war angebrochen, ich war jung und stand auf Jazzrock. :)

    --

    Nun gründe nicht gleich ein Wrack-Museum, wenn Dir ein Hoffnungs-Schiffchen sinkt!
    #2629799  | PERMALINK

    hat-and-beard
    dial 45-41

    Registriert seit: 19.03.2004

    Beiträge: 20,149

    JanPPWas ist eigentlich mit den Jazzmenschen hier los? niemand was zu sagen??

    Ich fühle mich mal angesprochen.

    Langweiliger „World Jazz“. Passt gut zum Jazzverständnis der „Redaktion“ der 2001-Blättchen. Neue Mitte.

    --

    God told me to do it.
    #2629801  | PERMALINK

    janpp

    Registriert seit: 28.08.2002

    Beiträge: 7,179

    Hat and beardLangweiliger „World Jazz“. Passt gut zum Jazzverständnis der „Redaktion“ der 2001-Blättchen.

    Wie du meinst. scheinst aber ja nicht allzuviel zu kennen. Im übrigen hat 2001 immer tolle Jazz-Sachen.

    --

    RAUSCHEN Akustische Irritationen aus Folk, Jazz & beyond. Jeden 2. und 4. Dienstag, 19 Uhr. Auf Tide 96.0. http://www.mixcloud.com/Rauschen/[/URL]
    #2629803  | PERMALINK

    moonshot

    Registriert seit: 08.03.2004

    Beiträge: 357

    Wurde vor ein paar Monaten auf arte porträtiert (oder wars im Kulturspiegel? – egal). Ich empfand die Musik als betulich und beflissen, den Künstler selbst als furchtbaren Langweiler (spirituell erleuchtet usw) – erinnerte mich sehr an Carlos Santana, nicht musikalisch oder vom Aussehen her, aber ähnlich verschwurbelt. „Sphären“ war sein Lieblingswort. Seine Musik bewege sich in Sphären, wir alle sowieso und die Welt an sich blah blah. Die Musik passte perfekt dazu. Jazz für esoterisch angehauchte Sekretärinnen, die als Steckenpferde Feng-Shui und feine Schuhe angeben.

    --

    #2629805  | PERMALINK

    aquarius

    Registriert seit: 29.10.2003

    Beiträge: 1,173

    MoonshotJazz für esoterisch angehauchte Sekretärinnen, die als Steckenpferde Feng-Shui und feine Schuhe angeben.

    Ohne die Musik zu kennen: Dieses Klischee ist dermaßen hölzern, daß Du Dir was daraus schnitzen könntest.

    --

    down by the river i shot my baby
    #2629807  | PERMALINK

    moonshot

    Registriert seit: 08.03.2004

    Beiträge: 357

    AquariusOhne die Musik zu kennen: Dieses Klischee ist dermaßen hölzern, daß Du Dir was daraus schnitzen könntest.

    Ach wenns nur so wäre, du Schwätzer. Leider kenne ich einige von der Sorte persönlich. Tarot-Karten zu Jazzmusik, soooo entspannend. Und rate mal um welche Sorte „Jazz“ es sich handelt. Kleiner Tip: Bebop it ain’t. Vielleicht beschäftigst du dich künftig zuerst mit der Musik um die es geht. Dann kannst du dir auch eine Meinung darüber erlauben, was Klischee ist und was traurige Realtät. :(

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